Besuch aus Tansania: Blick auf die Diabetes-Selbsthilfe über Ländergrenzen

2 Minuten

Besuch aus Tansania: Blick auf die Diabetes-Selbsthilfe über Ländergrenzen | Foto: DiabetesHilfe Nord
Foto: DiabetesHilfe Nord
Besuch aus Tansania: Blick auf die Diabetes-Selbsthilfe über Ländergrenzen

Der Besuch einer Ärztin und eines Arztes aus Tansania in Hamburg zeigte, wie wertvoll internationaler Austausch für die Diabetes-Selbsthilfe ist. Im Mittelpunkt standen Einblicke in Versorgung, Prävention und die Bedeutung gemeinschaftlicher Unterstützung über Ländergrenzen hinweg.

Der Verein für internationale medizinische Zusammenarbeit (VIMZ) wurde 1992 von Hamburger Ärztinnen und Ärzten gegründet und arbeitet seit Langem zusammen mit dem Amana-Krankenhaus in Dar es Salaam (Tansania), das seit 15 Jahren Partnerstadt Hamburgs ist. Zweck des Vereins ist die Unterstützung der medizinischen Versorgung besonders der ärmeren Bevölkerung in Afrika.

Da in Tansania Zivilisationskrankheiten und insbesondere Diabetes stark zunehmen, kamen im September 2025 die Ärztin Jamila Makame und der Arzt Robert Makoma vom Amana-Krankenhaus zur Fortbildung nach Hamburg. Neben Hospitationen in Krankenhäusern und medizinischen Praxen interessierten sie sich für Prävention und Gesundheitsförderung.

Gegenseitige Einblicke

Der Austausch zwischen den tansanischen Ärztinnen und Ärzten und der DiabetesHilfe Nord war von einer herzlichen Atmosphäre geprägt. Im Mittelpunkt standen nicht nur fachliche Gespräche über Diagnose, Therapie und Prävention von Diabetes, sondern auch das persönliche Kennenlernen und der gegenseitige Respekt. Beide Seiten empfanden die Begegnungen als überaus bereichernd, da sie Einblicke in die jeweils anderen Gesundheitssysteme, in kulturelle Besonderheiten sowie in alltägliche Herausforderungen im Umgang mit chronischen Erkrankungen erhielten.

Besonders beeindruckend war die Offenheit, mit der Erfahrungen und gute Beispiele aus der Praxis geteilt wurden. Während die Gäste aus Tansania von der langjährigen Arbeit der DiabetesHilfe Nord profitierten, konnten die Gastgeberinnen und Gastgeber neue Perspektiven auf die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenhalt in der medizinischen Versorgung gewinnen.

Besuch aus Tansania: Blick auf die Diabetes-Selbsthilfe über Ländergrenzen | Foto: DiabetesHilfe Nord
Mit Jamila Makame und Robert fand ein wertvoller Austausch über die Diabetes-Versorgung und die Rolle der Selbsthilfe in Tansania und Deutschland statt. | Foto: DiabetesHilfe Nord

Selbsthilfe in jedem Land wichtig

Der Austausch machte deutlich, dass Selbsthilfegruppen in jedem Land eine unverzichtbare Rolle spielen. Sie bieten Betroffenen und ihren Familien nicht nur fachliche Informationen, sondern auch emotionale Unterstützung, Solidarität und Hoffnung. Gerade bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes ist es wichtig, dass Menschen erfahren, dass sie nicht allein sind und gemeinsam Wege finden können, die Krankheit besser zu bewältigen.

So ist der Besuch von Jamila Makame und Robert Makoma nicht nur ein Schritt zur fachlichen Fortbildung, sondern auch ein lebendiges Beispiel für internationale Zusammenarbeit, gegenseitige Inspiration und das große Potenzial von Selbsthilfe als tragende Säule einer menschlichen Gesundheitsversorgung.

Da Patienten-Organisationen und Selbsthilfegruppen in Tansania noch im Aufbau sind, haben beide die Möglichkeit zu einem Austausch mit der DiabetesHilfe Nord gern genutzt, um mit neuen Ideen nach Tansania zurückzukehren. Die Gründung von Selbsthilfegruppen insbesondere für Kinder mit Diabetes und deren Eltern hat eine hohe Priorität.


Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (3) Seite 66-67


zur Beitragsübersicht von DiabetesHilfe Nord e.V.

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Diabetes, Sport und sichere Struktur: Aktiv leben mit Diabetes – aber richtig
Bewegung senkt Blutzucker, stärkt Herz und Gefäße und verbessert die Lebensqualität. Trotzdem herrscht oft Unsicherheit: Was ist sicher? Was wirkt wirklich? Zwei Experten erklären, worauf es beim Sport mit Diabetes ankommt – und warum Struktur entscheidend ist.
Diabetes, Sport und sichere Struktur: Aktiv leben mit Diabetes – aber richtig | Foto: Goffkein – stock.adobe.com

3 Minuten

Einschulung bei Typ-1-Diabetes ohne Integrationskraft: Die ersten Wochen im Schuljahr und die Zeit davor
Die Einschulung eines Kindes mit Typ 1 Diabetes stellt Eltern vor große Herausforderungen. Ein Erfahrungsbericht zeigt, wie der Übergang vom Kindergarten in die Schule durch frühzeitige Planung und Schulung der Lehrkräfte auch ohne Integrationskraft gelingen kann.
Einschulung bei Typ-1-Diabetes ohne Integrationskraft: Die ersten Wochen im Schuljahr und die Zeit davor | Foto: Saskia Birkhold

2 Minuten

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • diahexe postete ein Update vor 2 Tagen, 14 Stunden

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

  • ckmmueller postete ein Update vor 6 Tagen, 1 Stunde

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

  • anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen

    Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.

    Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“

    Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.

    Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
    individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.

    So können Kinder lernen, wachsen und
    selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
    Unsere Mission ist einfach:

    ✔ Kindern Sicherheit geben
    ✔ Familien den Alltag erleichtern
    ✔ Kita- und Schulteams entlasten
    ✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.

    Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.

    Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.

    Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
    📧 moin@hanseatic-kids.de
    📞 040 851 59 747

    Uploaded ImageUploaded Image
Verbände