Begleitung in Kita und Schule: schnelle und einfache Lösungen nicht zu erwarten

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Begleitung in Kita und Schule: schnelle und einfache Lösungen nicht zu erwarten | Foto: Diabetiker Niedersachsen
Foto: Diabetiker Niedersachsen
Begleitung in Kita und Schule: schnelle und einfache Lösungen nicht zu erwarten

Ende September nahmen der Landesvorsitzende Arnfred Stoppok und der Kommunikationsbeauftragte André Owczarek für die Diabetiker Niedersachsen auf Einladung des SelbstHilfeVerbands Forum Gehirn e. V. (SHV Gehirn) an einem parlamentarischen Abend mit Vertretern der Bundesministerien für Gesundheit und Arbeit und Soziales in Berlin teil.

Daneben geladen waren u. a. weitere Vertreter der Selbsthilfe, der Wissenschaft, der Rechtspflege und auch der gesetzlichen Krankenkassen. Der Fokus der Veranstaltung lag dabei auf der Herausforderung, die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen künftig verlässlicher in ganzheitliche Teilhabe-Planungen zu integrieren.

Als Vertreter der Diabetes-Selbsthilfe und Beratender von Mitgliedern in diesen Fragen berichtete Owczarek, dass bei einem Antrag auf Schulassistenzen für Kinder mit Diabetes in der Regel gar kein Teilhabeplan von den Krankenkassen erstellt werde. Im Gegenteil, Eltern würden oft direkt mit ablehnenden Bescheiden konfrontiert und an das Sozialamt verwiesen.

Dann beginne das altbekannte Pingpong-Spiel um Zuständigkeiten, solange man nicht auf das Beantragen von spezieller Krankenbeobachtung im Sinne der außerklinischen Intensivpflege ausweiche und diese notfalls mit Hilfe von Sozialgerichten durchsetze. Der Beitrag sorgte bei den Diskutanten für Betroffenheit. Der Vertreter des GKV-Spitzenverbands war zu diesem Zeitpunkt leider schon gegangen und konnte dieses Feedback nicht mitnehmen.

Antrag für Begleitperson für Kinder mit Diabetes in Kita oder Schule bleibt schwierig

Trotz eines umfangreichen Impuls-Papiers des SHV-Gehirn-Beiratsvorsitzenden Sebastian Lemme gelang es den Beteiligten nicht, praxistaugliche und schnelle Lösungen für die Schieflagen in der Teilhabe-Gesetzgebung zu entwickeln. Appelliert wurde an die Träger, vor allem die Krankenkassen, sich künftig besser an den gesetzlichen Vorgaben und dem eigentlichen Anliegen der Teilhabe-Gesetzgebung zu orientieren und statt ablehnender Bescheide als Erstangegangener aktiv und konstruktiv Teilhabepläne zu erstellen und ggf. partiell zuständige Träger selbsttätig einzubinden.

Fazit: Schnelle und einfache Lösungen sind mindestens in dieser Legislatur-Periode nicht mehr zu erwarten – dies trotz hoher Sensibilität für das Thema in den Ministerien und beim Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel. Eltern von Kindern mit Diabetes werden sich weiterhin mit verwirrenden Gesetzen und Antragswegen sowie juristischem Hickhack beschäftigen müssen, wenn sie den Bedarf einer steten Begleitperson für das betroffene Kind in Kita oder Schule haben. Eine qualitätsgesicherte und kompetente Beratung durch die organisierte Selbsthilfe- und Patientenvertretung ist damit weiterhin erforderlich und ausbaubedürftig.


Erschienen in: Diabetes-Anker, 2024; 72 (11) Seite 77

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  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 4 Wochen

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße