Für die Interessen von Menschen mit Diabetes: Alltag Diabetes – der DDB an Ihrer Seite

3 Minuten

Für die Interessen von Menschen mit Diabetes: Alltag Diabetes – der DDB an Ihrer Seite
Foto: kebox – stock.adobe.stock
Für die Interessen von Menschen mit Diabetes: Alltag Diabetes – der DDB an Ihrer Seite

Der DDB setzt sich für die Interessen von Menschen mit Diabetes ein. Dabei haben wir viele Aspekte des Lebens im Blick. Wir laden zu offenen Online-Treffen ein, um uns auszutauschen und unsere Anliegen zu konkretisieren und zu platzieren.

Der Diabetes fordert Aufmerksamkeit, kostet Zeit, raubt einem zuweilen die Kraft – mit einem Diabetes zu leben, ist eine Herausforderung, jeden Tag aufs Neue. Bekommt ein Kind die Diagnose Typ-1-Diabetes, bringt das oft Aufruhr in die ganze Familie. Die Versorgung muss etabliert und der Alltag neu organisiert werden. Allerlei bürokratische Hürden sind zu nehmen, Fragen bezüglich der Betreuung und des Schulbesuchs sind zu klären. Ganz abgesehen von der ständigen Aufmerksamkeit auf Ernährung, Bewegung, Freizeit-Gestaltung: Was ist möglich, was tut uns gut?

Viele Jugendliche und ihre Eltern erleben die Pubertät als besonders aufreibende Zeit, eine Gratwanderung zwischen dem Streben nach Unabhängigkeit und der Sorge um die Gesundheit. Schon bald stellen sich dann Fragen hinsichtlich der Berufswahl. Junge Menschen müssen sich dabei immer wieder mit möglichen Einschränkungen auseinandersetzen und jede und jeder muss ihren oder seinen eigenen Umgang finden. Auch im Arbeitsleben gilt es, den Körper optimal zu versorgen und dabei so wenig wie möglich die eigene soziale Teilhabe einzuschränken. Kinderwunsch und Familienplanung bringen für viele Menschen mit Diabetes darüber hinaus noch einmal Unruhe ins Leben.

Treffpunkt Diabetes Nr. 1/2025: Herausforderungen und Bewältigungsstrategien

Zu unserem ersten Online-Treffen in diesem Jahr laden wie Sie und Euch am Mittwoch, dem 26. Februar, ein. Zu Gast ist der Psychodiabetologe Prof. Dr. Bernhard Kulzer vom Forschungsinstitut der Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM GmbH). Gemeinsam mit Bernhard Kulzer sprechen wir über Hürden im Alltag mit Diabetes, die Herausforderungen des täglichen Managements, den Umgang mit Folgeerkrankungen und – natürlich! – über Bewältigungsstrategien. Fragen an Bernhard Kulzer können ab jetzt an die Mailadresse kontakt@diabetikerbund.de geschickt werden. Wir werden sie im Treffpunkt berücksichtigen.

Häufig erst später im Leben erhalten Menschen die Diagnose Typ-2-Diabetes. Sie lernen ihren Körper neu kennen und müssen in vieler Hinsicht ihren Lebensstil anpassen. Ernährung, Bewegung, Versorgung sind Dauerthemen. Die Suche nach passender medizinischer Betreuung und Beratung kann zeitaufwendig und nervenaufreibend ausfallen. Ob Typ 1 oder Typ 2: Im Alltag sind Menschen mit Diabetes ihre eigenen Gesundheits- und Versorgungsmanager. Nicht wenige haben das Gefühl, das Management der eigenen Versorgung ist – zumindest phasenweise – fast ein Vollzeit-Job. Bei Lebensentscheidungen wie Umzügen, Wechsel der Arbeitsstelle oder auch Reiseplanungen ist der Diabetes immer mit zu bedenken. Man richtet das Leben ein, um Begleiterkrankungen möglichst vorzubeugen – und muss mit ihren Auswirkungen umgehen, wenn sie dennoch auftreten. Und immer wieder kann sich alles ändern. Im Alter warten neue Herausforderungen wie häufigere Aufenthalte im Krankenhaus oder die Suche nach passender pflegerischer Betreuung.

Der DDB, als Deutschlands älteste bundesweite Vereinigung von Menschen mit Diabetes, hat alle diese Aspekte des Lebens im Blick. Wir setzen uns auf verschiedenen Ebenen für das Wohl der Betroffenen ein. Die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes zu wahren und zu steigern, ist unser Kernanliegen. Deshalb sind wir in vielen Bereichen aktiv: Damit Typ-1-Diabetes möglichst früh erkannt werden kann und die Betroffenen gut versorgt werden können, unterstützen wir Studien am Forschungszentrum Helmholtz Munich und arbeiten eng mit der Globalen Plattform für die Vorbeugung des Autoimmun-Diabetes (Global Platform for the Prevention of autoimmune Diabetes, GPPAD) zusammen. An der Charité in Berlin unterstützen wir eine Studie zu gesundheitsfördernden Ernährungs-Strategien für Menschen mit Diabetes.

Der DDB-Online–Treffpunkt: Raum für Ihre und Eure Anliegen

Zu unseren regelmäßigen bundesweiten Online-Treffen laden wir Expertinnen und Experten aus Medizin, Versorgung oder Politik ein und diskutieren die Bedarfe der Betroffenen. Die Treffen sind in erster Linie Ihr und Euer Raum – hier gibt es Austausch mit Gleichgesinnten und die Möglichkeit, eigene Anliegen zu platzieren. So können wir an wichtigen Stellen in Versorgung oder Politik für Ihre und Eure Interessen eintreten!

Wir informieren Familien in allen Bundesländern über ihre Rechte der Teilhabe und die Möglichkeiten, diese Rechte durchzusetzen. Unsere Landes- und Regionalverbände sind dafür Ansprechpartner vor Ort. Als Begleiter und Ansprechpartner für Menschen mit Diabetes in allen Lebenslagen bilden wir mit unserer Stiftung „Mittelpunkt Mensch“ die Diabeteslotsen und Diabetes-Teilhabeassistenten aus. Die Freiwilligen werden geschult in Fragen der Versorgung und Teilhabe und bringen als Betroffene ihre eigenen wichtigen Erfahrungen und Kompetenzen in Sachen Versorgung, Sorgen und Lösungen mit. In der Hauptstadt Berlin ist unser Vorstand aktiv in der politischen Szene unterwegs, um die Interessen und Bedarfe von Menschen mit Diabetes immer wieder auf den Tisch zu bringen.

So starten wir mit Ihnen und Euch auch in dieses neue Jahr. Neben Früherkennung/Vorbeugung und Ernährung wollen wir unter anderem verstärkt den Blick auf die Bewältigung der Krankheit in jeder Lebensphase richten. Wir freuen uns auf ein gemeinsames starkes Jahr mit Ihnen und Euch und für alle Menschen mit Diabetes!


von Dr. Ulrike Schneeweiß

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (1/2) Seite 60

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Kochen Backen Diakids: Ein Kochbuch vom Typ F, das Unterstützung verdient
Kochen für Kinder mit Typ-1-Diabetes muss alltagstauglich sein. Genau diesem Anspruch wurde Sandra Harsch mit ihrem Buch „Kochen Backen Diakids“ gerecht. Damit das Buch künftig noch mehr Familien erreichen kann, läuft derzeit ein Crowdfunding für eine zweite Auflage.
Kochen Backen Diakids

3 Minuten

Neuer Vorsitzender: Wechsel an der Spitze der DiabetesHilfe Nord e.V.
Nach mehreren Jahren an der Spitze übergibt Michael Wirtz sein Amt: Neuer Vorsitzender der DiabetesHilfe Nord e.V. wird Reiner Sommer. Wirtz blickt auf gemeinsame Projekte zurück und erklärt, warum er dem Verein trotz Rückzugs weiterhin verbunden bleiben möchte.
Neuer Vorsitzender: Wechsel an der Spitze der DiabetesHilfe Nord e.V. | Fotos: privat

< 1 minute

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 2 Wochen

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%