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„Ein guter Typ-Fler ist aufmerksam, aber nicht überfürsorglich…“
3 Minuten

Fast 18 Jahre lang lebe ich nun schon mit meinem Diabetes zusammen. Jeden Tag will er meine Aufmerksamkeit und die muss ich ihm geben. Ungefähr die Hälfte dieser Zeit bin ich nun auch schon mit meinem Freund in einer Beziehung. Als wir damals zusammenkamen, hatte ich also schon meinen Diabetes und war mitten in der Pubertät. Zu der Zeit habe ich mich ehrlich gesagt nicht sonderlich gut um meinen Diabetes gekümmert. Allerdings hat mein Freund nicht sehr viel davon mitbekommen, zumindest glaube ich das, denn damals ging ich noch nicht ganz so offen mit der Krankheit um. Wie viel er aber wirklich mitbekommen hat, was ihn manchmal am Diabetes stört, was er sich für die Zukunft wünscht und noch ein paar Dinge mehr hat er mir in einem Interview verraten. Das möchte ich sehr gern mit euch teilen, denn manchmal kann es sehr interessant sein zu erfahren, was im Kopf eines Typ-Flers so vor sich geht.
Stell dich gerne kurz vor:
D: Ich bin Dennis, 24 Jahre alt, und wohne in Hamburg.
Wie lange kennen wir zwei uns schon?
D: Wir kennen uns seit Anfang 2009, also schon über 9 Jahre.
Wie und wann hast du damals von meinem Diabetes erfahren?
D: Ich kann mich gar nicht mehr so genau daran erinnern, wie und wann ich davon erfahren habe, aber ich denke, dass du mir davon erzählt hast, als wir uns kennengelernt haben.
Was hast du damals gedacht, als du von meinem Diabetes erfahren hast?
D: Ich hatte keine richtige Vorstellung davon, welche Auswirkungen der Diabetes auf den Alltag hat. Sicherlich hatte ich Respekt davor, aber keine Angst.
Was wusstest du schon vorher über die Krankheit?
D: Ich wusste vorher schon, dass es diese Krankheit gibt, hatte aber höchstens oberflächliches (Halb-)Wissen.
Hat der Diabetes damals eine große Rolle gespielt oder war er eher kein Thema?
D: Der Diabetes spielt damals wie heute eine nicht unerhebliche Rolle, denn trotz allen medizinischen und technischen Fortschritts sollte man ihn nicht vernachlässigen.
Wie ist es heute? Beeinflusst der Diabetes die Beziehung sehr und wie beeinflusst er sie?
D: Ich kann nicht sagen, dass der Diabetes unsere Beziehung merklich beeinflusst, jedenfalls habe ich bisher keine Situation erlebt, in der ich ihn als belastend für unsere Beziehung empfunden hätte.
Glaubst du, es wäre ohne den Diabetes anders? Und wenn ja, was wäre anders?
D: Es wäre sicherlich anders, aber ich denke, der Unterschied wäre nicht allzu groß. Für mich jedenfalls würde sich nicht viel ändern, glaube ich.
Gab es schon mal brenzlige Situationen, in denen du es leicht mit der Angst bekommen hast?
D: Ich kann mich an keine Situation erinnern, die wirklich brenzlig war.
Gibt es überhaupt etwas in Bezug auf den Diabetes, das dir etwas „Angst“ macht, wenn du z.B. an die Zukunft denkst?
D: Beim Thema Familienplanung denkt man natürlich schon daran, dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass die Krankheit vererbt wird. Dabei von Angst zu sprechen, wäre aber übertrieben.
Gibt es Momente, in denen der Diabetes einfach nur nervt?
D: Manchmal bei Unterzuckerungen, weil es dann Diskussionen oder sogar Streit gibt, der unter „normalen“ Umständen aber vielleicht vermeidbar gewesen wäre.
Wie ist so das Zusammenleben mit einer Diabetikerin?
D: In vielerlei Hinsicht bemerkt man den Diabetes nicht, aber es ist eben doch nicht so, als würde man mit einer gesunden Person zusammenleben. Letztendlich ist der Diabetes eben doch ein ständiger Begleiter.
Gibt es etwas, das du dir für die Zukunft wünschst?
D: Es wäre natürlich toll, wenn die Medizin und die Technik weiter Fortschritte machen würden, sodass das Leben mit Diabetes noch einfacher wird.
Was, glaubst du, macht einen guten Typ-Fler aus?
D: Ein guter Typ-Fler ist aufmerksam, aber nicht überfürsorglich oder bemutternd, und hat Verständnis für die Besonderheiten und Beschwerlichkeiten, die diese Krankheit mit sich bringt.

Sprecht mit euren PTyp-Flern
Ich bin froh einen so aufmerksamen Freund zu haben. Einen, der sich schon so seine Sorgen macht, mich aber nicht nervt oder bemuttert. Durch dieses Interview konnte sogar ich zu neuen Erkenntnissen kommen. Anfangs dachte ich, dass er von vielem, was den Diabetes betrifft, genervt ist. Zum Beispiel davon, dass ich vor dem Essen noch mal eben den Blutzucker checken und meine Pumpe für den Bolus programmieren muss, oder davon, dass meine Pumpe mitten in der Nacht wegen irgendwelcher CGM-Warnmeldungen piept usw. Anscheinend stört es mich selber aber mehr, als dass es ihn stört.
Was ich auf jeden Fall jedem als Tipp mitgeben kann, ist Folgendes: Sprecht mit euren Partnern, erklärt ihnen alles, wozu sie Fragen haben, bezieht sie ein und helft ihnen, eure manchmal seltsamen Eigenarten, die man bei Unter- oder Überzuckerung nun mal bekommt, zu verstehen und zu deuten. So können sie euch viel besser helfen, zur Seite stehen und auch verstehen.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 3 Wochen, 2 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 6 Tagen, 8 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 6 Tagen, 7 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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