- Aus der Community
Insulinpumpe: der zweite Versuch (Teil 2)
4 Minuten
Wir spulen vor: 9 Jahre später waren die Pumpenmodelle und Katheter laufend verbessert. Es gab inzwischen sogar eine schlauchlose Pumpe. Immer wieder wurde ich neugierig. Doch hatte ich Angst, dass es wieder so laufen würde wie beim ersten Versuch. Ich hatte Angst, alles erneut durchzumachen. Die Entzündungen, die schlechten Werte, das Gefühl, immer etwas am Körper zu tragen. Ich war froh über meine Freiheit und betonte dies auch immer wieder vor meiner Diabetologin.
Alle drei Monate musste ich mich der Diskussion stellen, warum ich keine Insulinpumpe wollte – konnte sie immer erfolgreich abwehren. Jedoch schlich sich immer wieder die Überlegung ein, wie sich meine Werte wohl verbessern würden, wenn ich eine Pumpe hätte. Würde sie mein Dawn-Phänomen bremsen können? Könnte ich bessere Werte beim Sport durch eine genauere Basalrate haben? Und endlich nicht mehr überall die Pens mit hinschleppen – manchmal wurde ich doch schwach und erlaubte mir den Gedanken an die Pumpe.

Zurück zur Insulinpumpe?!
Ein Wechsel der Diabetespraxis und mein Bruder, der mit seiner Pumpe zufrieden u.a. durch Südostasien gereist war, gaben mir letztendlich den Anstoß, einen neuen Versuch zu wagen. Nach einem langen Telefonat mit meinem Bruder (<3) rief ich eines Morgens spontan in der Praxis an. Es war September, als die Pumpe beantragt wurde. Meine Werte der drei letzten Monate kritzelte ich in einer Nachtschicht schnell in ein Tagebuch. Beim Modell wählte ich die kleinste Pumpe auf dem Markt. Ich wollte diese Pumpe, bevor ich es mir anders überlegte.
Über Weihnachten flog ich mit meiner Familie nach Mexiko – als verfrühtes Weihnachtsgeschenk flatterte dann sogar einen Tag vor Abreise noch die Genehmigung für die Pumpe ins Haus. Ich war unfassbar glücklich.
Ende Januar bekam ich die Einweisung in die neue Pumpe. Es ging alles ganz schnell und ich war furchtbar aufgeregt, wie es dieses Mal wohl laufen würde. Schnell gewöhnte ich mich ein und fand heraus, was dieses Mal bei der Pumpentherapie anders laufen konnte – denn ich war erwachsen und konnte mich in meinem Tempo und meinem Ausmaß mit der Pumpe beschäftigen. Auch jetzt, 2 Jahre später, bereue ich die Entscheidung für die Pumpe nicht. Mein HbA1c ist unter 6,5%, seit ich die Pumpe habe, ich habe weniger Schwierigkeiten mit Unterzuckerungen und ich habe wesentlich bessere Werte – alleine schon während des Sports. Das Dawn-Phänomen kann mich inzwischen mal!
Der neue Versuch
Auch wenn der vollständige Vergleich hinkt, da a) viel Zeit vergangen ist und ich b) nun einen anderen Pumpenhersteller habe, merke ich, dass mir die Pumpe erst jetzt, wie versprochen, eine Erleichterung der Diabetestherapie bringt. Habe ich mich mit 15 noch über die Freiheit mit Pens gefreut, habe ich mit der Pumpe mit 25 eine ganz andere Freiheit. Ich habe keine Pflasterallergie mehr, die Anzahl der fehlerhaften Katheter (trotz Softkatheter) ist bei mir immer noch unter 5. Natürlich verfluche ich die Pumpe auch jetzt noch, wenn es mal ein paar Tage oder Wochen nicht läuft. Auch mit der Pumpe habe ich noch Tage, an denen ich alles gebe und trotzdem nichts funktioniert. Die rausgerissenen Katheter, weil der Schlauch noch am Türgriff hängt. Das Brennen, wenn der Katheter falsch sitzt. Der Ärger über eine Luftblase im Schlauch. Das nervige Piepen in der U-Bahn, wenn ich vergessen habe, eine neue Insulinampulle mitzunehmen.
Aber gemeinsam mit meiner Pumpe war ich 4 Monate in Südamerika backpacken. Gemeinsam mit meiner Pumpe bin ich einen Halbmarathon gelaufen. Gemeinsam mit meiner Pumpe versuche ich, die kleinen und großen Hürden des (Diabetes-)Alltags zu meistern.

Damals vs. heute
Außerdem habe ich mit der Pumpe gelernt, offen mit meinem Diabetes umzugehen. Sie hilft mir, Aufmerksamkeit auf die Krankheit zu lenken und Aufklärung für den Diabetes zu leisten. Als Teenager wollte ich die Pumpe nur verstecken. Ich bin aus der Schwimm-AG ausgetreten, weil mich Schulkameraden auf den Katheter angesprochen haben und es mir unangenehm war. Keine Tasche versteckte mir die Pumpe genug unter der Kleidung und bei gefühlt jedem Atemzug nervte mich das winzige Gerät.
Heute trage ich meine Pumpe selbstbewusst und erkläre Menschen, die fragen, alles, was sie wissen möchten. Ob in der Hosentasche, im BH oder irgendwo, wo sie gerade hinpasst – ich finde schon einen Platz, an dem sie nicht stört. Sie ist ein Teil von mir, wie auch der Diabetes, und ist da, um mir damit zu helfen – nicht, um das Leben schwerer zu machen. Und für alles Geld der Welt möchte ich meine Pumpe derzeit nicht wieder hergeben.
Ich habe ein paar Jahre gebraucht, um zu verstehen, dass nicht das Konstrukt Pumpentherapie fehlerhaft war, sondern einfach, dass ich mit meiner ersten Pumpe zur falschen Zeit am falschen Ort zusammenkam.
Das eigene Wohlbefinden ist am wichtigsten
Was ich damit sagen möchte:
- Nur weil ein Diabetologe sagt, mit Pumpe würde alles besser laufen – das muss nicht stimmen.
- Nur weil der Kopf sagt, man kommt mit der Pumpe nicht klar – das muss nicht stimmen.
- Nur weil es einmal nicht funktioniert hat mit der Pumpe, heißt es nicht, dass man niemals damit klarkommt.
Ich finde, jeder entscheidet sich, je nach Erfahrung, Lebensphase und sonstigen Vorlieben für seine ideale Therapie. Das Ganze immer wieder zu hinterfragen und neue Dinge auszuprobieren ist genauso gut, wie eine bestehende und funktionierende Therapie nicht durcheinanderbringen zu wollen. Für mich war es einfach wichtig, Entscheidungen zur Änderung meiner Therapie eigenmächtig zu treffen und in meinem Tempo zu verarbeiten.
Und jetzt wieder 9 Jahre zurück: So lief Saras erster Versuch mit der Insulinpumpe.
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Monat
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Monat
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße