Ein Interview mit Artur Gratilow

2 Minuten

Community-Beitrag
Ein Interview mit Artur Gratilow

Steckbrief:

Name: Artur Gratilow

Alter: 79

Therapieform: Insulinpumpe (Accu Check Combo seit 12 Jahren) und Blutzuckermessen

Wohnsituation: im eigenen Zuhause

Diabetes: Typ 1

Diabetesdauer: 48 Jahre

Artur Gratilow im Interview

Wie ist die Geschichte hinter Ihrer Diabetes-Diagnose?

Der Diabetes wurde bei mir mit 31 Jahren festgestellt. Ich befand mich damals gerade in meiner zweiten Lehre und hatte die typischen Symptome. Meine Chefin schickte mich irgendwann zum Arzt, der im selben Haus saß und schnell den Diabetes Typ 1 bei mir feststellte. Ich nahm die Diagnose vorerst nicht ernst, jedoch ging es mir immer schlechter, sodass meine Chefin mich erneut ins Krankenhaus schickte. Dort wurde ich direkt aufgenommen, aber leider nicht wirklich gut geschult. Etwas später lernte ich in einer anderen Klinik das richtige Spritzen und bekam eine Schulung mit u.a. Ernährungstipps. Außerdem hatte ich in meinem Heimatdorf einen Bekannten, der bereits seit dem 10. Lebensjahr Diabetes hatte und mir auch mit einigen Tipps aushelfen konnte.

Am Anfang spritzte ich mit ausgekochten Spritzen 2-mal am Tag Depot-Insulin, das einen sehr starren Mahlzeitenplan vorgab. Blutzuckermessen ging damals nicht. Der Zucker wurde im Urin gemessen. Inzwischen bin ich sehr froh über die Pumpentherapie und die Freiheit, die sie mit sich bringt.

Was war Ihr erster Implus, warum Sie bei der Interview-Aktion teilnehmen wollten?

Ich habe es im Diabetes-Journal gelesen und bin immer sofort dabei, über das Thema Diabetes zu reden und meine Erfahrung zu teilen.

Haben Sie schon Erfahrung mit einem „Diabetes-Fremdmanagement“ gemacht?

Nein, damit habe ich noch keine Erfahrung gemacht. Wenn es irgendwann einmal so weit kommen sollte, dass ich mich selbst nicht mehr um den Diabetes kümmern kann, ist es mir wichtig, vorher aufzuklären, was zu tun ist. Meine Tochter weiß zum Beispiel bereits Bescheid. Solange wie möglich möchte ich keine Eigenverantwortung abgeben und meine Pumpe behalten.

Quelle: Artur Gratilow

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft in Bezug auf das Diabetes-Management?

Ich bin an sich sehr zufrieden. Einem Flash-Glucose-Management (FGM) wie dem FreeStyle Libre oder Continous-Glucose-Management (CGM) wie dem Dexcom würde ich auf jeden Fall vertrauen. Auch ein System wie die MiniMed 670G macht natürlich vieles einfacher, aber derzeit funktioniert es auch so sehr gut.


Lest auch das Interview von Heike: Adolf Weidner und ein pankreopriver Diabetes Typ 3

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 3 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße