Muss aus einer Insulinresistenz ein Typ-2-Diabetes werden?

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Muss aus einer Insulinresistenz ein Typ-2-Diabetes werden?

„Das ist doch gar keine richtige Krankheit“ – auf diese Haltung stoße ich immer wieder in Gesprächen mit anderen Betroffenen von Insulinresistenz. Die Aussage stimmt zwar, ist aber wenig hilfreich, wenn man unter einer Stoffwechselstörung leidet.

Wegducken oder handeln?

Wenn man hinter die oben erwähnte Abwehrhaltung blickt, entdeckt man zwei mögliche Motive: Entweder, derjenige will sein Problem gar nicht als solches wahrnehmen – das wäre dann die Vogel-Strauß-Methode. Kopf in den Sand stecken, bis es eben unabwendbar ist.

Oder es verbirgt sich – so meine Vermutung – ein schlechtes Selbstwertgefühl dahinter. Denn wer nicht richtig krank ist, der verdient ja auch keine richtig Behandlung, oder? Vielleicht ist es auch von beidem ein bisschen.

„Das wird kein Diabetes bei mir!“

Als ich mit der Vermutung, insulinresistent zu sein, zum Arzt ging, stand für mich ein fest: Das wird kein Diabetes bei mir! Zu viel hatte ich mir bereits angelesen und im Austausch mit anderen Betroffenen erfahren. Zu hoch war auch der Preis, den ich würde zahlen müssen, wenn ich keine Änderungen vornehmen würde. Und die waren dringend notwendig.

Quelle: Pexels

Die wichtigste Veränderung, die ich vornahm: Stress- und Schlafmanagement. Beide sind ungemein wichtig für mich und haben einen unmittelbaren Einfluss auf mein Wohlbefinden. Und beide sind auch nach wie vor meine wunden Punkte im Management meines Stoffwechsels.

Echte Veränderung braucht Zeit und Hingabe

Viele unterschätzen nicht nur die Auswirkungen einer Insulinresistenz, sie unterschätzen auch, was es alles braucht, um sie langfristig zu managen. Weil man viele Methoden lernen muss, um Stresssituationen zu bewältigen. Dass man das Schlafverhalten strukturieren muss. Daneben wirkt eine Ernährungsumstellung wie ein Spaziergang im Park.

Jeder Schritt hat sich gelohnt und lohnt sich immer noch. Ich bin jetzt im vierten Jahr meiner Umstellung und lerne immer noch Neues über mich. Ob oder wie schnell aus einer Insulinresistenz ein Typ-2-Diabetes wird, ist meiner Erfahrung nach beeinflussbar. Ich gehe davon aus, dass ich in diesem Leben nicht mehr mit einem Diabetes zu tun haben werde. Und dafür kann ich mit meiner Haltung etwas tun.

Quellen:
Bakri MAA et al.: Short night sleeping is associated with higher risk of diabetes in older adults. Int J Community Med Public Health 2018; 5: 2164-2169

Zizi F et al.: Sleep duration and the risk of diabetes mellitus: epidemiologic evidence and pathophysiologic insights. Curr Diab Rep 2010; 10: 43-47
Chattu VK et al.: The Interlinked Rising Epidemic of Insufficient Sleep and Diabetes Mellitus. Healthcare (Basel) 2019; 7: 37
Morselli LL et al.: Sleep and insulin resistance in adolescents. Sleep 2012; 35: 1313-1314
Oțelea M: Is Insulin Resistance Work Related? February 1st 2017. DOI: 10.5772/66333


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  • lena-schmidt postete ein Update vor 1 Woche

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße