Das Wir gewinnt

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Community-Beitrag
Das Wir gewinnt

Eine Woche ist das Barcamp jetzt schon her, und ich bin immer noch überwältigt von dem Wochenende. Das Barcamp, das wir Teilnehmer in gewisser Weise selber gestalten durften, war so bunt, dass ich das, was ich für mich mitgenommen habe, gerne mit euch teilen möchte.

Community oder Familie?

Für mich ist die Diabetes-Community wie eine zweite Familie. Der Diabetes begleitet mich jetzt schon seit 5 Jahren, und ich finde es immer wieder wundervoll zu sehen, welche Menschen in dieser Zeit in mein Leben getreten sind. Ja, Diabetes verbindet und deshalb freue ich mich jedes Mal auf die Treffen mit der Community.

Wenn wir zusammen sind, geht es mir gut, fühle ich mich wohl, kann ich so sein, wie ich bin, und fühle ich mich verstanden. Letztes Jahr fand das Barcamp zum ersten Mal statt, und ich kannte niemanden. Klar hat man mit dem ein oder anderen schon mal ein paar Worte auf Instagram gewechselt oder folgt sich gegenseitig, doch ein persönliches Kennenlernen gab es bis dato nicht. Ich bin eine Person, die sehr schnell Anschluss findet, und so war es dann auch. Es entwickelten sich einige Freundschaften, viele neue Kontakte und das ist, was das Barcamp für mich ausmacht.

Jeder ist einzigartig, wunderbar mit seinen Erfahrungen, seinen Geschichten, seinem Charakter. Ich kann euch das gar nicht so genau beschreiben, aber irgendwie fühlte ich mich dort direkt aufgenommen. Aufgenommen in eine Community, die für mich innerhalb eines Jahres zu einer Familie geworden ist. Besonders schön ist es, dass wir uns nicht nur am Leben mit dem Diabetes teilhaben lassen, sondern uns über alles austauschen. Durchaus kommt es vor, dass der Diabetes in den Hintergrund rückt und wir das Leben einfach nur genießen. Denn das können wir Diabetiker auch sehr gut.

Wir sind das Barcamp!

Yes, wir sind es! Wir, die Teilnehmer, die dieses Jahr beim Barcamp 2018 insgesamt 800 Jahre Diabeteserfahrung zusammengetragen haben. WOW! Normalerweise unterhält man sich und fragt: „Hey, wie lange hast du schon Diabetes?“ Die Frage aber mal in den Raum zu stellen und zu schauen, wie viel Erfahrung heute hier sitzt, fand ich sehr berührend und hat mich für einen Moment sprachlos werden lassen. Ihr fragt euch, wieso ich so viel von dem Wir spreche? Lest weiter, dann verrate ich es euch.

Das Barcamp ist kein Vortrag von Diabetikern für Diabetiker, nein. Ganz im Gegenteil. Ich möchte euch einen kleinen Eindruck davon geben.

Das Barcamp wurde von der Blood Sugar Lounge organisiert, aber wir, die Teilnehmer, durften es gestalten. Unsere Anliegen, Sorgen und Wünsche durften wir auf Karten schreiben und sie vorstellen. Diese wurden dann in sogenannten „Sessions“, die zu bestimmten Zeiten stattfanden, diskutiert. Jeder, egal ob er 1 Jahr Diabetes hat oder 20 Jahre, war herzlich dazu eingeladen, das, was ihn beschäftigt, mit der Gemeinschaft zu teilen und darüber zu sprechen. Das war das Gerüst des Barcamps. Es gab Kaffee, Snacks, Mittagessen, gute Laune, eine Fotoecke, viel Platz zum Quatschen, sich zurückzuziehen oder sich intensiv mit den Teilnehmern zu unterhalten. Für mich ein Rundum-Wohlfühl-Paket.

Das Wochenende war kurz, aber dennoch sehr intensiv. Wir hatten viel Spaß, haben unglaublich viel gelacht und gelernt. Voneinander, miteinander, füreinander. Die Familie wächst und es ist toll zu sehen, wie vielseitig sie ist.

Danke, an jeden Einzelnen von euch.

The Day after

Am Tag nach dem Barcamp hatten wir, die Autoren der Blood Sugar Lounge, gemeinsam mit der Redaktion eine Redaktionskonferenz. Für mich wieder etwas ganz Neues. Wir haben uns intensive Fragen gestellt, wo wir gerade stehen und wo es in Zukunft hingehen soll. Welche Ziele wir haben und wie wir diese am besten umsetzen. Spannend! Ich freue mich riesig, als ein Teil auch dort dabeigewesen sein zu dürfen, und bin gespannt, von welchen Neuigkeiten wir euch bald berichten dürfen!


Mehr Eindrücke vom #Diabetesbarcamp findet ihr hier.

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  • tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

  • moira postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen

    Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
    War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

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