Diabetesblogger ohne Blog – Was bleibt da noch übrig?

4 Minuten

Community-Beitrag
Diabetesblogger ohne Blog – Was bleibt da noch übrig?

Was macht eigentlich so ein Diabetes-Blogger, wenn er gerade nicht über Diabetes bloggt? Hat seine Existenz dann überhaupt noch eine Berechtigung? Keine permanente Selbstdarstellung, keine Geschenke, kein Geld, das er ja sonst hinterhergeworfen bekommt. 

Woher bekommt er seine Aufmerksamkeit, wenn er sein Leben nicht mehr unaufhaltsam im Internet präsentiert?

Ja, man hat es schon nicht so leicht als selbsternannter Diabetes-Blogger. Das Leben, wie man es kannte, ist vorbei. Die Seele am Empfangsschalter abgegeben sowie das Leben als private Person. 

Das Leben mit (auf) einem Blog

Nein, Spaß beiseite. Wusstet ihr, dass Diabetes-Blogger ganz normale Menschen sind? So welche mit Familie, Freunden (so ganz real und offline), Hobbys und einem ganz normalen Beruf? Nur ist eines dieser Hobbys eben das Bloggen über Diabetes. Dass man dafür eine gewisse Affinität haben muss, ist klar. Wer gerne schreibt, fotografiert und sich ein bisschen für Technik interessiert, ist beim Bloggen schon gar nicht falsch. Oft möchte man als Blogger aber auch etwas Erfolg haben und seine Leser erreichen.

Quelle: Lisa Schütte

Niemand, wirklich niemand veröffentlicht Texte, wenn es ihm egal ist, ob sie gut ankommen. Selbstverständlich möchten die meisten Blogger gut in dem sein, wofür sie so viel Zeit opfern. Ein Sportler, der viel trainiert, möchte schließlich auch Verbesserung wahrnehmen. Das erfordert eine Lernkurve, Arbeit, Zeit – aber eben auch Spaß. 

Dass man zusätzlich eine selbstdarstellerische Ader braucht, ist auch kein Geheimnis. Ich muss es wollen. Auf welche Art und Weise und wie häufig ich das tue, da ist jeder unterschiedlich. Aber ganz ohne Selbstdarstellung funktioniert so ein Blog eher selten. Was ist an Selbstdarstellung aber so schlimm, frage ich euch? 

Quelle: Lisa Schütte

Wie ihr seht, sind Blogger, Selbstdarsteller und Influencer ganz normale Menschen mit einem Hobby namens „Bloggen“.  Sorry, dass ich jetzt nicht mit Verschwörungstheorien und krassen Enthüllungsstories um die Ecke komme. Nein, unsere Seelen haben wir alle behalten und würden sie auch nach wie vor nicht für Geld verkaufen; denn so eine Seele ist schon verdammt cool!

Behind the Blog

Sportler haben Spaß am Sport, Blogger am Bloggen. Möchte ich in meinem Sport gut sein und vielleicht Preise und Gewinne abstauben, dann muss ich richtig hart ranklotzen und viel trainieren. Beim Bloggen ist das nicht anders. Möchte ich gut sein, Erfolg haben, mich abheben? Dann muss ich mir etwas überlegen, kreativ sein, es anpacken und umsetzen. Ist man gut, spürt man die Aufwendigkeit des Blogs, der Texte, die Liebe und das Herzblut in dem Projekt. Dann kann es schon passieren, dass man auch mit diesem Hobby Erfolg verspürt. Mal mit „Goodies“, Kooperationen oder Einladungen entlohnt wird. Wie eine Medaille bei einem Lauf, für den man lange trainiert hat.

Bloggen unterscheidet sich also im Prinzip nicht viel von einer Sportart, die man betreibt. Ob nun als Hobby, als Profi oder sogar als Beruf. Was ist daran verkehrt, frage ich euch? Nichts – oder? 

Blogpause = Diabetespause?

Verschwindet mein Diabetes, wenn ich gerade nicht über ihn blogge? Dass das natürlich Quatsch ist, wisst ihr selbst. Aber mal ehrlich: So über Diabetes zu bloggen, kann manchmal wirklich anstrengend sein. Der Diabetes begleitet uns unser Leben lang. Da gibt es nicht wirklich eine Pause oder Urlaub von der chronischen Krankheit. Gerade deswegen kann es manchmal etwas viel werden, wenn auch noch das Hobby den Diabetes ununterbrochen zum Thema macht. Den Laptop kann ich zuklappen, mein Handy auslassen. Der Diabetes hat solche coolen Funktionen nicht. Manchmal braucht man deswegen eine Blogpause. Außerdem ist es gar nicht so einfach, zum Beispiel jede Woche ein neues Thema zu finden, über das man genauso begeistert bloggt wie sonst auch. Diabetesthemen können auch mal ausgeschöpft sein. Dann bleiben als Blogger genau zwei Möglichkeiten: Man setzt sich auf seinen Hosenboden, geht tief in sich und denkt viel darüber nach, worüber man gerade bloggen könnte – oder man macht einfach mal Pause.

Quelle: Lisa Schütte

Klappe ich aber wirklich meinen Laptop zu und lasse das Smartphone in der Tasche, bin ich einfach nur Lisa. Tochter, Freundin, Partnerin, Kollegin, Studentin, Musikverrückte und, und, und. Ich bin ein Mensch wie du und ich, mit großer Freude am Bloggen. Durch die Aufwändigkeit dieses Hobbys und die Tatsache, dass es manchmal einfach viel zu viel Diabetes in meinem Leben ist, brauche ich regelmäßig Pausen vom Bloggen.

Und jetzt klappe ich den Laptop zu, gehe an die frische Luft und bin einfach nur Lisa – und davon werdet ihr mit Sicherheit nichts im Internet sehen.


Stephanies ultimativer Tipp, um mal runterzukommen: Entspannung pur – wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung wirken

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Caroline Spindler im Interview: Aufklären gegen Vorurteile über Typ-2-Diabetes

Caroline ist eine von wenigen Menschen, die auf Social Media offen über ihren Typ-2-Diabetes sprechen. Sie möchte als Diabetes-Awareness-Speakerin aufklären, mit Vorurteilen aufräumen und anderen Betroffenen Mut machen.
Caroline Spindler im Interview: Aufklären gegen Vorurteile über Typ-2-Diabetes | Foto: Jennifer Sanchez / MedTriX

14 Minuten

Diabetes-Anker-Podcast: „Weil du es kannst“ – im Gespräch mit Shirin Valentine über ihr neues Buch

In dieser Podcast-Episode spricht Steffi mit der Musikproduzentin, Moderatorin und Autorin Shirin Valentine über das Leben mit Diabetes. Shirin berichtet von ihrer Diagnose, ihrem Buch-Ratgeber für Neudiagnostizierte und der Rolle von Austausch und Online‑Communitys für einen selbstbestimmten Umgang mit der Erkrankung.
Diabetes-Anker-Podcast: „Weil du es kannst“ – im Gespräch mit Shirin Valentine über ihr neues Buch | Foto: Mike Fuchs / MedTriX

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • moira postete ein Update vor 2 Tagen, 6 Stunden

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • ole-t1 antwortete vor 1 Woche

      Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

Verbände