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E-Bikes bieten gelenkschonendes, effektives Ausdauer- und Muskel-Training
3 Minuten
Noch immer werden Elektrofahrräder wegen ihres batteriegetriebenen Motors von manchen belächelt. Eine Studie hat jedoch gezeigt: Auch E-Bikes ermöglichen ein gutes Ausdauer- und Muskel-Training. Somit hat ihre Nutzung positive Effekte auf die Gesundheit und ist empfehlenswert für Menschen mit Typ-2-Diabetes und/oder Übergewicht. Denn die elektrische Unterstützung beugt zwar körperlicher Überforderung vor, die Belastung bleibt aber trotzdem ausreichend anspruchsvoll, um den Stoffwechsel zu verbessern und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu senken. Zudem sind sie gerade für Einsteiger oder bisherige Sportmuffel ein ideale Unterstützung für ein Mehr an Bewegung. Darauf macht die Gesundheitsorganisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe aufmerksam.
Im Rahmen einer knapp dreijährigen Studie an der Klinik für Rehabilitations- und Sportmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erhoben und analysierten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zwischen 2017 und 2020 die Daten von rund 1.900 Menschen aus ganz Deutschland. 1.250 der Teilnehmenden nutzen im Beobachtungszeitraum regelmäßig E-Bikes (auch Pedelecs genannt) und 629 griffen auf herkömmliche, motorlosen Fahrräder zurück. Die Forschenden haben anschließend die Mitglieder der beiden Gruppen zu ihren Erfahrungen befragt sowie die Daten zu den knapp 60.000 absolvierten Fahrten inklusive gemessener Herzfrequenzen und Geschwindigkeiten ausgewertet.
E-Bike-Fahren ist sportliches Training und bringt mehr Bewegung in den Alltag
„Dabei zeigte sich, dass Muskeln und Herz-Kreislaufsystem bei E-Bike-Fahrten fast genauso trainiert werden wie beim Radfahren ohne Motorunterstützung“, wird diabetesDE-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Kröger in einer Pressemitteilung der Gesundheitsorganisation zitiert. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die E-Bike-Nutzenden entschieden sich im Vergleich zu den motorlos Radelnden öfter fürs Rad als fürs Auto. „Bemerkenswert ist, dass mehr als 35 Prozent der Teilnehmenden mit E-Bike Vorerkrankungen wie zum Beispiel einen Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Gelenkverschleiß hatten. Außerdem war die Gruppe im Durchschnitt älter als die herkömmlich Radfahrenden und hatten einen höheren Body-Mass-Index“, betont der Diabetologe Dr. Kröger. Somit können E-Bikes gerade jenen die Möglichkeit für ein gutes Ausdauer- und Muskel-Training bieten, die bislang davor gezögert hatten.
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Die motorunterstützten Fahrräder fördern also die Bereitschaft, sich im Alltag mehr zu bewegen, ist auch Dr. Kröger überzeugt: „Gerade untrainierte Menschen in höherem Alter oder jene mit Diabetes Typ 2 und Übergewicht können dadurch ihre Aktivität steigern, ohne Angst vor Überforderung haben zu müssen.“ Die Belastung sei individuell anpassbar, zum Beispiel auf ebenen Strecken ohne Motor, bei Steigungen oder Gegenwind sei eine mehrstufige elektrische Unterstützung wählbar. Die höhere Motivation zeigte sich auch in der Studie: Die E-Bike-Gruppe radelte 135 Minuten pro Woche unter größtenteils gesundheitlich effektiver Belastung. „Das macht schon mehr als den Hauptteil der WHO-Bewegungsempfehlung von 150 Minuten moderater Aktivität wöchentlich aus“, so Dr. Kröger.
Für untrainierte Menschen gilt: erst zum Gesundheitscheck, dann aufs Rad
Der Vorwurf von Kritikern, dass E-Bike-Fahrende sich viel weniger anstrengen als motorlos Radelnde, ist falsch: Ein E-Bike hat zwar einen batteriebetriebenen Motor. Anders als ein Motorroller ist es jedoch nach wie vor ein Fahrrad, bei dem man kontinuierlich in die Pedale treten muss. „Deshalb raten wir untrainierten Menschen, sich vor der ersten Fahrt von ihrem behandelnden Arzt untersuchen zu lassen“, so der Diabetologe. Außerdem ist das Tragen eines Fahrradhelms empfehlenswert, der bei Stürzen vor Kopfverletzungen schützt. Denn E-Bikes unterstützen eine Beschleunigung auf bis zu 25 km/h, bevor der Motor automatisch gedrosselt wird. „Wer ein E-Bike erst mal ausprobieren möchte, findet dafür im Sommerurlaub vielleicht Gelegenheit“, erklärt Dr. Kröger. „In vielen Ferienorten gibt es Leihstationen und Schnupperkurse.“
Beim Sports, Medicine and Health Summit wurde im Jahr 2021 mit der Hamburg Declaration (Originalpublikation auf Englisch) ein starkes politisches Zeichen für mehr Bewegung und Sport in der Bevölkerung gesetzt. Organisationen wie diabetesDE, Fachgesellschaften und Sportverbände haben sich in einer globalen Allianz zusammengeschlossen und zu konkreten Maßnahmen zur Förderung körperlicher Aktivität verpflichtet. Die „Hamburg Declaration“ fordert zudem die nationale und internationale Politik dazu auf, sich dieser globalen Allianz anzuschließen und sich zu konkreten strukturellen Maßnahmen zu bekennen.
von Redaktion Diabetes-Anker
mit Materialien von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
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stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen, 4 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
