Diabetes und Sport: Jede Bewegung zählt

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Diabetes und Sport: Jede Bewegung zählt | Foto: DDG-AG „Diabetes, Sport und Bewegung“
Foto: DDG-AG „Diabetes, Sport und Bewegung“
Diabetes und Sport: Jede Bewegung zählt

Schon kleine Bewegungs-Einheiten im Alltag können den Blutzucker senken – und moderne Studien zeigen: Nicht nur Joggen zählt, sondern jede Form der Bewegung. Sport und Bewegung senken die Blutzuckerwerte und verbessern die allgemeine Fitness und die Herz- und Gefäß-Gesundheit. Diese Effekte haben sich in neueren Untersuchungen bestätigt.

Nachdem früher vor allem Ausdauertraining empfohlen wurde, zeigt sich zunehmend, dass die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining optimal wirkt, aber auch Krafttraining allein gute Effekte erzielt. Auch andere Bewegungsarten, wie hochintensives Intervalltraining und Body-and-Mind-Sportarten wie Yoga oder Tai-Chi helfen, die Blutzuckerwerte positiv zu beeinflussen.

Auch kleine Bewegungs-Einheiten helfen

Neu ist, dass nicht nur Sport relevant ist, sondern dass auch eine Reduktion der Sitz-Zeit und über den Tag verteilte Bewegung hilfreich sind. Dies können zum Beispiel kleine Bewegungs-Einheiten, bezeichnet als „Bewegungs-Snacks“, sein.

Optimal ist es, das Training in den Tages- und Wochenablauf einzubauen und die Alltagsbewegung täglich hochzuhalten. Ebenso gut ist auch, längere Sitz-Zeiten durch kurze Pausen mit Bewegung zu unterbrechen und mehrmals die Woche Ausdauer- und Krafttraining durchzuführen. Eine gute Nachricht für Vielbeschäftigte ist, dass auch reine Wochenend-Sportler von einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit und einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes profitieren, auch wenn sie nur ein- bis zweimal pro Woche Sport treiben.

Bewegungs-Snacks oder „Exercise Snacks“

Bewegungs-Snacks sind kurze Einheiten körperlicher Aktivität wie Treppensteigen oder kurze Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, die über den Tag verteilt werden, um so lange Sitz-Zeiten zu unterbrechen.

Die optimale Trainingszeit

Verschiedene Untersuchungen zur optimalen Trainingszeit zeigen, dass sowohl Training am Morgen als auch am Nachmittag und Abend gute Effekte auf die Blutzuckerwerte hat. Training am Nachmittag oder frühen Abend scheint jedoch etwas weniger Glukose-Schwankungen zu provozieren und das Risiko für Typ-2-Diabetes stärker zu reduzieren.
Optimal ist immer dann, wenn man Zeit und Lust auf Training hat. Wer aber die Wahl hat, trainiert vermutlich am besten am Nachmittag oder frühen Abend.

Technologie als Unterstützung im Alltag

Es gibt bereits zunehmend digitale Angebote, um Bewegung zu fördern. Man kann sich sogar mit künstlicher Intelligenz individuelle Trainingspläne erstellen lassen. In verschiedenen Studien konnte nun gezeigt werden, dass auch Apps dabei helfen, Bewegung und gesunde Ernährung zu fördern. So unterstützen sie dabei, die Gesundheit zu verbessern und die Blutzuckerwerte in den Normbereich zu bringen und/oder sie dort zu halten. Vermutlich wird in Zukunft die Kombination aus persönlichen und digitalen Angeboten möglichst viele Menschen dabei unterstützen, gesünder zu leben.

Die Empfehlungen zum Management von Systemen zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-Systeme) bei Bewegung und Sport wurden als gemeinsame Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) veröffentlicht. Sie geben Behandelnden sowie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen praktische Hinweise zur Nutzung verschiedener AID-Systeme beim Sport. Die zentrale Botschaft bleibt dabei unverändert: Jede zusätzliche Bewegung ist ein Gewinn für Gesundheit und Wohlbefinden.

Gemeinsam in Bewegung beim Diabeteslauf

Beim Diabetes Kongress 2026 der DDG wurde Bewegung direkt erlebbar: Beim 5-km-Diabeteslauf gingen Teilnehmende laufend oder walkend an den Start. Nicht die Bestzeit stand im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Zeichen: Jeder Schritt zählt. Die AG Diabetes, Sport und Bewegung der DDG gestaltete das Warm-up vor dem Lauf. So kamen Menschen aus Wissenschaft, Versorgung, Beratung und Selbsthilfe gemeinsam ins Tun und machten sichtbar, was moderne Diabetestherapie braucht: Bewegung, die verbindet.

Kleine Pausen mit Bewegung – große Wirkung

Auch zwischen den Vorträgen des Kongresses brachte in diesem Jahr die AG Diabetes, Sport und Bewegung der DDG die Teilnehmenden in Bewegung mit zehnminütigen Aktivpausen. Im Mittelpunkt standen alltagstaugliche Impulse: Aufstehen, Mobilisieren, Kräftigen, Durchatmen. Diese kleinen „Exercise Snacks“ können helfen, langes Sitzen zu unterbrechen und den Körper zwischendurch zu aktivieren. Die bewegten Pausen zeigten: Schon wenige Minuten Bewegung können einen Unterschied machen – besonders, wenn sie regelmäßig in den Alltag eingebaut werden.

Hilfreiche Websites zu Diabetes und Bewegung


von Dr. med. Ulrike Becker

Dr. med. Ulrike Becker ist eine erfahrene Fachärztin für Innere Medizin und Diabetologie in Bonn. Mit einem besonderen Fokus auf die Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen engagiert sie sich für eine umfassende und patientenzentrierte Versorgung.

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (7) Seite 40-41

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  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Woche, 2 Tagen

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/