- Bewegung
Diabetes und Sport: Jede Bewegung zählt
3 Minuten

Schon kleine Bewegungs-Einheiten im Alltag können den Blutzucker senken – und moderne Studien zeigen: Nicht nur Joggen zählt, sondern jede Form der Bewegung. Sport und Bewegung senken die Blutzuckerwerte und verbessern die allgemeine Fitness und die Herz- und Gefäß-Gesundheit. Diese Effekte haben sich in neueren Untersuchungen bestätigt.
Nachdem früher vor allem Ausdauertraining empfohlen wurde, zeigt sich zunehmend, dass die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining optimal wirkt, aber auch Krafttraining allein gute Effekte erzielt. Auch andere Bewegungsarten, wie hochintensives Intervalltraining und Body-and-Mind-Sportarten wie Yoga oder Tai-Chi helfen, die Blutzuckerwerte positiv zu beeinflussen.
Auch kleine Bewegungs-Einheiten helfen
Neu ist, dass nicht nur Sport relevant ist, sondern dass auch eine Reduktion der Sitz-Zeit und über den Tag verteilte Bewegung hilfreich sind. Dies können zum Beispiel kleine Bewegungs-Einheiten, bezeichnet als „Bewegungs-Snacks“, sein.
Optimal ist es, das Training in den Tages- und Wochenablauf einzubauen und die Alltagsbewegung täglich hochzuhalten. Ebenso gut ist auch, längere Sitz-Zeiten durch kurze Pausen mit Bewegung zu unterbrechen und mehrmals die Woche Ausdauer- und Krafttraining durchzuführen. Eine gute Nachricht für Vielbeschäftigte ist, dass auch reine Wochenend-Sportler von einer besseren Herz-Kreislauf-Gesundheit und einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes profitieren, auch wenn sie nur ein- bis zweimal pro Woche Sport treiben.
Bewegungs-Snacks oder „Exercise Snacks“
Bewegungs-Snacks sind kurze Einheiten körperlicher Aktivität wie Treppensteigen oder kurze Übungen mit dem eigenen Körpergewicht, die über den Tag verteilt werden, um so lange Sitz-Zeiten zu unterbrechen.
Die optimale Trainingszeit
Verschiedene Untersuchungen zur optimalen Trainingszeit zeigen, dass sowohl Training am Morgen als auch am Nachmittag und Abend gute Effekte auf die Blutzuckerwerte hat. Training am Nachmittag oder frühen Abend scheint jedoch etwas weniger Glukose-Schwankungen zu provozieren und das Risiko für Typ-2-Diabetes stärker zu reduzieren.
Optimal ist immer dann, wenn man Zeit und Lust auf Training hat. Wer aber die Wahl hat, trainiert vermutlich am besten am Nachmittag oder frühen Abend.
Technologie als Unterstützung im Alltag
Es gibt bereits zunehmend digitale Angebote, um Bewegung zu fördern. Man kann sich sogar mit künstlicher Intelligenz individuelle Trainingspläne erstellen lassen. In verschiedenen Studien konnte nun gezeigt werden, dass auch Apps dabei helfen, Bewegung und gesunde Ernährung zu fördern. So unterstützen sie dabei, die Gesundheit zu verbessern und die Blutzuckerwerte in den Normbereich zu bringen und/oder sie dort zu halten. Vermutlich wird in Zukunft die Kombination aus persönlichen und digitalen Angeboten möglichst viele Menschen dabei unterstützen, gesünder zu leben.
Die Empfehlungen zum Management von Systemen zur automatisierten Insulin-Dosierung (AID-Systeme) bei Bewegung und Sport wurden als gemeinsame Leitlinie der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) veröffentlicht. Sie geben Behandelnden sowie Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen praktische Hinweise zur Nutzung verschiedener AID-Systeme beim Sport. Die zentrale Botschaft bleibt dabei unverändert: Jede zusätzliche Bewegung ist ein Gewinn für Gesundheit und Wohlbefinden.
Gemeinsam in Bewegung beim Diabeteslauf
Beim Diabetes Kongress 2026 der DDG wurde Bewegung direkt erlebbar: Beim 5-km-Diabeteslauf gingen Teilnehmende laufend oder walkend an den Start. Nicht die Bestzeit stand im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Zeichen: Jeder Schritt zählt. Die AG Diabetes, Sport und Bewegung der DDG gestaltete das Warm-up vor dem Lauf. So kamen Menschen aus Wissenschaft, Versorgung, Beratung und Selbsthilfe gemeinsam ins Tun und machten sichtbar, was moderne Diabetestherapie braucht: Bewegung, die verbindet.
Kleine Pausen mit Bewegung – große Wirkung
Auch zwischen den Vorträgen des Kongresses brachte in diesem Jahr die AG Diabetes, Sport und Bewegung der DDG die Teilnehmenden in Bewegung mit zehnminütigen Aktivpausen. Im Mittelpunkt standen alltagstaugliche Impulse: Aufstehen, Mobilisieren, Kräftigen, Durchatmen. Diese kleinen „Exercise Snacks“ können helfen, langes Sitzen zu unterbrechen und den Körper zwischendurch zu aktivieren. Die bewegten Pausen zeigten: Schon wenige Minuten Bewegung können einen Unterschied machen – besonders, wenn sie regelmäßig in den Alltag eingebaut werden.

Hilfreiche Websites zu Diabetes und Bewegung
- In der diabinfo-Mediathek sind verschiedene Videos mit kurzen Bewegungs-Übungen hinterlegt.
- Auf der Website „Gesund und aktiv älter werden“ findet man verschiedene Bewegungs-Angebote, die nicht nur für ältere Menschen hilfreich sind.
- Sportangebote in seiner Nähe finden kann man auf der Website bewegungslandkarte.de des DOSB.
- Die AG Diabetes, Sport und Bewegung der DDG bietet verschiedene Bewegungsangebote an.
- Informationen, Ansprechpartner und interessante Veranstaltungen zu Sport-Themen von und für Menschen mit Diabetes finden sich auf der Website der IDAA Deutschland.
- Bei Springer Nature Link kann die gemeinsame Leitlinie der DDG und ÖDG zu AID-Systemen und Sport abgerufen werden.
Dr. med. Ulrike Becker ist eine erfahrene Fachärztin für Innere Medizin und Diabetologie in Bonn. Mit einem besonderen Fokus auf die Betreuung von Patienten mit Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Stoffwechselstörungen engagiert sie sich für eine umfassende und patientenzentrierte Versorgung.
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (7) Seite 40-41
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aus der Community

6 Minuten
- Bewegung

3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
multi postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Doppel-Diabetes vor 3 Tagen, 19 Stunden
Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.
olivers postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo Zusammen!
Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
Liebe Grüße
Oliverzojou96 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂


