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Selbsthilfe-Verbände fordern: Steuern auf Zucker, Werbe-Beschränkungen – Prävention ernst nehmen!
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Immer mehr Menschen erkranken an Typ-2-Diabetes. Das hat nicht nur schwere individuelle Folgen für die Betroffenen, sondern auch teure Auswirkungen für die Gesellschaft. Daher fordern Selbsthilfe-Verbände die Politik zum Handeln auf, um den Zucker-Konsum zu senken – durch Steuern, Werbe-Beschränkungen und bessere Prävention.
Typ-2-Diabetes ist ein Tsunami: Immer mehr Menschen erkranken – mit eingeschränkter Lebensqualität für die Betroffenen und hohen Kosten für die Gesellschaft. Als Selbsthilfe-Verbände beobachten wir diese Entwicklung mit Sorge. Ein wesentlicher Treiber – neben genetischen Faktoren und Lebensstilrisiken – ist der übermäßige Zuckerkonsum: allgegenwärtig in Lebensmitteln und Getränken, oft aggressiv beworben und preislich verführerisch. Er führt häufig zu Übergewicht, einem der zentralen Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes.
Prävention begünstigen: Vorbeugen statt Reparieren
Die moderne Medizin bietet immer mehr Möglichkeiten, Übergewicht und einen entgleisten Stoffwechsel zu behandeln. Doch diese „Reparatur-Maßnahmen“ sind nur eine Seite der Medaille. Wer Typ-2-Diabetes vorbeugen oder bekämpfen will, muss weniger Zucker konsumieren und sich ausgewogen ernähren. Damit das nicht bei gut gemeinten Ratschlägen bleibt, braucht es spürbare Veränderungen im Umfeld – dort, wo wir einkaufen, essen und trinken.
Zucker- bzw. Limo-Steuer „ein wirkungsvoller Schritt“
Viele Länder haben gezeigt, dass sich überhöhter Zuckerkonsum bremsen lässt – vor allem, wenn entsprechende Produkte spürbar teurer werden. So führte Mexiko eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke ein – mit messbarem Erfolg: Die Verkaufszahlen sanken, während die Nachfrage nach gesünderen Alternativen stieg. Ähnlich verlief es in Großbritannien, wo eine gestaffelte Abgabe auf Softdrinks nicht nur den Konsum, sondern auch den Zuckeranteil vieler Produkte senkte.
Wir sprechen bewusst von einer „Limo-Steuer“, da vor allem süße Getränke problematisch sind: Sie enthalten große Mengen Zucker, der den Blutzuckerwert rasch ansteigen lässt und dadurch zu Insulinspitzen führt – ein zentraler Mechanismus beim Entstehen von Übergewicht. Gleichzeitig sättigen diese Getränke kaum, was es besonders leicht macht, große Mengen davon aufzunehmen.
Neben dem gesundheitlichen Nutzen kann eine solche Steuer Hersteller dazu motivieren, ihre Rezepturen zu überarbeiten und den Zuckergehalt zu senken. Für die Bevölkerung wäre das ein wirkungsvoller Schritt, um die tägliche Zuckerlast zu reduzieren – ohne ganz auf Geschmack zu verzichten.
Fakten-Check: Zucker-Steuer
Mexiko
2014 führte Mexiko eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke ein. Bereits im ersten Jahr sank der Konsum dieser Getränke um 12 Prozent, bei finanziell benachteiligten Gruppen sogar um 17 Prozent. Gleichzeitig nahm der Konsum von Wasser zu.
Quelle: Colchero MA, Popkin BM, Rivera JA, Ng SW: Beverage purchases from stores in Mexico under the excise tax on sugar sweetened beverages: observational study. BMJ 2016; 352: h6704. https://doi.org/10.1136/bmj.h6704
Großbritannien
Seit 2018 gilt eine gestaffelte Abgabe auf Softdrinks (Soft Drinks Industry Levy, SDIL). Die Steuer führte dazu, dass Hersteller den durchschnittlichen Zuckergehalt pro 100 ml um etwa 29 Prozent senkten – ohne dass der Absatz stark zurückging.
Quelle: Scarborough P, Adhikari V, Harrington RA, Elhussein A, Briggs A, Rayner M: Impact of the announcement and implementation of the UK Soft Drinks Industry Levy on sugar content, price, product size and number of available soft drinks in the UK, 2015 – 19: a controlled interrupted time series analysis. PLOS Medicine 2020; 17: e1003025. https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1003025
Werbe-Beschränkungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen
Dass Werbung enorme Macht hat, ist längst bekannt. Dennoch werden gezielt Kinder und Jugendliche angesprochen, um frühzeitig eine Vorliebe für Süßes zu fördern – etwa durch bunte Figuren, bekannte Influencer oder auffällige Spots. Auch Erwachsene lassen sich von vermeintlichen Gesundheitsversprechen täuschen: So gelten manche Joghurts oder Müsliriegel als „Fitness“-Produkte, obwohl sie viel Zucker enthalten.
Werbe-Beschränkungen oder -Verbote könnten zumindest die aggressivsten Strategien eindämmen. Ein Blick auf andere Politik-Felder zeigt: Solche Maßnahmen wirken. In Ländern mit umfassenden Werbe-Verboten für Tabak, und teilweise auch für Alkohol, ist der Konsum nachweislich zurückgegangen. Für stark zuckerhaltige Lebensmittel wäre ein ähnlicher Weg nur folgerichtig – denn weniger verführerische Bilder, Slogans und Preis-Aktionen erleichtern bewusste Entscheidungen.
Gegenargumente und unsere Sicht
„Das ist eine Einschränkung der Freiheit“ – Kritiker und Kritikerinnen befürchten, dass Steuern oder Werbe-Verbote zu sehr in die persönliche Freiheit eingreifen. Doch eine Gesellschaft, die unter den Folgen hoher Zuckeraufnahme leidet, hat ein legitimes Interesse, diese Risiken zu begrenzen. Freiheit heißt auch, gesund aufwachsen zu können – ohne ständig von ungesunden Angeboten bedrängt zu werden.
„Sozial Benachteiligte werden besonders belastet“ – Es stimmt: Menschen mit geringem Einkommen geben anteilig mehr für Lebensmittel aus. Deshalb muss eine Zucker- oder Limo-Steuer sozial ausgewogen sein – etwa durch Subventionen oder Steuer-Ermäßigungen für gesunde Alternativen oder kostenfreie Angebote in Kitas und Schulen.
Selbsthilfe-Verbände fordern: Handeln statt Zögern!
Die steigenden Zahlen beim Typ-2-Diabetes sprechen eine klare Sprache. Aufklärung allein reicht nicht aus. Es braucht strukturelle und steuernde Maßnahmen, die übermäßigen Zuckerkonsum weniger attraktiv machen – und gesunde Alternativen fördern. Dabei geht es nicht um einen Krieg gegen Zucker, sondern um ein gesundes Maß, das viele längst überschreiten.
Zucker muss nicht verteufelt werden. Er gehört zum Leben – nur nicht in dem Übermaß, das uns heute überall begegnet. Wer regulierend eingreift, etwa durch Steuern oder Werbe-Beschränkungen, hilft mit, dass wir alle künftig bewusster und gesünder leben können.
gemeinsame Positionen der organisierten Selbsthilfe und Patientenvertretung im Diabetes-Anker

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2025; 73 (6) Seite 58-59
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!-
calvin240 antwortete vor 1 Woche, 2 Tagen
Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
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uho1 antwortete vor 1 Woche, 2 Tagen
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
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calvin240 antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Monat
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Monat
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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