Corona: Impfung in 3 Sätzen!

2 Minuten

Corona: Impfung in 3 Sätzen!

Die Impfung gegen Covid-19 ist derzeit eines der heiß diskutierten Themen in unserer Gesellschaft. Dabei kursieren noch immer viele Mythen und Vorurteile über Impfungen generell und insbesondere über die neuen mRNA-Impfstoffe. Auch Dr. Langers Frau Gaby hat dazu noch Fragen – die ihr unser Kolumnist in drei Sätzen beantwortet.

Wann kommt endlich der Impfstoff für die Mitarbeiter? Die Frage stellen wir uns täglich in der Dia­betes-Klinik. Bis auf die Kollegen, die nebenher im Notarztdienst Menschenleben retten, ist keiner von uns gegen COVID-19 geimpft worden. Klar, es gibt noch viel zu wenig Impfstoff, und zuerst kommen die Hochrisikogruppen dran: Hochrisiko, weil alt und besonders anfällig – oder weil an der Front und besonders gefährdet. Gemeint sind Hochbetagte und die Beschäftigten auf den Corona-Stationen in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen.

Bis auf wenige Ausnahmen würden sich unsere Mitarbeiter sofort impfen lassen. Wie meinte unser Chefarzt kürzlich in der Morgenbesprechung: „Falls Sie gegen die Impfung sind, probieren Sie es doch einfach einmal mit der Erkrankung.“ Da hat er natürlich recht, denn eine Impfkampagne ist die einzige Chance, die Pandemie einzudämmen.

Viele Kollegen von Gaby sind skeptisch

Ganz anders sieht es in der Bank aus, in der meine Frau Gaby arbeitet: „Hier gibt es viele, die sich, auch wenn sie könnten, nicht impfen lassen würden“, sagte sie die Tage. Ihr Kollege habe zu ihr gesagt: „Bevor ich mir diesen Gen-Mix spritzen lasse, sterbe ich lieber an Corona.“ Keine gute Alternative, oder?

Das derzeitig zirkulierende Corona-Virus zeigt sich von vollkommen harmlos bis rasch tödlich – für den jeweiligen Betroffenen völlig unvorhersehbar. Erfreulicherweise haben wir eine Impfung, die recht gut verträglich und ungefährlich ist. Die oft diskutierte Gefahr, Erbmaterial aus der Impfung könne sich mit dem eigenen Erbmaterial vermischen, ist völlig ausgeschlossen. „Ja, wenn das so ist, dann klär mich doch mal auf“, sagte Gaby – und: „in 3 Sätzen!“

Neuer Impfstoff – schnell erklärt

Na dann: „Normalerweise sind in einem Impfstoff abgeschwächte Krankheitserreger, die keine Erkrankung auslösen können, aber die Immunität dagegen stimulieren. Bei der Impfung gegen COVID-19 wird der Bauplan geimpft, mit dem der Körper sich eigenständig Teile vom SARS-CoV-2, also dem Virus, baut, nämlich die Stachel an der Virusoberfläche. Dagegen entwickelt der Körper eine Immunität und zerstört im Fall einer Infektion alles, was mit einem solchen Stachel aufkreuzt. Genial, wie ich finde!“

Das fand sie cool, „wenn das so einfach ist, dann müssten sich doch alle impfen lassen?!“ Richtig, es sei denn, man möchte ungeimpft darauf warten, eines Tages doch noch vom Virus erwischt zu werden: Dann bleibt nur die Hoffnung, dass das Virus lieb zu einem ist …



von Dr. Hans Langer

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.


Erschienen in: Diabetes-Journal, 2021; 70 (3) Seite 84

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast: Diabetes und psychische Flexibilität – mit Psychologin Laura Klinker
Ein unerwarteter Wert, eine Unterzuckerung – und plötzlich ist der Frust da. Im Diabetes-Anker-Podcast erklärt Psychologin Laura Klinker, warum unterdrückte Gefühle solche Situationen oft verschärfen und wie psychische Flexibilität im Alltag mit Diabetes gelingen kann.
Porträt der lachenden Psychologin Laura Klinker vor hellblauem Hintergrund, mit langen braunen Haaren und gemustertem Pullover; oben rechts das Logo des Diabetes-Anker-Podcasts.

2 Minuten

Präventionsoffensive: Auftakt zum breiten Angriff auf chronische Krankheiten?
Noch wird um die genaue Ausgestaltung der „Zuckersteuer“ gerungen. Mit einer „Präventionsoffensive“ will das Bundesgesundheitsministerium dafür sorgen, dass diese Abgabe kein Strohfeuer im Kampf gegen Typ-2-Diabetes und andere chronische Krankheiten bleibt.
Zwei Fußballspielerinnen in schwarzen und blauen Trikots laufen auf einem grünen Rasen einem Fußball hinterher. Die Aufnahme aus der Vogelperspektive symbolisiert Bewegung und Prävention.

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • uho1 postete ein Update vor 2 Tagen, 16 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂