Lange fit und selbstständig bleiben

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Lange fit und selbstständig bleiben

In ihrem aktuellen Kolumnen-Beitrag macht sich Jana Einser Gedanken über das Älterwerden … und ob sie später noch in der Lage sein wird, ihr Leben und ihr Diabetesmanagement ohne fremde Hilfe zu bewerkstelligen.

Mein Wunsch für das Jahr, das gerade angefangen hat? Ich möchte weiter so viel Sport treiben wie bisher, mich weiter so ausgewogen ernähren – und ich möchte ein besseres Verhältnis zwischen meiner Arbeit und meiner Freizeit hinbekommen, also an meiner „Work-Life-Balance“ arbeiten.

Diabetes so lange wie möglich eigenständig behandeln

Warum? Mein Ziel ist, so lange wie möglich geistig und körperlich fit zu bleiben, auch, um meinen Diabetes so lange wie möglich eigenständig behandeln zu können. Natürlich bemühe ich mich seit Jahren darum, aber gerade in den letzten Monaten wurde mir an verschiedenen Stellen deutlich, was es bedeutet, nicht mehr alles zu verstehen und nicht mehr alles zu können.

Eine der Beobachtungen: In meiner Nachbarschaft wohnt eine ältere Dame. Wie ich fährt auch sie immer wieder mit der Straßenbahn in die Stadt. Als ich sie vor einigen Jahren an der Haltestelle kennenlernte, stiegen wir gemeinsam ein und unterhielten uns während der Fahrt über viele Dinge; sie erzählte auch viel aus ihrem pädagogischen Berufsleben.

Neulich standen wir wieder beide an der Haltestelle. Ich war müde, mir war nicht nach Unterhaltung zumute, und so standen wir nicht beieinander. Als die Bahn kam, stieg ich ein – und bemerkte, wie die Dame an der Bahn entlang von außen gegen die Wand klopfte, um die Tür zu finden. Erst, als ich sie von der Tür aus rief, fand sie den Einstieg.

Was wäre, wenn es im Alter doch nicht mehr alleine klappt?

Ein anderes Beispiel: In meinem Bekanntenkreis gibt es ein Ehepaar, beide sind über 90 Jahre alt. In dem Alter darf man schon ein bisschen tüttelig werden, wird mancher denken … Klar, darf man. Dennoch möchte man doch, auch wenn man so alt wird, möglichst selbstständig leben, einkaufen, seinen Haushalt führen. All das ist bei den beiden aber nur noch mit Hilfe anderer möglich, außerdem wäre der Mann wegen verschiedener Einschränkungen ohne seine Frau verloren.

Diese drei älteren Bekannten haben alle keinen Diabetes. Aber mir ging, als ich die Einschränkungen wahrnahm, durch den Kopf: Was wäre, wenn? Dann müsste wahrscheinlich ein Pflegedienst helfen oder ein Umzug in ein Pflegeheim würde unerlässlich. Wie ich aus Gesprächen mit anderen weiß, bin ich mit meinen Sorgen nicht allein. Hoffen wir also, dass wir alle möglichst lange fit bleiben. So, wie ich es mir wünsche, wünsche ich es auch Ihnen!



von Jana Einser

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Wilhelm-Theodor-Römheld-Straße 14, 55130 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (1) Seite 82

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