Reiselust

2 Minuten

Reiselust

Die Corona-Pandemie hat vieles, das wir gewohnt waren, komplett auf den Kopf gestellt – auch die Urlaubsplanungen und -gewohnheiten der meisten Menschen. So auch bei Dr. Hans Langer, der in seiner Kolumne berichtet, wie in seiner Diabetesklinik damit umgegangen wird.

Selten hatten wir in unserer Diabetesklinik so ein Chaos, was die Urlaube anbelangt, wie in diesem Jahr: Dank „Corona“ mussten und wollten die meisten Mitarbeiter erst einmal ihren geplanten Urlaub stornieren. Bei vielen galt auch das Motto: Wer nicht verreisen darf, der will jetzt auch keinen Urlaub. Aber es geht natürlich nicht, dass alle abwarten und hoffen, dass gegen Jahresende dann alle auf einmal verreisen können und somit die Diabetesklinik leer wäre.

Am meisten jammerte unser Chefarzt, dass er im August nicht auf seine geliebte Ferieninsel konnte, wo er gefühlt schon hundert Mal gewesen war. Ja, und zuhause bleiben, das wollte seine Frau natürlich auch nicht, weil sie befürchtete, dass der Herr Professor dann jeden Tag in die Klinik rennt. So wird derzeit im Krankenhaus überall geplant, umgeplant und getauscht, was das Zeug hält, um doch noch irgendwie in diesem Jahr Erholung zu finden.

Ich habe mir zunächst einmal in Ruhe alles angeschaut und gar nichts gemacht. Gestern Abend präsentierte mir dann meine Frau Gabi ein Schreiben unseres Reisebüros, dass unsere Flugreise auch storniert ist – Einreiseverbot! Aus der Traum vom Amerika-Trip, von Las Vegas und Florida …

Statt Trübsal zu blasen, lächelte Gabi und sagte: „Weißt du eigentlich, was ein Tobel ist?“ Meine Antwort war: „Keine Ahnung, ich kenne nur eine Schokolade, die so ähnlich heißt.“ Triumphierend hielt Gabi eine Buchungsbestätigung hoch. Statt der Fernreise hatte Gabi in der Mittagspause ein kleines Hotel im Allgäu gebucht. „Dort werden wir uns ausruhen, im See schwimmen und einen tollen Urlaub erleben“, sagte sie freudig. Und dort werden wir durch einen Tobel wandern. Warum nicht, dachte ich, Allgäu ist zwar nicht Amerika, fängt aber immerhin auch mit A an.

Ich schaute dann natürlich schnell im Internet nach und lernte, dass ein Tobel das Gleiche ist wie eine Schlucht, oder wie man im Allgäu auch sagt, eine Klamm – also ein enges Tal mit Wasser drin. Hört sich doch gut an. Ich werde danach dann im Liegestuhl liegen und den flugzeugfreien tiefblauen Himmel anschauen.

Urlaub einmal ganz anders. Ich bin gespannt und freue mich drauf. Kluge Frau, meine Gabi …



von Hans Langer

Das Team für den guten Schluss: Dr. Hans Langer arbeitet als Arzt in einer Diabetesklinik, Jana Einser hat schon seit Kindertagen Typ-1-Diabetes und Alex Adabei hat viele Bekannte und Verwandte mit Typ-2-Diabetes. Sie schreiben abwechselnd für diese Kolumne.


Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (9) Seite 82

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen

Mit dem Insulinpen sein Insulin zu spritzen, klingt zunächst erst einmal einfach. Aber es gibt ein paar Dinge zu beachten, damit die Therapie gut funktioniert. Diabetesberaterin Regine Werk erklärt, worauf es ankommt.
Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen | Foto: Goffkein - stock.adobe.com

3 Minuten

Faschingszeit: Gute Vorsätze – mit kurzer Pause

Der Februar ist da – und mit ihm die Zeit, in der viele Menschen mit einer gewissen Skepsis auf ihre individuellen Neujahrs-Vorsätze schauen. Hält die Motivation noch oder hat sich der Alltag mit seinen kleinen Versuchungen wieder durchgesetzt – insbesondere bezüglich der nun anstehenden Faschingszeit? Gerade für Menschen mit Diabetes sind gute Vorsätze ein zentraler Baustein ihrer Therapie.
Faschingszeit: Gute Vorsätze – mit kurzer Pause | Foto: Petra Fischer – stock.adobe.com

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • cina_polada postete ein Update vor 47 Minuten

    Hi, ich bin Julija und komme aus Frankfurt. Vor ein paar Wochen wurde bei mir Diabetes Typ 2 mit gerade mal 33 Jahren diagnostiziert.. Kämpfe im Moment noch sehr mit der Diagnose und würde mich über etwas Austausch sehr freuen 🙂

  • Ich habe jetzt seit ca 1 Jahr die YpsoPump. Bin gut damit zufrieden. Ist aber auch kein Selbstläufer!

  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

Verbände