- Allgemein
Sind Ärzte immer die Experten?
2 Minuten
Eine Diskussion unter Allgemeinärzten über die kontinuierliche sowie die Flash-Glukosemessung versetzte unsere Kolumnistin Jana Einser nicht nur in Erstaunen, die dabei vorherrschende Unkenntnis bereitete ihr sogar Bauchschmerzen.
Neulich erlebte ich in einem Spielfilm mal wieder ein diabetologisches Highlight: Ein Mann, bewusstlos wegen einer Überzuckerung, erhielt einen Schluck Wasser – und alles war wieder gut. Damit er nicht wieder zusammenbrach, gab ihm der Arzt noch Traubenzucker mit. Oh, oh – wenn Filmemacher schon nicht in der Lage sind, sich im Vorfeld gut zu informieren, wie soll dann der Normalbürger das verstehen?
Wenn Allgemeinärzte über CGM und FGM diskutieren …
Noch entsetzter war ich aber,als ich mitbekam, mit welcher Unkenntnis Allgemeinärzte über Flash Glukose Monitoring (FGM; System FreeStyle Libre) und kontinuierliches Glukosemonitoring (CGM) diskutierten.
Eine der Fragen war, ob diese “sehr teure Variante” der Glukosemessung tatsächlich einen Vorteil habe bezüglich z. B. Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall? Das können nur Langzeitstudien beantworten – aber wir sollen, bloß weil es diese Studienergebnisse noch nicht gibt, heute auf eine Möglichkeit der besseren und nach meinem Empfinden sichereren Zuckersteuerung verzichten?
Bezeichnend fand ich auch, dass ein Arzt das häufige Scannen des Glukosewerts beim FreeStyle Libre als krankhaft empfindet. Er vermutet zudem, dass sich viele Patienten mit einem solchen System freikaufen wollen von der Angst zu unterzuckern. Außerdem schreibt er von der Illusion, “Sünden” so besser monitoren zu können.
Aussagen von Ärzten, die mir Bauchschmerzen bereiten
Dass Kenntnisse zum Thema fehlen, zeigt auch die Aussage eines Arztes, dass die kontinuierliche Glukosemessung ja keine Messung des aktuellen Werts sei, weil nicht Blut-, sondern Gewebezucker gemessen werde. Er hält deshalb diese Messmethode auch für nicht geeignet für Closed-Loop-Systeme. Ich denke, dass der Alltag mit einer sensorunterstützten Pumpentherapie und Studien durchaus anderes zeigen …
Solche Aussagen bereiten mir Bauchschmerzen, denn wenn Ärzte sich nicht mit dem Thema auskennen, wie sollen sie dann Patienten vernünftig beraten? Ein Satz eines Arztes gibt mir aber wieder Hoffnung: “Wenn sich diese Menschen ein bisschen mehr Unbeschwertheit und Unkompliziertheit im Umgang mit ihrer Krankheit wünschen, ein bisschen näher an der Situation, wie sie für uns alle völlig normal ist, dann ist das mehr als verständlich und urärztliche Aufgabe, unsere Patienten dabei zu unterstützen.”

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (6) Seite 84
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stephanie-haack postete ein Update vor 5 Tagen, 16 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 5 Tagen, 18 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 5 Tagen, 16 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?

