Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #53 | Irgendwann muss man eine Entscheidung treffen…

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#53: Irgendwann muss man eine Entscheidung treffen – Hin und zurück - bis ans Ende der Dia-Welt
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Community-Beitrag
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #53 | Irgendwann muss man eine Entscheidung treffen…

Kinder bekommen mit Typ-2-Diabetes – eine Frage, die viele junge Frauen beschäftigt. Caro schildert offen, welche Überlegungen, Sorgen und körperlichen Veränderungen sie auf dem Weg zu dieser persönlichen Entscheidung begleiten.

Diabetes und Hormone – zwei Faktoren, die sich gegenseitig beeinflussen. Wie wichtig die Schilddrüse für uns ist, habe ich bereits in Beitrag #42 erörtert. Doch heute möchte ich noch einen Schritt weitergehen und das auf den Tisch bringen, worüber viele junge Frauen mit (und auch ohne) Typ-2-Diabetes früher oder später nachdenken und eine Entscheidung treffen werden: Kinder ja oder nein?

Bei meiner Diabetes Diagnose war ich 27 Jahre jung und laut meiner Schwiegermutter in spe in einem Alter, in dem sie schon zwei Kinder hatte. Natürlich hat sich in den letzten 30 Jahren einiges in der Gesellschaft verändert. So auch das Durchschnittsalter einer Frau bei der Geburt. Und doch – erreicht man ein gewisses Alter und ist zudem länger mit seinem Partner (oder Partnerin) zusammen, schart die Familie mit den Hufen und kann es kaum erwarten, dass die Babyglocken klingeln.

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In den vergangenen Jahren wuchs auch in mir der Wunsch eines Tages Mutter zu werden. Doch wie Ihr Euch nun vorstellen könnt, ist die Vorfreude auf dieses Ereignis seit meiner Diabetes Diagnose etwas „gedrosselt“, da man im Allgemeinen doch immer wieder mit Zukunftssorgen konfrontiert wird. Natürlich ist mir bewusst, dass wir Menschen uns seit jeher fortpflanzen. Und dank der heutigen Medizin, auch Frauen mit Diabetes gesunde Babies zur Welt bringen können. Doch ich denke, es ist ganz normal, dass man sich Sorgen macht, oder?

Vier Jahre sind seit meiner Diagnose vergangen und bis heute konnte ich meinen Diabetes leider nicht in Remission schicken. Ein Traum, den viele jungen Menschen mit Typ-2-Diabetes haben, aber leider nicht jeder verwirklichen kann. Die Remission war bzw. ist für mich ein wichtiger Ankerpunkt, denn ich erhoff(t)e mir, dass ich somit auf eine Insulintherapie während der Schwangerschaft verzichten kann. Doch bislang hat es mit der Remission noch nicht geklappt. Und mein Diabetes ist heute genauso präsent, wie noch vor vier Jahren. Natürlich kann man an der ein oder anderen Schraube noch etwas drehen. Doch wenn ich eins die letzten Jahre gelernt habe, dann, dass das Leben nicht immer so spielt, wie man will. Und am Ende des Tages ist man ja schließlich auch nur ein Mensch, oder? Ich glaube wichtig ist, dass man am Ende rückblickend sagen kann, dass man das Beste aus seinem Diabetes-Management für sich rausgeholt hat.

Caros Kolumne

Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Caros Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!

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Letzten Oktober fasste ich den Entschluss, meine hormonelle Verhütung an den Nagel zu hängen und endlich meinen Körper wieder vollständig für mich zurückzugewinnen. Ein weiterer Grund war, dass ich meinen HbA1c unter 6,5% bringen wollte. Das sei laut Diabetologin u.a. ein guter Ausgangswert für eine Schwangerschaft – egal, zu welchem Zeitpunkt. Also las ich mich ins Thema ein und sammelte Erfahrungen aus der Community. Welche Nebenwirkungen waren zu erwarten? Wie wirkt sich das Absetzen kurz- und langfristig auf den Blutzucker aus?

Meine größte Sorge war damals noch, dass ich meine dünnen Haare verliere und über kurz oder lang aussehen würde, wie Gollum. (Für alle, die nicht wissen wer gemeint ist — gerne einmal googeln.) Aufgrund der ganzen positiven Rückmeldungen aus der Community war ich super optimistisch, dass meine Blutzuckerwerte sich schon ganz bald positiv verändern würden — vor allem morgens. Doch die Realität sah etwas anders aus, als erwartet. Vorweg: Ich behielt meine dünnen Haare auf dem Kopf. Doch seitdem kämpfe ich mit unreiner Haut am Kinn und einer Gewichtszunahme von mittlerweile 8kg. Der gewünschte positive Effekt bei meinem Blutzucker blieb leider aus.

Die ganzen Pickel kann ich zähneknirschend hinnehmen. Doch die Gewichtszunahme nagt doch sehr an mir, was daran liegt, dass ich super schnell Gewicht zunehme und noch viel schwerer wieder abnehme. Ich bereue nicht, diesen Schritt gegangen zu sein. Denn es war nur eine Frage der Zeit, bis ich der hormonellen Verhütung abschwören würde.

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Eingangs hatte ich erwähnt, dass man als Frau eines Tages eine Entscheidung treffen muss — und zwar ob man Kinder bekommen möchte oder nicht. Ich finde, es sollte jeder Frau selbst überlassen sein, welche Entscheidung sie trifft. Mit oder ohne Diabetes. Der Diabetes ist ein Risikofaktor, der eine Schwangerschaft bzw. die gesamte Reise stark belasten kann. Für mich war die Geburt schon immer etwas, wovor ich sehr großen Respekt hatte. Aber natürlich endet nach einer Schwangerschaft oder nach der Geburt die Reise bzw. Verantwortung nicht, sondern hält ein Leben lang.

Typ-2-Diabetes ist eine Erkrankung, die genetisch bedingt ist. Sprich, die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung wird von Generation zu Generation weitergegeben. Umso mehr Menschen innerhalb der Familie betroffen sind, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man eines Tages selber von betroffen ist. Und unabhängig von einer Risikoschwangerschaft oder einer Geburt — finde ich diese Tatsache wirklich schockierend. Natürlich geben wir unseren Nachkommen so einiges über die Genetik mit. Und die Art und Weise wie wir die ersten Jahre mit einem Sprössling gestalten (Ernährung & Co.), hat einen erheblichen Einfluss auf das spätere Leben. Doch kann man guten Gewissens ein Kind in die Welt setzen, obwohl man weiß, welchen Herausforderungen es sich eines Tages stellen muss?

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Ich kann mich nur wiederholen: Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich persönlich glaube, dass ein gesundes Vorleben der Schlüssel zum Erfolg ist. Die Genetik kann niemand ändern. Aber wie bei allem anderen im Leben, haben wir es selber in der Hand, was wir daraus machen. Sprich, was wir zu uns nehmen, wie wir unseren Alltag gestalten und was für Werte wir bspw. unseren Kindern vermitteln. Und wenn ich eins in den letzten Jahren gelernt habe, dann dass ein Leben TROTZ Diabetes gut ist und man nicht an Lebensqualität einbüßen muss.

Also, mit dem Bewusstsein und Wissen von heute sowie einer großen Portion Glück des Universums — wofür würdest Du dich entscheiden?


von Caro

Caro ist unser Diabetes-Anker „Original“ und schreibt seit 2020 über ihr junges Leben mit Typ-2-Diabetes. Aufgrund ihrer aufgeschlossenen Art und gesunden Neugier testet sie sich gerne durch die aktuellen Food-Trends und ziert sich nicht vor ehrlichen Reviews! Besonders liegt es ihr am Herzen, die Gesellschaft Diabetes-freundlicher zu gestalten und Betroffenen aufzuzeigen, dass ein gutes Leben TROTZ Diabetes möglich ist!

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  • mr postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?