Der absolute Endgegner

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Der absolute Endgegner

Aus der Videospiele-Szene kommend, ist „Endgegner“ ein geflügelter Begriff für eine besonders intensive Herausforderung. In Bezug auf ihren Diabetes hat unsere Kolumnistin Tine Trommer ihren ganz persönlichen Endgegener, der ihren Blutzucker ins Rotieren bringt: Pizza.

Es ist Sonntag. Ich hatte ein gutes Wochenende und versuche, mich noch etwas zu entspannen, bevor mich der Montag wieder einholt. Sonntag ist traditionell Pizza-Tag. Entweder unterwegs beim Italiener oder vom Lieferdienst, wenn das Sofa mal wieder zu kuschelig ist – Ihr kennt das sicher.

An diesem einen bestimmten Sonntag entscheide ich mich für Letzteres, eben weil ich das Haus mal nicht verlassen möchte – ich aber auch leider nicht alle Zutaten für eine frische Pizza im Kühlschrank vorrätig habe. Kein Problem, die Bestellung habe ich schon aufgegeben und erwarte freudig den Pizzaboten an der Tür.

Gnadenlose Kombination aus Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß

Pizza ist ein absoluter Endgegner – das habe ich in meiner Diabeteskarriere schon früh gelernt. Die gnadenlose Kombination aus Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß kann unser Blutzuckermanagement ganz schön aus der Bahn werfen.

Wer eine Insulinpumpe hat, kann mit Tricks wie gesplittetem oder verzögertem Bolus oder auch dem Multiwave-Bolus versuchen, die gesamte Wirkung der Pizza auf den Blutzucker zu bändigen. Und obwohl ich noch keine Pumpe habe, bin ich bisher eigentlich davon ausgegangen, dass ich das mit der Pizza und meinen Blutzuckerkurven eigentlich ganz gut raushabe. Bis jetzt …

Mit so einer enormen Wirkung und Verzögerung hatte ich nicht gerechnet

Die Pizza kam bei mir an, und ich verdrückte sie. Sie war belegt mit Mozzarella, Tomaten und Basilikumpesto: eine meiner Lieblingskombinationen. Ich bemerkte gleich, dass die Lieferdienst-Pizza außerordentlich fettig war – fettiger als die Pizzen, die ich sonst esse. Ich spritzte bereits vor dem Essen einige Einheiten und auch nach dem Essen, da ich den Bolus händisch aufsplitten wollte, wie ich es gewohnt war.

Ich wusste auch, dass es gut mehrere Stunden dauern konnte, bis die Pizza meinen Organismus verlassen hat, und dass auch Stunden später noch etwas nachwirken konnte. Aber mit so einer enormen Wirkung und Verzögerung, wie sie dann tatsächlich aufgetreten ist, hatte ich nicht gerechnet.

Wenn Insulin gefühlt wie Wasser wirkt…

Ich lag bis 3 Uhr morgens wach, um meine extrem hohen Blutzuckerwerte im Auge zu behalten und alle paar Stunden zu korrigieren. Egal, was ich tat, das Insulin wirkte gefühlt wie Wasser. Kennt Ihr das? Man beginnt dann gern, “Wutboli” zu spritzen – weil man endlich nur schlafen möchte. Als ich gegen kurz nach 3 Uhr wiederholt meinen Wert überprüfte, ging es endlich nach unten, ich war zum ersten Mal seit Stunden unter 300 mg/dl (16,7 mmol/l), und so fühlte es sich auch an.

Zur Sicherheit platzierte ich Traubenzucker neben mir, denn wie Ihr vielleicht auch schon erlebt habt, führen die Wutboli manchmal zu noch blöderen Unterzuckerungen. Zum Glück blieb mir das erspart, aber sicher ist sicher. Habt Ihr auch solche Endgegner?

Eure Tine

Martina „Tine“ Trommer lebt seit Jahren in der Hauptstadt, bloggt seit ihrer Diabetesdiagnose 2013 unter www.icaneateverything.com sowie auf der Blood Sugar Lounge und schreibt regelmäßig an dieser Stelle über ihr Leben mit Diabetes in Berlin.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (10) Seite 36

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  • uho1 postete ein Update vor 6 Tagen, 13 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
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