- Aus der Community
Diabetes und Dates
3 Minuten
Ein Blick, ein Lächeln, ein Gespräch und irgendwann folgt das erste Date. Es ist jedes Mal aufregend, spannend und vielleicht auch eine kleine Herausforderung. Was soll ich anziehen? Welches Parfum auflegen? Wohin mit dem ganzen Diabeteskram?
Und da fällt auch schon das Stichwort: Diabetes.
Soll ich es beim ersten Date erwähnen?
Wenn ja, wie tue ich das am besten? Sollte ich zum Messen und Spritzen dezent auf die Toilette verschwinden? Oder doch alles genauso handhaben, wie ich es bei Freunden tue?
Einige Monate nach der Diagnose stand auch ich vor diesen Problemchen. Mittlerweile hatte ich für mich beschlossen, dass es keinerlei Gründe gab, irgendetwas von meinem Diabetes zu verstecken. Ich maß ganz selbstverständlich am Tisch und auch in der Öffentlichkeit scheute ich mich nicht, mein letztendlich lebensnotwendiges Insulin zu spritzen.
Dennoch war ich nervös vor meinem ersten Date als Diabetikerin. Schließlich war es eine ganz neue Situation für mich und ich schreckte wahnsinnig vor Ablehnung zurück.
Ich ging ganz selbstverständlich mit meinem Diabetes um!
In der Bar angekommen, vergaß ich alle Bedenken und kramte ganz selbstverständlich mein Messgerät und meinen Pen hervor, als der erste Cocktail vor mir stand. Erst als ich den irritierten Blick meines Gegenübers bemerkte, fiel mir auf, dass ich ganz vergessen hatte, etwas zu sagen.
Während ich auf meinem Schoß das Blut auf den Teststreifen auftrug, erklärte ich kurz und knapp, dass ich Diabetikerin sei und fragte, ob es ihn stören würde, wenn ich am Tisch mein Insulin spritzte.
Ein stummes Kopfschütteln und der gebannte Blick auf das leuchtende Messgerät ließen mich nichts Böses ahnen und so zog ich meinen Pen hervor. Als ich wirklich dezent und schnell mein Insulin spritzte, traute ich meinen Ohren kaum.
„Das ist ja schon ganz schön eklig. Musst du das jeden Tag machen?“
Das fragte mein Gegenüber und sah irgendwie…blass um die Nase aus. Wie reagiert man am besten auf einen (pardon) so dämlichen Spruch? Richtig! Zuckersüß anlächeln, den Pen demonstrativ neben das Messgerät legen und erstmal tieeeef durchatmen. „Ja, das muss ich. Zu jeder Mahlzeit und zusätzlich morgens und abends. Mach’ ich das nicht, dann sterbe ich.“ – Meine Erklärung hatte einen doch recht faszinierenden Effekt: Ein halblautes Murmeln, ein erschrockener Blick und ein rasanter Themenwechsel. Ehrlich? Ich wusste nicht, ob ich lachen oder lieber gehen sollte. Im Nachhinein hätte ich mich besser für Letzteres entscheiden sollen 😉
Trotz der schlechten Erfahrung: Der Diabetes wird direkt thematisiert!
Ich für mich habe dennoch beschlossen, die Karten – oder eher meinen Diabeteskram – immer offen auf den Tisch zu legen. Ich schäme mich nicht für meine Krankheit und finde deshalb, dass auch mein Gegenüber weder Scham noch Mitleid deshalb empfinden muss. Signalisiert man seine Gefühle nach außen so (zumindest nach meinen Erfahrungen), geht auch das Date ähnlich damit um.
Letztendlich kommt es aber auch immer auf den Typ Mensch an, der dir gegenübersitzt.
Manche ignorieren diese Info völlig, andere überschütten dich mit neugierigen Fragen und wieder andere begegnen dir mit Ablehnung.
Es kommt immer auf die Situation an, wie und wann man seinem Gegenüber mitteilen möchte, dass man Diabetes hat. Läuft es gut, ist das Date entspannt und locker, spricht nichts dagegen, es zu sagen.
Ich wäre allerdings immer vorsichtig, nicht in eine Art „Rechtfertigung“ abzurutschen. Denn wie gesagt:
Wir können nichts für unsere Krankheit und brauchen uns in keinster Weise dafür zu schämen!
Wer es lieber verschweigen möchte – auch gut. Manchmal passt es nun mal einfach nicht in ein Gespräch oder die Situation ist schlichtweg unpassend.
Sollten allerdings diesem Date weitere folgen, würde ich es recht schnell erwähnen- sonst fragt sich der andere vielleicht, warum man den Diabetes verstecken wollte, und wertet es womöglich noch als eine Art Vertrauensbruch.
Wie auch immer ihr euch für euer erstes Date mit einer neuen Bekanntschaft entscheidet, denkt daran, euch und eurem Bauchgefühl treu zu bleiben – und euren Abend zu genießen! 😉
Wie handhabt ihr diese Situation? Sprecht ihr über euren Diabetes immer sofort und offen? Verheimlicht ihr es? Oder habt ihr eine ganz andere „Taktik“?
Wie immer gespannt auf eure Erfahrungen ist
Eure Caro
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moira postete ein Update vor 6 Tagen, 22 Stunden
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 4 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55

