- Aus der Community
Diaversary in Südkorea
4 Minuten
Vor drei Jahren erhielt ich die Diagnose, die mein komplettes Leben auf den Kopf stellen sollte: Diabetes mellitus Typ 1. Während mir damals noch nicht klar war, wie ich mich mehrfach am Tag selbst spritzen könnte, feiere ich den Tag mittlerweile mit leckerem Essen und meinen engsten Freunden.
Und als ich an meinem Jahrestag so an die vergangenen Monate, Wochen, Tage mit Diabetes dachte, fiel mir auf, dass es bereits der zweite Diaversary ist, den ich in Südkorea verbringe. Das brachte mich etwas zum Schmunzeln, da ich mich an die Worte der Ärzte im Krankenhaus erinnern musste: „So schnell werden sie erstmal nicht verreisen können.“ Da haben sie ja auch nicht ganz Unrecht. Bevor man sich ins Ausland verzieht, sollte man erstmal in einer sicheren Umgebung mit der Krankheit „warm werden“. Allerdings versuchten sie mir damals klar zu machen, dass das Verreisen mit Diabetes gleich mit dem „Endgegner“ in einem Videospiel gesetzt werden kann. Dabei wissen wir doch mittlerweile alle, dass die Pizza der wahre Endgegner ist!

An meinem ersten Diaversary erwartete mich eine leckere Schokotorte. Ich kam nichtsahnend abends nach Hause und die gesamte Wohnung war stockduster. Auf einmal fingen meine Freunde an „Happy Birthday“ zu singen und zündeten die kleine rote „1“ auf der Torte an. Ja, wir feiern die Diagnose als meinen zweiten Geburtstag. Passend dazu steckte auf der Torte ein kleines Schild mit dem Spruch „So Sweet“ (so süß).
Beim Schreiben dieses Textes kommen mir sogar wieder Tränen in die Augen, weil ich immer noch so gerührt davon bin. Es sind eben die kleinen Dinge im Leben, die unter anderem auch eine anstrengende Krankheit, wie den Diabetes, einfacher machen können.
In Deutschland ein Stückchen Südkorea
Auch meinen zweiten Jahrestag verbrachte ich in einer koreanischen Umgebung. Gemeinsam mit meiner Mama sind wir lecker Koreanisch essen gegangen. Das war tatsächlich total unbewusst, wir nahmen diesen Tag einfach zum Anlass, mal etwas Besonderes essen zu gehen. Und da meine Mutter noch nie die koreanische Küche probiert hat, sind wir spontan nach Karlsruhe gefahren.
Ganz getreu meinem Namen, welchen ich auf Social Media verwende (Glucose Dumpling), gab es leckere Dumplings (gefüllte Teigtaschen) und Bulgogi (Rindfleischgericht). Obwohl ich an diesem Tag knapp 8.500 km von Südkorea entfernt war, konnte ich mir doch einen kleinen Teil nach Deutschland holen.

Ein Geschenk an mich selbst
Etwas, das mir erst spät am Abend meines dritten Diaversary aufgefallen ist, ist, dass ich mir bereits zum ersten Jahrestag eine Jacke gekauft habe, mit der ich schon für eine lange Weile „geliebäugelt” habe. Quasi als Geschenk an mich selbst, dass ich in den vergangenen zwölf Monaten einiges geleistet habe.
Das Gleiche wiederholte sich dann unbewusst dieses Jahr, als ich mir eine Robe gekauft habe, die von der koreanischen Königszeit inspiriert ist. Das ist natürlich kein Kleidungsstück, welches man tagtäglich anziehen kann, aber genau deswegen ist es auch etwas Besonderes für mich. Als ich in dem Laden stand und ich die Robe zur Probe anzog, war es ein überwältigendes Gefühl und ich wusste, dass ich den Laden nicht ohne diese verlassen werde. Seid gespannt auf coole Diabetes-Fotos in diesem schicken Teilchen!

Gefeiert wurde an diesem Tag in einem kleinen Restaurant für Meeresfrüchte – besonders bekannt für die dort zubereitete Riesenkrabbe. Da meine Freundin noch nie die Krabbe probiert hatte, nahmen wir es doch direkt zum Anlass, um dort zu feiern. Und weil ich euch dieses Essen einfach nicht vorenthalten kann, hier ein Foto! Im Anschluss gab es noch Muscheln und einen gegrillten Oktopus. Das war eine pure Geschmacksexplosion, das verspreche ich euch. Wie es für Korea üblich ist, teilten wir uns noch eine Flasche Soju (koreanischen Reisschnaps) und stießen gemeinsam auf die drei Jahre Diabetes an. Ich bin froh, dass ich auch hier Freunde um mich herum habe, die mich täglich unterstützen und wie kleine Schutzengel immer auf mich aufpassen.

Jedes Jahr etwas Besonderes
Wie ihr seht, nutze ich diesen Tag im Jahr immer, um etwas Besonderes zu unternehmen oder zu probieren.
Sei es die leckere Schokotorte aus einem koreanischen Café zum ersten Jubiläum, das koreanische Essen in Karlsruhe im zweiten Jahr oder die Riesenkrabbe an meinem dritten Diaversary.
Aber selbst, wenn es nur ein einfaches Butterbrot wäre – die Menschen um mich herum machen den Tag erst besonders. Und irgendwie freuen wir uns dann alle zusammen, dass ich damals noch die Kurve gekriegt und vor allem, was ich seitdem alles erreicht habe (trotz oder wegen des Diabetes).
Feiert ihr euren Diabetes-Jahrestag? Wenn ja, habt ihr auch immer besondere Pläne?
Hier kommt ihr zum letzten Beitrag von Nathalie: Diabetes und Quarantäne in Südkorea
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anseaticids postete ein Update vor 1 Tag, 12 Stunden
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
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Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
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✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747 -
stephanie-bagehorn postete ein Update vor 4 Tagen, 10 Stunden
Passend zu den kommenden Osterferien: Ein Backtipp für die ganze Familie: https://diabetes-anker.de/eltern-und-kind/wenn-diabetes-mit-im-osternest-liegt-gemeinsames-backen-mit-den-kindern/
Wenn Diabetes mit im Osternest liegt: gemeinsames Backen mit den Kindern – Diabetes-Anker
Ostern steht vor der Tür und im Gepäck sind viele süße Versuchungen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie zu starke Blutzucker-Anstiege bei Diabetes durch süßes Gebäck vermieden werden können. Selbst zu backen – erst recht gemeinsam mit den … Read more
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othenbuehler postete ein Update vor 5 Tagen, 3 Stunden
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