- Aus der Community
Ein Auszug aus dem Homeoffice-Tagebuch
2 Minuten

Die Situation um das Coronavirus setzt vielen Menschen ganz schön zu – so auch Tine. Auch wenn sie sich mittlerweile etwas besser daran gewöhnt hat, fällt es ihr aus verschiedenen Gründen recht schwer, mit ihrem Diabetesmanagement die richtige Homeoffice-Routine zu finden.
Wenn Ihr diese Kolumne lest, werde ich (vielleicht) seit drei Monaten im Homeoffice sein. Man sagt ja so ganz allgemein, dass der Mensch ungefähr 30 Tage braucht, bis er sich an Neues gewöhnt hat und somit Dinge zum Alltag dazugehören. Eigentlich sollte ich mich sowohl psychisch als auch physisch schon total mit dieser Situation um das Coronavirus angefreundet haben. Eigentlich. In diesen absurden Zeiten ist aber alles anders, bei mir zumindest.
Insulinresistenz bringt Management ins Schwanken
Zwar wirkt es täglich gewissermaßen vertrauter, in ein und derselben Wohnung zu schlafen, zu arbeiten und zu essen. Dennoch fühlt es sich nicht nach einer Situation an, an der ich großartig festhalten möchte. Ich vermisse es, unbeschwert vor die Tür gehen zu können. Ich vermisse, viel zu Fuß unterwegs zu sein, in meinem gewohnten schnellen Gehtempo. Auch meine Freundinnen zu umarmen, fehlt mir sehr. Und meine Diabetologin habe ich in den letzten Monaten höchstens am Telefon gehört. Immerhin konnten wir uns hören.
Mit meinem Diabetesmanagement scheine ich immer noch keine richtige Homeoffice-Routine gefunden zu haben. Es fällt mir schwer. Das hat verschiedene Gründe. Während meines letzten Zyklus beispielsweise entwickelte ich über gut zwei Wochen lang eine wirklich extrem hohe Insulinresistenz. Ich konnte Insulin spritzen, so viel ich wollte: Meine Werte gingen einfach nicht nach unten.
Ich tauschte Patronen, Kanülen und Pens aus, aber nichts passierte. Das waren echt blöde zwei Wochen. So eine starke und plötzlich auftretende Insulinresistenz hatte ich bisher noch nicht bei mir erlebt, und das muss auch so schnell nicht mehr sein, wenn Ihr mich fragt. Das war alles andere als angenehm und brachte das gesamte Management ziemlich ins Schwanken.
Wunsch: ruhigere Zeiten und glatteren Glukoseverläufe
Mittlerweile ist es zum Glück wieder besser geworden, und ich kann tatsächlich auch einige Tage verzeichnen, an denen ich zu einer sehr hohen Prozentzahl in meinem persönlichen Zielbereich war. Das ist schön und macht mich stolz, dennoch überwiegen die Tage, an denen es hoch- und runtergeht wie bei einer Achterbahnfahrt.
Ich will Euch nichts vormachen und ich glaube, Ihr versteht das sehr gut: Diese aktuelle Zeit nagt vor allem an meiner mentalen Gesundheit, und das kann ich dank CGM-System an meinen Gewebezuckerwerten sehen. Am Telefon mit meiner Diabetologin meinte diese, dass das aber absolut okay und nachvollziehbar sei. Ich bin dankbar für ihr Verständnis und ihre Worte. Und dennoch – ich wünsche mir ruhigere Zeiten und sehne mich nach Langeweile und glatteren Verläufen.
Eure Tine
Blood Sugar Lounge
und schreibt regelmäßig an dieser Stelle über ihr Leben mit Diabetes in Berlin.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (7) Seite 38
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thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 22 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 2 Tagen, 16 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 3 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße