- Aus der Community
Einen Diabetiker im Freundeskreis – ein Interview mit Christian
3 Minuten

Heute stelle ich euch einen meiner guten Freunde vor, den Christian. Ihn kenne ich schon viele Jahre lang, schon bevor ich den Diabetes bekam. Also kennt er mich ohne und nun auch schon einige Jahre mit Diabetes. Immer wenn wir uns sehen, erzähle ich ihm einige Geschichten aus der Diabeteswelt und seltsamerweise interessiert er sich auch sehr für das Thema und was es dort so an Technik gibt. Nun habe ich Christian ein paar Fragen gestellt. Lest selbst, was er dazu zu sagen hatte.
Stell dich doch kurz vor:
Ich bin Christian, wohne in Hamburg und bin 26 Jahre alt. Ich arbeite als Mediengestalter für Bild- und Tontechnik in der Post-Production.
Was sagte dir die Krankheit Diabetes, bevor wir uns kennenlernten?
Diabetes gab es in meinem Umkreis eigentlich gar nicht. Ein bisschen Kontakt damit habe ich durch meine langjährige Erfahrung in der Jugendarbeit gemacht, aber eher am Rande. Ich wusste eigentlich nur, dass die Menschen mit Diabetes darauf achten müssen, was sie essen. Was Diabetes aber eigentlich für eine Lebensumstellung bedeutet, das war mir überhaupt nicht bewusst. Ganz zu schweigen von der Überwindung, sich in der Jugend selbst eine Spritze zu geben. Da habe ich wirklich großen Respekt vor. Gerade bei wirklich jungen Menschen finde ich es beachtlich, Diabetes selbst zu managen.
Wie siehst du den Diabetes, seitdem du mich damit kennst und ich dir immer davon erzähle?
Das, was ich durch dich mitbekomme, ist für mich schon eine krasse Umstellung. Man muss sich total viel mit Nahrungsmitteln auseinandersetzen und lernen, wie sich Nahrung auf den Körper auswirkt. Im Grunde bist du ein wandelndes Kohlenhydratlexikon. Dass man immer diese Hintergedanken hat, egal was man essen möchte, ist schon heftig. Ich glaube, nicht jeder versteht das. Du hast mir mal eine Geschichte erzählt von einer nächtlichen Unterzuckerung und wie so etwas enden kann. Damit kann sicher nicht jeder so einfach umgehen oder das verstehen. Das ist schon eine große Umstellung. Ich sehe das ja schon ein wenig anders durch dich und für andere ist es sicher auch ne geringe Einstellung, aber dafür kenne ich mich zu wenig mit dem Thema aus.
Hat sich deine Sicht auf mich durch den Diabetes verändert? Achtest du auf irgendetwas?
Im Grunde habe ich das nicht. Ich glaube, es gibt sicher Leute, die damit nicht so gut umgehen wie du. Du bist schon früher ein Querkopf gewesen und bist es immer noch. Du konntest schon immer mit Dingen umgehen und hast dein Leben genommen, wie es ist. Du hast dich schon früher nie einschränken lassen und deine Sachen durchgezogen. Durch deine Arbeit im Diabetesbereich hast du jetzt auch einiges erreicht. Du zeigst sogar mir die neusten Sachen und erzählst viel und ich interessiere mich dafür.
Ein bisschen im Hinterkopf hat man das natürlich immer. In dem Moment, wo du etwas zu dir nimmst oder man weiß, dass ein Diabetiker dabei ist, dann schau ich schon oder frage auch mal nach, ob ich noch etwas Spezielles einkaufen soll oder so, aber Angst habe ich eigentlich gar keine.
Wie würdest du reagieren, wenn du morgen eine Diabetesdiagnose bekommst?
Durch dich wüsste ich im Groben, was auf mich zukommen würde, und ich weiß, dass es eine große Umstellung für mich wäre. Die Diagnose ist sicher nicht schön, denn in einem gewissen Sinne ist man sicher eingeschränkt, aber ich glaube, dadurch, dass ich dich kenne und weiß, wie du damit umgehst, könnte ich damit besser umgehen. Vor allem, da ich weiß, es gibt Pumpen und ich eine höllische Angst vor Spritzen habe. Ich kann mir das nicht mal mit angucken. Wenn mir so etwas früher passiert wäre, dann wäre es heutzutage immer noch eine große Überwindung für mich. Ich bin froh, dass der Stand der Technik so was erleichtern kann. Aber ich denke schon irgendwie, wenn es kommt, dann kommt es eben.
Was hältst du von der Community und dem Bloggen im Diabetesbereich?
Ich glaube, früher war man sehr alleine mit dem Problem, aber durch die Communitys ist eben eine Plattform entstanden, auch für Menschen, denen es nicht so leicht fällt, sich zu öffnen. Sie können einfach schneller Kontakte finden und sich darüber austauschen. Es ist viel einfacher geworden, sich über neuste Technik und dergleichen zu informieren. Communityarbeit ist einfach unglaublich wichtig. Im medizinischen Bereich gibt es sicherlich viel Schrott auf dem Markt, und dass da eine Community hintersteht, die solche Geräte mal testet und auch hinterfragt, ist super, schließlich guckt jeder Mensch nahezu alles im Internet nach. Es ist auf jeden Fall eine große Hilfe.
Danke nochmal an Christian, dass er das Interview mitgemacht hat. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht.
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florahdo postete ein Update vor 5 Tagen, 10 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
moira postete ein Update vor 1 Woche
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 1 Woche
Ich meinte Liberty




Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?