Umzug in ein neues Leben

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Umzug in ein neues Leben

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Auch ich habe Anfang des Jahres mein Zuhause verlassen und bin zu meinem Freund gezogen – 300 km weit weg von meiner Heimatstadt.
Wohl für jeden war dieser Schritt anfänglich von allem ein bisschen: angsteinflößend, berauschend, anstrengend und so viel mehr… Wenn man dann auch noch den Diabetes im Gepäck hat, wird es doppelt spannend!

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Einkaufen, Wäschewaschen, Putzen und „nebenbei“ ein Praktikum im Krankenhaus – mein Blutzucker dankte mir die Umstellung auf einen eigenen Haushalt mit achterbahnähnlichen Manövern.
Trotzdem begann ich, die Zeit mehr und mehr zu genießen. Mein Freund und ich wurden zum eingespielten Team – auch in Sachen Diabetes.
Ich begann, täglich selbst zu kochen und dabei auch mal ganz Neues auszuprobieren – von vegetarischen Wochen über vegan hin zu ausländischer Küche.

Ich und der Diabetes haben sich schnell eingelebt!

Es ist wohl unserem „süßen“ Haushalt zu verdanken, dass die Werte (fast) alle kleineren und größeren Küchenexperimente mitmachten – und mir so auch ein Stück Mut und Freiheit schenkten.
Denn seit ich selbst viel koche, kann ich auch Gerichte in Restaurants besser einschätzen.
Doch auch die freiere, dadurch aber auch strukturierte Gestaltung der Tagesabläufe, der Kauf erster Möbel für eine gemeinsame Zukunft in meiner Heimatstadt und die vermehrte Bewegung taten und tun nicht nur den Blutzuckerwerten, sondern auch der Seele gut. Da ist ein Besuch bei den Eltern mittlerweile eine kleine Herausforderung für die Blutzuckerwerte. 

Lange Abende, wesentlich ruhigere Tage, viele Spaziergänge, andere Mahlzeiten und Tagesausflüge bringen den Diabetes dann schnell mal durcheinander.
In einer Hypoglykämie stellte ich so letztens fest, dass meine Eltern seit meinem Auszug weder Traubenzucker noch Trinkpäckchen oder andere Hypohelfer aufgefüllt hatten – glücklicherweise kramte mein Papa von irgendwoher noch ein gefühlt zwanzig Jahres altes Stück Traubenzucker hervor, bei dem meine Kaumuskeln fast versagten.
Beim nächsten Besuch stellte er dann noch während der Begrüßung stolz fest: Ich habe euch Trinkpäckchen und Müsliriegel gekauft!
Seitdem stehen immer ausreichend Hypohelfer bereit.

Und noch etwas ist mittlerweile bei meinen Eltern immer auf Vorrat deponiert: Insulin, Pods und Insulinpumpenzubehör für meinen Freund. Nicht erst einmal kamen wir an unserem Ziel an und stellten fest: Ups, da haben wir wohl was vergessen… 😉
Kleinigkeiten, wie das Kaffetrinken bei der Oma oder schlichtweg andere Brötchen zum Frühstück, sorgen allerdings auch des Öfteren für ungewollte Hyperglykämien – dann muss mein Hund für einen extralangen Spaziergang herhalten.
Trotzdem sind Besuche bei meinen Eltern immer auch irgendwie ein Stückchen Urlaub.
Mal nicht an die lästigen Dinge wie Badputzen oder Bügeln denken zu müssen, sich bekochen und regionale Köstlichkeiten in den Einkaufswagen wandern zu lassen, ist einfach immer wieder schön!

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  • thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 4 Wochen

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße