Unser Fernsehabenteuer: Zum Weltdiabetestag 2022 im SAT.1 Frühstücksfernsehen

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Unser Fernsehabenteuer: Zum Weltdiabetestag 2022 im SAT.1 Frühstücksfernsehen

Der November steht im Zeichen des Diabetes. Es ist Weltdiabetestag, aber auch gilt der November als “Diabetes Awareness Month” – also der Monat, um besonders auf Diabetes aufmerksam zu machen. Maren berichtet heute, wie das SAT.1 Frühstücksfernsehen direkt aus ihrem Zuhause zum Thema Diabetes berichtet hat.

Als uns die SAT.1 Frühstücksfernsehen Redaktion kontaktierte und fragte, ob sie zum Weltdiabetestag 2022 einen Beitrag bei uns Zuhause drehen dürfte über unseren Familienalltag mit Diabetes Typ 1, sagte ich nicht gleich spontan zu.

Ein Bericht im Fernsehen kann schließlich auch nach hinten losgehen, wenn Dinge z.B. aus dem Kontext gerissen werden, weggelassen werden oder sehr erklärungsbedürftig sind, aber die Zeit für Erklärungen fehlt. Nachdem ich mich in einem persönlichen Gespräch rückversichert hatte, dass die Redaktion wohlwollende Absichten pflegte mit dem Ziel, die Awareness für Diabetes Typ 1 zu steigern und auf die Symptome aufmerksam zu machen, entspannte ich mich. Natürlich sprach ich vor der finalen Zusage im Vorfeld mit meiner Familie darüber und bekam von meinen drei Töchtern und von Papa grünes Licht für den Dreh. Mein Abkommen mit Sarah-Léonie ist grundsätzlich folgendes: Wenn Du etwas sagen magst, dann darfst Du gerne, und dann sagst Du die Dinge, wie DU es möchtest. Wenn Du nichts sagen möchtest, übernehme ich. 

Der Drehtag und sein Ablauf

Das Drehteam rückte also an und verbrachte sieben (!) Stunden bei uns, in denen sie sehr beherzt unglaublich viel Input sammelten. Und ich versuchte, sieben Stunden lang zudem ein Auge darauf zu haben, ob und wie und warum dargestellte Szenen und Gesagtes ggf. im Nachgang missverständlich dargestellt oder von den Zuschauer:innen kritisiert werden könnten.

Eine echte Herausforderung, denn in den sieben Stunden geht ein ganzer Tag vorüber mit so einigem, was es nebenher zu managen gibt, wie parallel stattfindende Termine der Familienmitglieder, Mahlzeiten, den Diabetes im Blick behalten, Anrufe etc.. Der Fairness halber bitte ich, dies im Hinterkopf zu behalten. 

Zwei Szenen möchte ich gleich hier einmal thematisieren, denn Vieles ist situationsabhängig, wenn man sich im Alltag um den Diabetes kümmert, wie ihr aus eigener Erfahrung sicherlich wisst, und dazu kamen bereits Fragen aus der Community: 

Trampolinszene

Beim Dreh sank Sarah-Léonies Blutzuckerwert wirklich gerade. Das war nicht gestellt. Was man aber nicht sehen konnte, war, dass wir noch weiterdrehen wollten mit Trampolin und ich zudem ein Interview geben sollte, während Sarah-Léonie im Hintergrund sprang. Was macht man da nun? Gut 200 mg/dl (11,1 mmol/l) ist natürlich komfortabel als Wert. Aus meiner Sicht relativiert sich das aber schnell, wenn man bedenkt, dass Sarah-Léonie beim Springen auch schon mehrfach innerhalb von zehn Minuten von gut 200 mg/dl (11,1 mmol/l) auf einen zweistelligen Wert (unter 5,6 mmol/l) abstürzte.

Da ich nun aber nicht die volle Kontrolle über die Situation hatte, reagierte ich, wie im Beitrag gezeigt, und bat sie um eine Pause, um einzuschätzen, wohin sich ihr Wert bewegen würde. Meine Aussage „der Wert geht gerade runter, er ist also nicht mehr so gut“ hätte ich sicherlich weiser formulieren können, z.B. mit den Worten: „Sarah-Léonies Wert ist noch über dem Zielkorridor, also insgesamt zu hoch, allerdings mit Abwärtstendenz und beim Trampolinspringen kann er innerhalb kürzester Zeit sehr stark absinken. Das könnte bereits in zehn Minuten einen Unterzucker zur Folge haben, wenn sie weitermacht. Deshalb bitte ich sie jetzt um eine Pause, um abzuschätzen, wohin sich der Wert entwickelt und ob sie zusätzliche Kohlenhydrate benötigt.“

Aber denk da mal dran im Eifer des Gefechts. Und im Zweifel wäre das dann auch gleich aufgrund der Länge rausgeschnitten worden. Ich war ja schon stolz, dass ich den Abwärtstrend überhaupt bemerkte in dem Trubel. Normalerweise lasse ich eine körperliche Aktivität bei einem Blutzuckerwert von gut 200 mg/dl (11,1 mmol/l) natürlich laufen und beobachte im Stillen. Aber nicht an einem solchen Tag, wo ich selbst sehr abgelenkt und weitestgehend fremdgesteuert bin und mein Hirn so einiges gleichzeitig jongliert.

Traubenzuckerszene

Es geht um ein Mini Täfelchen, 0,15 KE. Sarah-Léonie hat erfahrungsgemäß schnell Konzentrationsschwierigkeiten in Testsituationen. So ein Mini Traubenzucker gibt da einfach nur einen minikleinen Kick. Auch meine Großen hatten das ohne Typ1 in der Schule in dem Alter dabei. Es ist vielleicht auch eher psychologisch als als echte Blutzuckermaßnahme zu bewerten. Und nein, meine Tochter ist nicht „voll abgenervt“, als sie in dieser Szene spricht. Für eine Neunjährige macht sie das prima so ganz frei und ohne dass ich ihr die Worte auch nur im Ansatz vorher zugeflüstert hätte. Sie hat ganz alleine, ohne Drehbuch, zu diesen Worten gefunden.  

Mein Fazit

Ich bin ehrlich gesagt wirklich stolz, dass ohne jeglichen Einfluss auf das Ergebnis aus sieben Stunden Input hier so ein schöner fünfminütiger Bericht entstanden ist, und ich bin sehr stolz auf meine drei Töchter. Auch der Sprecher findet gut gewählte Worte, wichtige Botschaften zu vermitteln, selbst wenn er an der Aussprache von „Sarah-Léonie“ noch arbeiten kann 😉. Natürlich ist im Diabetessinne für Kenner:innen und Profis nicht alles lupenrein und wir berechnen morgens auch zB keine Kalorien. Aber für Laien in Sachen Diabetes Typ 1, und das sind die meisten Deutschen und sicherlich die Mehrzahl der Zuschauer:innen beim Frühstücksfernsehen, werden aus meiner Sicht wichtige Botschaften vermittelt: Symptome. Alltag. Diabetes Typ 1 braucht Aufmerksamkeit und Zeit. Trotzdem hervorragend leben und alles tun können.

Das ist meines Erachtens nach gelungen. 

Man nimmt wahr, dass sich die Redaktion, als zu Beginn des Drehs ebenfalls blutige Anfänger, größte Mühe in manchen Formulierungen gegeben hat. Dafür bin ich dankbar. Dankbar, dass sie sich auf dieses Thema eingelassen haben und es gut machen wollten für alle Menschen mit Diabetes. Natürlich wird nur ein Ausschnitt gezeigt, wie immer beim Fernsehen. Und dafür finde ich, dass diese fünf Minuten einen guten Einblick in den Familienalltag gewähren und dazu beitragen, dass es wieder ein bisschen mehr Aufklärung zu diesem Thema gibt, was der Awareness „für unser aller Sache“ letztlich zugute kommt. 

Neugierig? Dann schaut doch mal hinein. Hier gehts direkt zum Video auf YouTube… 

Quelle: Sat1 Frühstücksfernsehen

PS: Ein „Behind the Scenes“-Video mit unterschiedlichen Blickwinkeln und ein paar zwar gefilmten aber dann nicht gesendeten Szenen gibt es übrigens auf meinem Instagram Account @diabetesbluemchen.   


von Maren Sturny

Maren war Autorin in der Blood Sugar Lounge und hat dort aus dem Leben mit Diabetes berichtet. Hier findet ihr alle Beiträge aus dieser Zeit:

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  • uho1 postete ein Update vor 2 Tagen, 22 Stunden

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂