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Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt: #6 | Warum sollte ich mich für meinen Diabetes schämen? (1)
4 Minuten
Du sitzt beim Arzt und bekommst eine Diagnose. In dem Fall Typ-2-Diabetes. Eine chronische Erkrankung mit der Du bisher wenig bis kaum Kontaktpunkte hattest. Und jetzt hat es Dich einfach erwischt. Du bist geschockt und weißt nicht, wie Du reagieren sollst. In Dir steigt ein totales Gefühlschaos auf und alles, was Du in diesem Moment einfach nur denkst, ist: „F*ck! Was jetzt?“ Was war Dein erster Impuls nach der Diagnose, als Du die Praxis verlassen hattest? Hast Du vielleicht direkt eine Nachricht an Deine Partnerin bzw. Deinen Partner oder Deinen Freundeskreis geschrieben? Deinen Eltern oder Kindern? Oder hast Du die Diagnose (erstmal) für Dich behalten?
Jeder Mensch geht mit Schocknachrichten – in dem Fall eine medizinische Diagnose – anders um. Es gibt die einen, die direkt den Kontakt zu ihren Liebsten suchen, um sich jemandem anzuvertrauen. Und dann gibt es die anderen, die etwas verhalteneren Personen, die private oder auch unangenehme Dinge lieber für sich behalten. Doch egal, zu welcher Art „Verhaltenstyp“ Du gehören magst, jede Person mit Diabetes wird früher oder später am selben Punkt stehen. Dem Punkt zu entscheiden, wie offen man im Umgang mit seinem Diabetes umgeht und wem man davon erzählt.

Kurz bevor ich diesen Beitrag geschrieben habe, startete ich eine kleine Umfrage innerhalb meiner Instagram-Community, die genau diese Frage beantworten sollte. Und tatsächlich war ich sehr überrascht, wie viele meiner Follower offen mit ihrer Diagnose bzw. Diabetes-Erkrankung in ihrem Umfeld umgehen. Natürlich kann ich nicht alle Menschen mit Diabetes über einen Kamm scheren, doch ich finde, dass solche Umfragen immer einen guten Richtwert bieten.
Jetzt fragst Du dich bestimmt, warum ich über das Ergebnis und somit dem offenen Umgang überrascht war. Wie schon in einem meiner vorherigen Beiträgen erwähnt, empfinde ich, dass Typ-2-Diabetes in unserer Gesellschaft einen eher schlechten Ruf genießt. Dass alle chronischen Erkrankungen sche*ße sind, ist keine Frage. Doch gerade Typ-2-Diabetes hat etwas an sich, was Leute oft dazu veranlasst, die Betroffenen zu stigmatisieren und Finger-Pointing zu betreiben. Meines Erachtens ist der Grund hierfür die Unwissenheit. Unwissenheit über das Krankheitsbild, die Entstehung, Behandlung oder auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Diabetes-Typen. Weshalb ich es umso wichtiger finde, entsprechend Aufklärung zu betreiben.
Doch genau aufgrund dieser Stigmatisierung, die uns Menschen mit (Typ-2-)Diabetes oftmals entgegengebracht wird, war meine Vermutung, dass viele Betroffene doch eher einen „stillen“ Umgang mit ihrem Diabetes pflegen. Doch ganz im Gegenteil! In meinen eingegangenen Nachrichten auf Instagram habe ich oft den Satz gelesen „Warum sollte ich mich für meinen Diabetes schämen?“. Diese Aussage trotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Gerne hätte ich mir früher hiervon eine Scheibe abgeschnitten. Denn ja, auch wenn ich über Instagram einen sehr offenen Umgang mit meinem Diabetes teile, so ist bzw. war es in meinem „Real Life“ nicht immer so gewesen…
Typ-2-Diabetes ist in unserer Gesellschaft bislang mehr oder weniger immer noch als Altersdiabetes bekannt und wird oftmals auch als „Begleiterscheinung des hohen Alters“ abgestempelt. Das aber auch immer mehr junge Menschen an dem Krankheitsbild erkranken, wissen tatsächlich die Wenigsten. Auch viele Ärztinnen und Ärzte sind da keine Ausnahme…

Mit 27 Jahren so eine Diagnose zu erhalten, die meist ältere Menschen bekommen, ist um einiges schwerer zu realisieren und anzunehmen. Man fragt sich oft, wie das passieren konnte. Man gibt sich selber die Schuld und schämt sich, es überhaupt soweit kommen lassen zu haben. Doch im Endeffekt sind das alles Schuldzuweisungen u. a. aufgrund von dämlichen Vorurteilen und Unwissenheit. Dass Diabetes die Folge einer jahrelangen Insulinresistenz ist und viele Einflussfaktoren neben Ernährung und Sport auch eine wichtige Rolle spielen, ist vielen nicht bewusst, weshalb es ja auch u. a. zu Stigmatisierungen kommt. Den krassesten Kommentar von einem Fitness-Influencer, den ich mal unter einem „Diabetes-Aufklärungsvideo“ auf Instagram gelesen habe, war: „Die Situation (Typ-2-Diabetes) hast Du Dir selber eingebrockt.“ Verrückt, oder? Wie sollte man sich bei solchen Aussagen denn nicht für seinen Diabetes schämen?
All diese bisherigen aufgezählten Gründe, sprich, die frühe Erkrankung an einem Krankheitsbild, was eigentlich meist nur ältere Leute bekommen, die Unwissenheit, das Finger-Pointing sowie die Scham, mit nur 27 Jahren an Typ-2-Diabetes erkrankt zu sein, sind alles Einflussfaktoren, warum ich mich manchmal schwer damit tue, Menschen aus meinem Umfeld von meinem Diabetes zu erzählen. Plus natürlich die Tatsache, dass ich schon immer ein paar Kilos zu viel und schon immer gerne Zucker gegessen habe…
Caros Kolumne
Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt

Hallo, mein Name ist Caro! Ich wurde als 27-Jährige mit einem Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Erfahrt in meiner Kolumne „Hin und zurück – bis ans Ende der Dia-Welt“ alles über meine außergewöhnliche Reise als junge Frau mit Diabetes. Viel Spaß beim Lesen!
von Caro
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche, 6 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
