Was wäre ein Leben ohne Diabetes?

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Community-Beitrag
Was wäre ein Leben ohne Diabetes?

Was würde sich für uns und unser Umfeld ohne den Diabetes ändern? Und wer wäre ich wohl heute, hätte meine Bauchspeicheldrüse nie ihren Dienst quittiert?
Das Leben mit unserer streikenden Bauchspeicheldrüse ist oft ein Auf und Ab. Doch hätte ein diabetesfreies Leben nicht auch solche Fürs und Widers?

  • Tägliches Blutzuckermessen würde wegfallen. Unsere Fingerspitzen wären frei von kleinen schwarzen Punkten und unsere Täschchen und Bettlaken hätten nie einen Tropfen Blut gesehen…
    …aber ich hätte wohl auch nie gelernt, dass kaltes Wasser bei frischem Blut Wunder bewirkt – und Essigessenz wohl so ziemlich jeden Fleck killt.

Leben ohne Diabetes Blut

  • Ohne den Diabetes würde ich mich mit Freuden auf die nächste Mahlzeit stürzen, ohne im Kopf oder mit Waage und Taschenrechner bewaffnet Zahlen zu jonglieren, um die passende Insulindosis auszurechnen…
    …aber hätte ich wohl jemals gelernt, Dinge so gut einschätzen zu können?

Leben ohne Diabetes Rechnen

  • Ohne die vielen, vielen Teststreifendosen hätten wir definitiv so etwas wie PLATZ im Schrank und wohl zwei Tüten weniger Plastikmüll im Monat…
    …aber viele unglaublich kreative Bastel- und Spielideen mit den kleinen Döschen wären wohl niemals geboren worden.
  • Nahrungsmittelbestandteile? Was interessieren die mich als gesunder Mensch?
    …Dank Diabetes kenne ich nun von mindestens 3000 Lebensmitteln die ungefähre Zusammensetzung aus Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten und weiß auch: Ketchup ist ein kleiner Zuckerlieferant – und würde uns bei einer Zombie-Apokalypse sicher mit Glukose versorgen ;).
  • Meine Sporteinheiten müsste ich ohne Diabetes nicht regelmäßig zum Messen unterbrechen…
    …aber ich hätte meinen Körper und seine Signale wohl nie so kennen-und verstehen gelernt wie durch meinen süßen Begleiter.

Leben ohne Diabetes Sport

  • Die beim Sport gerade mühsam verbrannten Kalorien in Form von Hypo-BEs wieder anfressen – das wäre ein Diabetesproblemchen weniger als kerngesunder Mensch…
    …andererseits hätte ich wohl keine Ausrede mehr, weshalb der extradicke Schokoladeneisbecher jetzt wirklich UNBEDINGT sein muss ;).
  • Teststreifen in der Waschmaschine, hinterm Klo und unter dem Kopfkissen würden der Vergangenheit angehören…
    …aber wie viele Lacher hätte ich wohl verpasst, weil ich mal wieder eines dieser kleinen Biester in der unmöglichsten Ecke gefunden habe?
  • Fluchend, kreischend und wütend den Schubladenknauf anzuschreien, weil er mal wieder den Katheter aus der Haut gerissen hat, wäre undenkbar…
    …aber meine Tollpatschigkeit hätte sich wohl deutlich weniger in ein gewisses Geschick verwandelt, potentielle Gefahrenquellen galant zu umgehen. Türrahmen zum Beispiel.
  • Filme, in denen Diabetikern während eines „Zuckerschocks“ eine Ampulle Insulin in den Oberschenkel gejagt wird und sie innerhalb von Sekunden zum blühenden Leben erwachen, hätten uns spannende Abende beschert…
    …aber so sitzen wir nun schimpfend, lachend oder bedauernd vor dem PC und tauschen uns in den zahlreichen Diabetesgruppen über die Unfähigkeit des Fernsehens aus, während hunderte Diabetiker E-Mails an den Sender schreiben und so für ein Stück Aufklärung sorgen.
  • Angst vor Folgeschäden würden wir nicht kennen…
    …ebenso wenig wie die uns selbst antrainierte Disziplin, unseren Mut, unsere Stärke und ein unglaublich gutes Körpergefühl, das uns ab und zu besser macht als jegliches medizinisches Fachpersonal.
  • Die zahlreichen Eltern kleiner und großer Diabetiker hätten definitiv einen großen Grund weniger, sich Sorgen zu machen…
    …aber viele Momente des überwältigenden Stolzes, unbeschreiblicher Liebe und riesiger Dankbarkeit hätten wir als Familie nicht erlebt.
  • Und last, but not least: Mit einem Leben ohne Diabetes wäre ich wohl für die Probleme, Schwierigkeiten und Hürden, die jeder Mensch (ob gesund oder nicht) mit sich herumträgt, ein bisschen weniger empfänglich gewesen…

Leben ohne Diabetes Danke

…und hätte nie die Liebe meines Lebens kennengelernt.

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  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?