- Aus der Community
Achterbahn mit Kortisol
2 Minuten

Typ-1-Diabetes und eine Therapie mit Kortisonpräparaten sind eine unheilvolle Kombination. Sicher kennen einige diese Problematik – denn zusammen mit dem Diabetes kommen oft weitere Krankheiten, die eben mitunter eine solche Therapie benötigen.

Warum aber ist das Ganze so unheilvoll? Das Hormon Kortisol – bzw. die entsprechenden Wirkstoffe – sorgen unter anderem für eine stärkere Zuckerneubildung (Glukoneogenese) im Körper. Aber wann genau? Und wie viel? Genau da fängt das Dilemma an. Ist es dann noch eine Stoßtherapie, also die kurzzeitige Einnahme mit anschließend wieder allmählicher Reduktion der Dosis, wird es noch schwieriger.
Sehr variable Glukose-Reaktion
Inzwischen habe ich in meiner Insulinpumpe eine „Kortisol-Basalrate“, die ich bei Start der Therapie direkt starten kann. Das hilft erst einmal – aber die Glukoseneubildung ist leider sehr variabel, wie ich gerade wieder feststellen musste. Vorgefertigte Insulin-Schemata helfen dabei nicht. Auch die Insulindosen für Mahlzeiten und Korrekturen passe ich natürlich an, steigere sie also immens. Am Anfang geht das meist auch so halbwegs, denn der Körper braucht dann so viel Insulin, dass ich ihm eigentlich dauernd etwas geben kann und er sich irgendwann bequemt, die Werte entsprechend zu normalisieren.
Erfahrungswerte sind gut – passen aber oft nicht
Sobald ich aber mit dem Ausschleichen der Kortisol-Dosis beginne, wird es spannend: Wie viel weniger Insulin brauche ich? Natürlich habe ich auch hier Erfahrungswerte – aber es wäre ja zu einfach, wenn alles direkt passen würde. Die Glukosewerte steigen noch nicht an, wenn ich eigentlich damit rechne, und steigen an, wenn ich nicht damit rechne. Nicht so unangenehm ist es, wenn ich einen zu kleinen Bolus gebe: Dann steigen die Glukosewerte zwar an, aber durch kleine Korrekturen bekomme ich sie allmählich wieder nach unten. Aber unangenehm wird es, wenn ich für einen Bolus in Erwartung eines größeren Bedarfs wegen der Kortisoltherapie eine zu hohe Dosis wähle – die theoretisch passen müsste, aber mein Körper entscheidet sich leider anders. Das Resultat: rasanter Glukose-Absturz – Glukose-Rettung durch Traubenzucker und Kekse – rasanter Glukose-Anstieg… na, und so weiter. Die schönste Achterbahn!

Steile Abstürze
Wüsste ich vorher, dass sich die Abstürze selbst bremsen, wie es in den letzten Tagen unter Kortisol offensichtlich der Fall gewesen wäre, müsste ich nicht mit Kohlenhydraten gegensteuern. Aber wer kann das bei einem Absturz um 130 mg/dl (7,2 mmol/l) innerhalb einer halben Stunde ahnen?

Zum Glück ist die Kortisol-Therapie jetzt vorbei und es kann wieder etwas mehr Ruhe einkehren in die Glukoseverläufe – ohne die schnellen Abstürze mit unangenehmen Unterzuckerungen…
Wie sind Eure Erfahrungen mit einer Kortisol-Therapie?
Die Wirkung von „Kortison“ auf den Blutzucker – auch Olli hat Erfahrungen mit dem Thema gemacht!
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lena-schmidt postete ein Update vor 2 Tagen, 16 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße