Appell: „Schwer kranke Patienten sollten sich weiterhin behandeln lassen“

2 Minuten

© upixa - Fotolia
Appell: „Schwer kranke Patienten sollten sich weiterhin behandeln lassen“

Mit einem dringenden Appell richtete sich die Stiftung des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbands (DGD-Stiftung) heute an Patienten, Politik und Medien: Menschen, die an einer schweren Erkrankung leiden, sollten sich trotz der Corona-Pandemie unbedingt in medizinische Behandlung begeben, um Spätfolgen zu vermeiden.

„Das Coronavirus und seine Auswirkungen auf das deutsche Gesundheitssystem sind derzeit in aller Munde. Aus dem Blick gerät dabei jedoch die Perspektive schwer kranker Menschen, die – etwa nach einem Herz- oder Schlaganfall oder bei schweren psychischen Erkrankungen – die Behandlung im Krankenhaus scheuen“, warnt Dr. Claudia Fremder, Vorstandsmitglied der Stiftung des Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverbands (DGD-Stiftung) mit Sitz in Marburg, zu der bundesweit mehrere Kliniken und teilstationäre Einrichtungen gehören.

Hinter der zögerlichen Haltung verberge sich die Angst, sich mit Covid-19 zu infizieren. Darüber hinaus haben manche Menschen mit einer anderen schweren Erkrankung das Gefühl, für sie gäbe es aufgrund der Pandemie derzeit keinen Platz im Krankenhaus, mahnt die DGD-Stiftung.

„Das Verschleppen kann zu fatalen Folgeschäden führen“

„Hier lautet unser dringender Appell: Wenn Sie Symptome eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls haben, suchen Sie ärztlichen Rat. Melden Sie sich bei Ihrem Hausarzt oder behandelnden Facharzt oder wählen Sie in dringenden akuten Notfällen die 112“, so Dr. Fremder. „Das Verschleppen einer schwerwiegenden Erkrankung, wie beispielsweise eines Herzinfarktes, kann zu fatalen Folgeschäden führen.“

Auch im onkologischen Bereich sei es wichtig, Erkrankungen möglichst früh zu diagnostizieren. Ebenfalls besondere Aufmerksamkeit sei bei psychischen Erkrankungen geboten. Menschen, die unter einer Depression oder einer Suchterkrankung litten, dürften ihre Behandlung nicht abbrechen oder deren Beginn verschieben.

Kapazitäten sind da – Infektionsschutz ist gewährleistet

„Die Krankenhäuser in Deutschland sowie die psychiatrischen Fachkliniken haben freie Kapazitäten. Zur Vorbereitung der Corona-Behandlung wurden alle verlegbaren elektiven Behandlungen verschoben. Sie sind gut gerüstet für Corona-Patienten, können aber selbstverständlich nach wie vor auch andere schwere Erkrankungen behandeln“, betonte Dr. Fremder.

Die Angst vor einer Corona-Infektion im Krankenhaus sei zwar nachvollziehbar, in der Regel aber unbegründet. „Die Krankenhäuser haben immense Anstrengungen in den Infektionsschutz gesteckt. Patienten werden bereits ab der Pforte auf Symptome überprüft und im Haus isoliert behandelt.“ Dies gelte auch für psychiatrische Kliniken.

„Die Menschen vertrauen in diesen Tagen zurecht auf die Kompetenzen der Kliniken und deren Mitarbeiter im Kampf gegen das Coronavirus. Dieses Vertrauen verdienen sämtliche Disziplinen und Fachbereiche in den Häusern. Menschen mit schweren Erkrankungen sollten sich auch weiterhin in medizinische Behandlung begeben, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden“, empfiehlt Dr. Fremder.


Quelle: DGD-Stiftung | Redaktion

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Informationstag für Menschen mit Adipositas und/oder Diabetes: Gelebtes Empowerment bei der ADIBETIKA 2026
Beim Informationstag ADIBETIKA 2026 tauschten sich Menschen mit Adipositas, Diabetes oder beidem über Therapien, Digitalisierung und den Alltag mit den Erkrankungen aus. Susanne Thiemann vom DDH-M NRW e.V. berichtet über die Veranstaltung und die starke Allianz zweier Patientenverbände. Zusätzliche Impressionen und Stimmen gibt's im Video.
Informationstag für Menschen mit Adipositas und/oder Diabetes: Gelebtes Empowerment bei der ADIBETIKA 2026 | Foto: DDH-M NRW

2 Minuten

Trügerische Ampel: Lenkungswirkung verfehlt – warum der Nutri-Score so nicht funktioniert
Ein grünes „A“ für Weißmehl-Pasta, obwohl die Insulin-Ausschüttung Achterbahn fährt: Der Nutri-Score verspricht Orientierung, doch sein Algorithmus ignoriert fundamentale Regeln der Ernährungsphysiologie. Warum das Label in seiner jetzigen Form seine Lenkungswirkung verfehlt und sogar den Weg in Richtung Diabetes Typ 2 ebnen kann und warum nur eine Kombination aus Pflichtkennzeichnung und Zuckersteuer echte Abhilfe schafft, legen die Selbsthilfe-Verbände im Diabetes-Anker in einer gemeinsamen Position dar.
Trügerische Ampel: Lenkungswirkung verfehlt – warum der Nutri-Score so nicht funktioniert | Foto: DNI

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 2 Tagen, 6 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Tagen, 23 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 3 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%