Auf den Zahn gefühlt

2 Minuten

Auf den Zahn gefühlt

Putzen Sie regelmäßig, also mindestens zweimal täglich Ihre Zähne? Elektrisch oder manuell? Und wie oft wechseln Sie die Bürste? In puncto Dentalhygiene lässt sich einiges mit kleinen Dingen tun, um Zähne und Zahnfleisch gesund zu halten.

Diabetes geht auch Zähne und Zahnfleisch etwas an. Ist die Blutzuckereinstellung auf Dauer schlecht, leiden auch sie darunter. Denn ständig erhöhte Werte bewirken, dass die ausreichende Blutversorgung des Zahnfleischs herabgesetzt ist. Es kommt zur Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Jetzt ist es ein Leichtes für Keime und Bakterien, sich hier anzusiedeln. Denn Abwehrmechanismen, die normalerweise als Schutzschild fungieren, sind geschwächt.

Nicht nur das: Auch die Speichelproduktion kann bei hohen Blutzuckerwerten herabgesetzt sein. Eine trockene Mundhöhle ist unangenehm, und der Zahnschmelz leidet, was zu Karies führen kann.

Bakterienschleuder Zahnbürste




Würde man die Borsten mal genau unter die Lupe nehmen, käme der Schreck: Denn rund 70 Prozent aller Zahnbürsten sind mit Krankheitserregern belastet. So kann manche Zahnbürste mehr Keime enthalten als beispielsweise Haushaltsbürsten. Hängen gebliebene Speisereste fühlen sich auf den feuchten Borsten sehr wohl und breiten sich aus. Je älter und ausgefranster, desto größer der Platz zur Ansiedelung.

Deshalb wird empfohlen, die manuelle Zahnbürste oder den Bürstenkopf der elektrischen spätestens nach drei Monaten auszuwechseln. Die Realität sieht leider anders aus: Im Schnitt verwenden Familien lediglich 2,3 Bürsten pro Jahr.

Bürste gewechselt – Infekt verschwunden

Manchmal wundert man sich, warum eine Entzündung im Mundraum nicht abklingt oder die Erkältung so hartnäckig treu bleibt. Auch das kann mit einer alten Zahnbürste zu tun haben, die prall gefüllt ist mit Bakterien. Es lohnt sich also, die Bürste auszuwechseln und auch sonst eine gründliche Mundhygiene zu betreiben. Wichtig ist dabei, mindestens zweimal täglich die Zähne zu putzen – am besten nach dem Essen. Dabei sollten die Borsten nicht zu hart sein, das kann zu unnötigen Zahnfleischverletzungen führen.

Wenig sinnvoll sind Mundduschen. Ist der Wasserstrahl zu stark, kann auch er das Zahnfleisch unnötig reizen. Nach der Anwendung fühlt sich die Mundhöhle zwar erfrischt an, aber gerade in die engen Zwischenräume gelangt sie kaum bis gar nicht. Hier sind nach wie vor Zahnseide und spezielle Interdental-Bürsten für die Zwischenräume die beste Wahl. So praktisch es nach dem Essen oft sein mag: Verzichten Sie auf Zahnstocher. Ihre Spitze kann abbrechen und im Zwischenraum hängen bleiben und das Zahnfleisch verletzen.

Optimal ist die Mundhygiene, wenn mit fluoridhaltiger Zahncreme geputzt wird, Zahnseide oder eine Interdentalbürste benutzt und mit Mundspülung abgeschlossen wird. Um die Zunge von Belägen zu reinigen, gibt es Zungenreiniger: Auch sie verbessern die Mundhygiene und helfen gegen Mundgeruch.


von Kirsten Metternich von Wolff
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0, Fax: (0 61 31) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-journal.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (4) Seite 45

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Druckfrisch: Das sind die Themen im Diabetes-Anker 10/2026
Die neue Magazin-Ausgabe ist ab sofort erhältlich: Prof. Dr. Thomas Haak aus der Chefredaktion stellt die Themen des Diabetes-Anker-Magazins 10/2026 vor. Unter anderem geht es um das psychische Wohlbefinden bei Diabetes, wie man Bluthochdruck in den Griff bekommt sowie wann und für wen Nahrungsergänzung sinnvoll sein kann.
Druckfrisch: Das sind die Themen im Diabetes-Anker 10/2024 | Foto: MedTriX / Jennifer Sanchez

4 Minuten

Diabetes und Augen: Netzhautschäden frühzeitig erkennen, Risiko senken und Sehvermögen schützen
Netzhautschäden zählen zu den häufigsten Diabetes-Folgen, bleiben jedoch oft über lange Zeit unbemerkt. Anlässlich des Tags der Netzhaut am 26. September informiert die DDG darüber, welche Warnzeichen man kennen sollten, wann Kontroll-Untersuchungen nötig sind und wie sich das Risiko senken lässt.
Diabetes und Augen: Netzhautschäden frühzeitig erkennen, Risiko senken und Sehvermögen schützen | Foto: Peakstock – stock.adobe.com

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂