- Behandlung
Bewusstsein schärfen
2 Minuten
Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 – im Dezember sind in Berlin auf einer Pressekonferenz neue Daten der Aufklärungs-Kampagne vorgestellt worden. Diesmal waren es Fragebogen-Auswertungen von Menschen ohne bekannte Diabetes-Erkrankung, die Handlungsbedarf zeigen.
Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7 steht für bundesweite, nachhaltige Diabetes-Aufklärung – seit 12 Jahren, mit über einer halben Million Besuchern an rund 50 Standorten und mit Zehntausenden ausgewerteter Risikocheck-Fragebögen. Im Frühjahr 2016 wurde die Auswertung der Daten derjenigen Besucher vorgestellt, die im Test angegeben hatten, Diabetes zu haben (wir berichteten).
Die Daten der Teilnehmer ohne bekannten Diabetes
Im November nun wurden in Berlin die Daten jener Teilnehmer ohne bekannten Diabetes (ca. 21.000 der 26.500 ausgewerteten Fragebögen – sprich 79 Prozent) gezeigt:
- Älter als 64 Jahre waren 40 Prozent.
- 44 Prozent derjenigen ohne bekannten Diabetes sind übergewichtig (BMI über 25 kg/m²), 17 Prozent sind fettleibig (BMI über 30 kg/m²).
- 35 Prozent nehmen blutdrucksenkende Medikamente; 57 Prozent haben einen Blutdruck von über 140/90 mmHg.
- Über 4 100 HbA1c-Messungen bei diesen Teilnehmern ergaben: 18,5 Prozent der Menschen ohne bekannten Diabetes haben ein HbA1c von über 6,5 Prozent (laut Praxisempfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft ist das ein Diagnose-Kriterium für Typ-2-Diabetes), 24,2 Prozent ein HbA1c von 6 bis 6,5 Prozent.
Laut Prof. Stephan Jacob (Villingen-Schwenningen), der die Ergebnisse vorstellte, ergibt sich durch die Zahl der Übergewichtigen, der Menschen mit Bluthochdruck sowie der Teilnehmer mit erhöhten HbA1c-Werten, „dass mehr als die Hälfte der Teilnehmer ohne bekannten Diabetes ein erhöhtes Risiko haben, innerhalb der nächsten 10 Jahre einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln“.
Nahezu die Hälfte der Langzeitblutzuckerwerte nicht im Zielbereich
Die erste Auswertung der Menschen mit bekanntem Diabetes ergab, dass bei nahezu der Hälfte der Typ-2-Diabetiker (46,3 Prozent) die HbA1c-Werte sehr oft über 7 Prozent und damit nicht im Zielbereich lagen. Früherkennung, Prävention und Kampagnen wie Gesünder unter 7 seien wichtig, das Bewusstsein für Diabetes zu schärfen. Das Diabetes-Journal ist seit Beginn Medienpartner der Kampagne.
von Günter Nuber
Chefredakteur Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag,
Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: 0 61 31 / 9 60 70 0, Fax: 0 61 31 / 9 60 70 90
E-Mail: redaktion@diabetes-online.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (1) Seite 8
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aktuelles
3 Minuten
- Leben mit Diabetes
13 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 6 Tagen, 7 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 6 Tagen, 8 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 6 Tagen, 6 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
