- Behandlung
Blaues Pflaster zur Früherkennung
2 Minuten

Ein Pflaster kann früh anzeigen, ob bei Diabetikern am Fuß schon kleine Nervenfasern geschädigt sind. Mit dieser Früherkennung kann man dem Diabetischen Fußsyndrom begegnen. Der Test ist auch als Selbsttest möglich.
Diabetes-Journal-Leser wissen um die Gefahr, ein Diabetisches Fußsyndrom (DFS) bekommen zu können. Dem voraus geht meist ein Fußgeschwür (Ulkus), oft lange unentdeckt und unbehandelt. Dem wiederum voraus geht die Entwicklung einer diabetischen Nervenerkrankung (Neuropathie), die bei vielen Menschen verhindert, dass sie Schmerzen richtig wahrnehmen.
Zuvor schon entstehen oft „Fissuren“– das sind Risse oder Spalten; sie bilden sich häufig bei Diabetikern mit trockener Haut, reduzierter Schweißproduktion und Neuropathie. Tiefe Fissuren bergen ein hohes Risiko dafür, dass Geschwüre am Fuß entstehen – sie sind kaum unterscheidbar von oberflächlichen Rissen.
Einfacher und kostengünstiger Suchtest
Laut Dr. Stephan Kress (Landau) hat die Entdeckung einer Neuropathie bei Diabetikern eine sehr hohe Bedeutung. Auf einer Pressekonferenz des Unternehmens Sanofi stellte er ein Pflaster vor als einfachen und kostengünstigen Suchtest, der anzeigt, ob bei einem Betroffenen die Schweißsekretion (Absonderung) geschädigt ist – dies als häufig frühes Zeichen einer beginnenden Nervenerkrankung.
Das Neuropad zur Diagnostik der diabetischen peripheren Nervenerkrankung kann laut Dr. Kress leicht in den Praxis- bzw. Klinikalltag integriert oder auch vom Patienten als Selbsttest durchgeführt werden.
Ideal: Pflaster verfärbt sich schnell
Und so funktioniert der Test: Man klebt das Pflaster unter den Fuß auf den Großzehenballen. Durch den Schweiß am Fuß verändert das Pflaster bei Menschen ohne Neuropathie normalerweise innerhalb weniger Minuten seine Farbe von Blau zu Rosa. Findet diese Farbreaktion nicht vollständig oder nur sehr langsam statt, deutet dies auf erste Nervenschädigungen hin – Dr. Kress: „In diesem Fall sollte eine weitere Diagnostik in der Praxis eingeleitet werden.“
„Bei einem negativen Testergebnis“, also keinem Hinweis auf eine Neuropathie, „sollte alle sechs bis zwölf Monate eine erneute Kontrolle erfolgen“, so Kress. Fußgeschwüre zu verhindern gehört „zu den wichtigen Anliegen bei der Behandlung von Menschen mit Diabetes“, sagte Kress. Das Indikatorpflaster sei bisher der einzige Test, der Veränderungen der Hautfeuchtigkeit am Fuß auch als Selbsttest dokumentieren kann, hieß es.
Interessenten fragen ihren Arzt oder Apotheker nach dem Neuropad-Früherkennungspflaster. Gibt es auch im Online-Handel wie diashop.de für 25 bis 30 Euro.
von Günter Nuber
Chef-Redaktion Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag,
Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-online.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (6) Seite 14
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Aus der Community

3 Minuten
- Begleit-Erkrankungen
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen, 1 Stunde
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Tagen, 19 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 4 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße