Blutkörperchen bespickt mit Insulin regulieren Blutzucker

2 Minuten

© NC State University
Blutkörperchen bespickt mit Insulin regulieren Blutzucker

US-Wissenschaftler haben eine neue biokompatible Methode entwickelt, bei der ein modifiziertes Insulin abhängig vom Blutzuckerspiegel wirkt. Im Tiermodell konnte der Glukosespeigel auf diese Weise mit einer Injektion zwei Tage lang reguliert werden.

Ein Forscherteam der North Carolina State University und der University of North Carolina hat eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe der Stoffwechsel abhängig vom Vorhandensein von Glukose reguliert werden kann. Im Tiermodell konnte der Blutzuckerspiegel von diabetischen Mäusen mit einer Injektion über einen Zeitraum von 48 Stunden kontroliert werden.

Rote Blutkörperchen bespickt mit Insulinmolekülen

Dazu modifizierten die Wissenschaftler Insulinmoleküle, indem sie sie mit dem Glukose-Derivat Glukosamin eine chemische Verbindung eingehen ließen. Das so gebundene Glukosamin dockt wiederum dauerhaft an Glukosetransporter auf der Oberfläche von roten Blutkörperchen an. Im Endeffekt erschufen sie so rote Blutkörperchen bespickt mit Insulinmolekülen.

Diese Verbindung wurde daraufhin in den Blutkreislauf von Mäusen mit Typ-1-Diabetes injiziert. Erhöhten sich die Blutzuckerwerte, gingen die Glukosemoleküle eine Verbindung mit den Glukosetransportern auf den Blutkörperchen ein und ersetzten das zuvor dort gebundene Glukosamin. Dieses wurde so mitsamt dem Insulin in den Blutkreislauf freigegeben.

Das freigesetzte Insulin konnte dann wiederum mit Insulinrezeptoren in der Leber, den Muskeln und dem Fettgewebe reagieren und so den blutzuckersenkenden Prozess einleiten, der rund zwei Tage lang zu beobachten war. Die Insulinwirkung erfolgte dabei nur bei erhöhten Blutzuckerwerten, so dass das Risiko für Unterzuckerungen im Vergleich zu normalem Insulin deutlich reduziert ist.

Ein biokompatibeles, smartes System, das nach Bedarf reagiert

„Kurz gesagt ist dies ein völlig biokompatibles, smartes System, das nach Bedarf reagiert, um den Blutzuckerspiegel zu normalisieren“, sagte Prof. Dr. Zhen Gu, Co-Autor der Studienveröffentlichung. Die Ergebnisse verhießen Gutes bezüglich der Entwicklung einer standardisierten Methode.

Sein Kollege Dr. John Buse ergänzte, dass das Team nun die langfristige Verträglichkeit des modifizierten Insulins im Tiermodell testen werde, um entscheiden zu können, ob es auch zur Anwendung in klinischen Studien mit Menschen kommen wird. „Eine Umsetzung dieser Vision würde eine der aufregensten Entwicklungen in der Diabetesversorgung bedeuten“, so Buse.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Fachmagazin Advanced Materials publiziert.


von Gregor Hess
Redaktion Diabetes-Journal, Kirchheim-Verlag,
Kaiserstraße 41, 55116 Mainz,
Tel.: (06131) 9 60 70 0, Fax: (06131) 9 60 70 90,
E-Mail: redaktion@diabetes-online.de

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Community-Rezept: Gemüse- Curry von Annika
Herzhaft, ballaststoffreich und vegan: Das Gemüse-Curry-Rezept von Annika aus der Community vereint Blumenkohl, Kichererbsen und Kokosmilch zu einem sättigenden Hauptgericht. Pro Portion liefert es 18 g Ballaststoffe – ideal auch als Meal-Prep für Menschen mit Diabetes.
Community-Rezept: Gemüse-Curry von Annika | Foto: MedTriX / Bernhard und Gabi Kölsch

3 Minuten

Community-Beitrag
Informationstag für Menschen mit Adipositas und/oder Diabetes: Gelebtes Empowerment bei der ADIBETIKA 2026
Beim Informationstag ADIBETIKA 2026 tauschten sich Menschen mit Adipositas, Diabetes oder beidem über Therapien, Digitalisierung und den Alltag mit den Erkrankungen aus. Susanne Thiemann vom DDH-M NRW e.V. berichtet über die Veranstaltung und die starke Allianz zweier Patientenverbände. Zusätzliche Impressionen und Stimmen gibt's im Video.
Informationstag für Menschen mit Adipositas und/oder Diabetes: Gelebtes Empowerment bei der ADIBETIKA 2026 | Foto: DDH-M NRW

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Tagen, 17 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

    Wer ist am Start?

    ( 4 von 6 )
    66.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%
    ( 1 von 6 )
    16.67%