- Behandlung
Chaos im Leben – und im Diabetes
2 Minuten
Jana Einser berichtet, wie Stress und Chaos im Alltagsleben sich auch auf ihre Stoffwechseleinstellung auswirkt – und was sie dagegen tut.
Gerade heute ist wieder so ein Tag: Chaos über Chaos! Der virtuelle Schreibtisch in meinem Büro quillt über vor Arbeit, ständig klingelt das Telefon, Projekte müssen fertiggestellt werden. Sicher, nicht jeder Tag bringt diese Hektik – aber selten sind solche Tage nicht. Das gilt wahrscheinlich inzwischen für viele Arbeitsplätze: Die Arbeitsmenge wächst, der Zeitdruck auch, von den vielen Wünschen der Kollegen ganz zu schweigen …
Eigentlich habe ich an solchen Tagen gar keine Zeit für meinen Typ-1-Diabetes. Dem aber ist das ganz egal: Er ist trotzdem da und fordert Aufmerksamkeit. Und er gibt mir auf seine Weise Signale: Der Blutzucker bewegt sich, weil das Chaos schon einige Tage so geht, im Büro ständig um die 300 mg/dl bzw. 16,7 mmol/l. Komme ich abends nach Hause, kann ich ihn langsam wieder auf normale Werte senken – bis am nächsten Tag wieder das Büro wartet.
Mir ging dabei heute so durch den Kopf: Wie weit darf ich das zulassen? Rein medizinisch betrachtet bedeuten diese hohen Werte natürlich Gift für meinen Körper. Fazit: Ich muss handeln und viel Korrekturinsulin abgeben, vielleicht sogar meine Basalrate in der Insulinpumpe erhöhen.
Aber kann ich nicht auch mal ein paar Tage, solange es mir trotz dieser Werte nicht katastrophal geht, sagen: “Ich tue für meinen Diabetes nur das Allernötigste!”? Ich finde, auch das muss gehen – sozusagen ein Kurzurlaub vom Diabetes. Natürlich nicht vollständig, die Katastrophenverhinderung muss weiter sein: Ich muss dafür sorgen, dass die Werte nicht weiter steigen und mein Körper auf Notreserven mit der Folge einer Übersäuerung zurückgreift. Aber sonst?
Ganz wichtig ist dabei die Gewissheit, dass diese Phase des Chaos und der Anspannung vorübergeht. Im Leben wechseln sich Ruhe und Chaos oft ab, machen das Leben so vielseitig und abwechslungsreich – die Wahrscheinlichkeit, dass wieder eine ruhigere Arbeitsphase eintritt, ist also groß. Und genau deshalb sage ich mir in diesen Tagen auch: Es ist zwar nicht in Ordnung, wie es ist, aber ich kann es zurzeit akzeptieren.
Für mich gehört auch das zu einem Leben mit Diabetes: das Akzeptieren, dass es Phasen gibt, in denen andere Bausteine des Lebens eine wichtigere Rolle spielen. Entscheidend ist dabei, dass eine solche Phase nicht zum Dauerzustand wird. Das kann schwierig sein. Ideal ist dann, wenn man weiß, wie man wieder zur Ruhe findet – ich liebe dafür zum Beispiel Bewegung in freier Natur. Und dann kriegt mein Kumpel Diabetes auch wieder den Platz in meinem Leben, den er sich vor vielen Jahren einfach genommen hat.

Kontakt:
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (06131) 9 60 70 0,
Fax: (06131) 9 60 70 90, E-mail: redaktion@diabetes-journal.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (10) Seite 82
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Monat
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
