COVID-19 kann einen Hirninfarkt begünstigen

2 Minuten

© psdesign1 - Fotolia
COVID-19 kann einen Hirninfarkt begünstigen

Schwere Atemwegserkrankungen und Lungenentzündungen – das sind bekannte gravierende Auswirkungen von COVID-19. Doch das Virus kann – insbesondere bei schweren Verläufen – auch zu einem Schlaganfall führen. Darauf macht die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall aufmerksam, der am 10. Mai als bundesweiter Aktionstag stattfindet. Zudem betont die DSG, dass ein Schlaganfall immer ein medizinischer Notfall ist und Erkrankte ihre Anzeichen ernst nehmen und sich in Behandlung begeben sollten – auch während der Corona-Pandemie.

Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen macht das Coronavirus auch vor dem zentralen Nervensystem keinen Halt. Eine Untersuchung aus China mit 214 COVID-19-Patienten hat ergeben, dass mehr als jeder Dritte von ihnen (78 Personen) unterschiedliche neurologische Beschwerden hatte. Von den 78 Patienten mit neurologischen Symptomen hatten fünf einen Schlaganfall.

Auch eine aktuelle niederländische Studie verdeutlicht, dass eine COVID-19-Erkrankung bei Intensivpatienten zu vermehrten thromboembolischen Komplikationen – wie zu einem ischämischen Schlaganfall – führen kann. Darüber hinaus belegte eine Untersuchung aus New York City, dass auch junge Patienten, die an dem Coronavirus erkrankten, infolgedessen einen Hirninfarkt bekamen.

Schwere Infektion beeinflusst oft auch das Blutgerinnungssystem

Doch warum kann das neuartige Coronavirus die Entstehung eines Schlaganfalls begünstigen? „Ein Schlaganfall ist die Folge einer Minderdurchblutung oder einer Blutung im Gehirn“, sagt Professor Dr. med. Wolf-Rüdiger Schäbitz, Pressesprecher der DSG. „Da bei einer schweren Infektion oft auch das Blutgerinnungssystem beeinflusst wird, könnte durch das COVID-19-Virus die Entstehung von Schlaganfällen begünstigt werden.“

Zudem sei es möglich, dass durch das Virus Entzündungen in den Arterien hervorgerufen würden, die ein Auslöser für Hirninfarkte sein könnten. Menschen, die sehr stark an dem neuartigen Virus erkranken, hätten zudem häufig Vorerkrankungen wie Diabetes und hohen Blutdruck. Dadurch sei ihr Schlaganfall-Risiko von vornherein stark erhöht, so Schäbitz weiter. Da die bisherige Datenlage zu COVID-19-Erkrankten mit neurologischen Erkrankungen allerdings noch recht dünn ist, sind nach Ansicht des Experten weitere wissenschaftliche Untersuchungen dazu unbedingt notwendig.

Medizinischer Notfall trotz Pandemie – Infektionsrisiko in Krankenhäusern sehr gering!

Anlässlich des Aktionstages macht die DSG zudem darauf aufmerksam, dass ein Schlaganfall immer ein medizinischer Notfall ist. „Erkrankte sollten sich schnellstmöglich in Behandlung begeben – auch in Zeiten der Corona-Pandemie“, betont Professor Dr. med. Helmuth Steinmetz, 1. Vorsitzender der DSG. „Bei vielen herrscht jedoch vermutlich gerade eine Angst vor der Infektion mit dem Virus, sodass sie deshalb zögern, sich in einem Krankenhaus behandeln zu lassen.“

Diese Sorge sei jedoch unbegründet, da in Deutschland sehr gute Strukturen zum Schutz von Patienten vorhanden seien. In den Kliniken hierzulande würden Personen, die möglicherweise an COVID-19 erkrankt seien, strikt von allen anderen Patienten getrennt. Zudem würden Ärzte und medizinisches Personal nicht zwischen der Betreuung von verschiedenen Patientengruppen hin und her wechseln, sodass das Infektionsrisiko im Krankenhaus gering sei.

„Wer zögert, sich bei den ersten Anzeichen eines Schlaganfalls – wie Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen – in ein Krankenhaus einliefern zu lassen, riskiert im schlimmsten Fall sein Leben“, so Steinmetz.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast | Sonderfolge zum Thomas-Fuchsberger-Preis 2026: Im Gespräch mit Alexander „Sandy“ Kikelj
Für sein Engagement rund um DIY-Closed-Loop-Systeme wurde Alexander „Sandy“ Kikelj mit dem diesjährigen Thomas-Fuchsberger-Preis ausgezeichnet. Im Diabetes-Anker-Podcast erzählt der Betreiber des YouTube-Kanals „Sandy’s Diabetes Loop“, wie er die Technik für Laien verständlich macht und was ihn dazu motiviert hat.
Diabetes-Anker-Podcast | Sonderfolge zum Thomas-Fuchsberger-Preis 2026: Im Gespräch mit Alexander „Sandy“ Kikelj | Foto: Dirk Deckbar / diabetesDE / MedTriX

2 Minuten

Versorgung mit DMP auf dem Prüfstand: 628 Seiten und der entscheidende Vergleich fehlt
KI-generiertes Bild einer Person, die mit einer Lupe einen umfangreichen Bericht mit Diagrammen prüft. Auf dem Laptop sind weitere Grafiken zu sehen; in einem Notizbuch steht: „Vergleichsgruppe nicht vorhanden?“.

3 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • Ich kündige das Abo mit Ihnen zum nächstmöglichen Zetpunkt. Danke . Bitte bestätigen. Klaus Eisenschmidt, Bloherfelder str. 212D, 26129 Oldenburg

  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …