Daphne – die erste Begegnung mit meinem Diabetes-Warnhund

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Daphne – die erste Begegnung mit meinem Diabetes-Warnhund

Unbenannt

Voller Vorfreude fuhr ich mit meiner kleinen Tochter Anfang Juni mit dem Zug nach Rohrbach in die Steiermark. Im Gepäck den Kinderwagen, einen Koffer und viele Gedanken an meine zukünftige Begleiterin, die Diabetes-Warnhündin Daphne.

Der Weg, Daphne als meine neue Begleiterin zu engagieren, war ein langer. Seit meiner Schwangerschaft verunsicherten mich immer öfter Hypoglykämien, die ich nicht rechtzeitig erkannte. Nach umfassenden Internet-Recherchen stieß ich auf das Animal Training Center (ATC) in Rohrbach und lernte dort bei einem ersten Treffen die Leiterin Anna Oblasser kennen. Nach mehreren Gesprächen war klar – ich möchte so einen treuen Assistenten an meiner Seite!

Was genau sind die Aufgaben eines Diabetes-Warnhunds?

  • Hypo- und Hyperglykämie erkennen und situationsabhängig mittels vier verschiedener Anzeigeverhalten warnen:
    • Anzeigen von beginnender Hypoglykämie (< 75 mg/dl, < 4,2 mmol/l)
    • Anzeigen von beginnender Hyperglykämie (individuell, meist ab 220 mg/dl, 12,2 mmol/l)

Es ist extrem wichtig, dass der Hund in diversen Alltagsituationen die richtige Anzeigeart wählt!

Der Hund lernt, wann welche Anzeige gewünscht wird.

  • Apportieren von Blutzuckermessgeräten, Insulin, Hypokit/Notfallspritze und Traubenzucker oder anderen notwendigen Lebensmitteln
  • Betätigen eines Notfallschalters zum Hilfeholen
  • Im Notfall Hilfe holen und so lange beharrlich anzeigen, bis Hilfe kommt
  • Sicherheit vermitteln

Haariger Unterstützer im Diabetesmanagement

Vor allem Eltern von Kindern mit Typ-1-Diabetes (oder Mütter mit Diabetes) sind nicht mehr alleine, sondern haben den Hund als zusätzliche Unterstützung im Diabetesmanagement.

  • verlässlicher Freund und Helfer im alltäglichen Leben
  • „Animateur“, der seinen Besitzer dazu bringt, regelmäßig Bewegung zu machen

Erste Schritte der Ausbildung – das Chicken Camp

full body of brown chicken hen standing isolated white background use for farm animals and livestock theme

Die Ausbildung des Diabetes-Warnhundes erfolgt auf mehreren Ebenen. Zuerst muss der zukünftige Besitzer eine Ausbildung mit Hühnern absolvieren – das sogenannte „Chicken Camp“. Warum zuerst ein Training mit Hühnern? Das Training mit den Hühnern ist laut ATC die schnellste und effektivste Möglichkeit, um einen Trainingserfolg mit einem Diabetes-Warnhund zu erzielen. Jeder Teilnehmer bekommt ein Huhn zur Verfügung gestellt, dass noch nie zuvor trainiert wurde. Am Ende von 2 Tagen Seminar kann das Huhn alles, was ich ihm als Trainer beibringe. Das bedeutet, das Huhn lernt erwünschte Verhaltensweisen wie Slalomlaufen, Bällekicken oder Farbenunterscheiden. Aber oft lernt das Huhn auch unbeabsichtigt beigebrachte Verhaltensweisen wie Betteln – genau jene Unsitten, welche auch der eigene Hund anzeigen kann … Mit Hilfe der Hühner lernen die Teilnehmer, wie man durch Konditionierung und Clickertraining richtig Tiere trainiert.

Das Training mit dem Hund

Im ATC durchlaufen die Hunde ab dem 2. Lebenstag ein spezielles Trainingsprogramm, das sie auf Unterzuckerungen sensibilisiert. Im Programm wird unter anderem die die physische und psychische Belastbarkeit der Hunde gestärkt, so dass sie sich auch in fremden Umgebungen wie zum Beispiel dem Bahnhof oder im Einkaufszentrum ruhig und entspannt verhalten.

Wie werden vom Diabetes-Warnhund Unterzuckerungen angezeigt?

Für die Anzeige von Unterzuckerungen habe ich die letzten Monate zahlreiche Speichelproben gesammelt. Diese Speichelproben muss meine zukünftige Begleiterin im Training erschnuppern und dann eine Unterzuckerung anzeigen. Wie?

  • Bringsel bringen (der Hund bringt dem Besitzer ein Bringsel/ Gegenstand, häufig sind es dicke Schnüre)
  • Pfote geben
  • Bellen
  • Hund betätigt eine Warnglocke

Bei meinem letzten Besuch von Daphne habe ich dann begonnen, an den Basics zu üben. Wir gingen spazieren und übten das Clickertraining. Durch positive Verstärkung lernt der Diabetes-Warnhund das gewünschte Verhalten ohne Zwang. Zum Beispiel wenn Daphne korrekt an meiner Seite lief, drückte ich den Clicker und Daphne erhielt Trockenfutter als Belohnung.

Meine Tochter Emilia fuhr während des Trainings natürlich auf dem Dreirad mit. Wow, das erforderte erhöhte Konzentration! Und die zeigte sich dann auch in einer Hypo! … und Daphne reagierte prompt darauf. Sie wurde unruhig und brachte Elke, der Trainerin von Daphne, sofort das Bringsel. Das wurde natürlich gleich mit einer großen Portion Dosenfutter belohnt!

Die Prüfung

Seit 1.1.2015 gibt es in Österreich eine offizielle Prüfung für DWHs, welche als Signalhunde gelten. Jeder geprüfte Hund muss verschiedene Aufgaben im Bereich der Alltagstauglichkeit, des Grundgehorsams und in seinem Bereich ausgebildete, spezifische Fähigkeiten eines Assistenzhundes bewältigen. Die Prüfung besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil (Qualitätsbeurteilung) wird von der Ausbildungsstätte selbst (also vom ATC) mit dem Hund absolviert, bevor dieser an die neuen Besitzer übergeben wird. Der zweite Teil muss dann vom Diabetiker gemacht werden und nennt sich Teambeurteilung. Weiteres benötigt der Hund eine umfangreiche Eignungsuntersuchung (da wird der Hund auf Herz und Nieren untersucht), welche nach dem vollendeten 12. Lebensmonat erfolgen muss.

Im August werde ich Daphne noch einmal besuchen und nochmals für die Prüfung trainieren. Die Übergabe und Prüfung erfolgt dann Ende September. Aber wie sagt ein schönes Sprichwort: „Ohne Fleiß kein Preis!“

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 1 Monat

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

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