Das Diabetische Fußsyndrom

2 Minuten

Das Diabetische Fußsyndrom

Kleine Verletzungen mit fatalen Folgen

Das

Oft kommen Durchblutungsstörungen

400.000 Fußverletzte

5 Prozent aller Diabetiker entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung diabetische Fußprobleme. 400 000 Diabetiker haben eine Fußverletzung und über 1 Mio. Diabetiker ein erhöhtes Risiko, ein Diabetisches Fußsyndrom zu erleiden. In Deutschland kommt es jährlich zu 40 000 diabetesbedingten Amputationen. Fußamputationen werden bei Diabetesikern 10-mal häufiger durchgeführt als in der nichtdiabetischen Bevölkerung.

So schützen Sie Ihre Füße

Das Diabetische Fußsyndrom muss aber nicht zwangsläufig zur Amputation führen: Je früher es erkannt wird, desto eher lässt sich eine Amputation vermeiden oder verzögern. Voraussetzung: Patienten müssen die Gefahr ernst nehmen und diszipliniert damit umgehen. Folgende Maßnahmen helfen dabei und können dem Diabetischen Fußsyndrom vorbeugen:

Anpassung des Lebensstils

Durch Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und Abbau von Übergewicht lässt sich die Erkrankungsrate reduzieren und bei bereits Erkrankten die Blutzuckereinstellung deutlich verbessern. Körperliche Betätigung wirkt positiv auf den Zuckerhaushalt. Durch die Arbeit der Muskulatur beim Sport sinkt der Blutzuckerspiegel. Also ist eine regelmäßige körperliche Aktivität wichtig – mindestens 3-mal pro Woche, solange sich die Füße in geeignetem Schuhwerk befinden und kein Druck auf sie ausgeübt wird.

Regelmäßige Blutzuckerkontrollen

Ein schlecht eingestellter Blutzucker kann die Nerven und die Gefäße schädigen. Das Immunsystem ist geschwächt, es kommt oft zu Infektionen. Die Füße sind davon am häufigsten betroffen. Die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers hat einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung von Diabetikern. Basismaßnahmen sind eine entsprechende Schulung von Patienten und Angehörigen, eine Risikozuordnung der Patienten sowie regelmäßige Fußinspektionen und fachgerechte Fußpflege.

Schulung von Patienten mit Fußsyndrom

Eine strukturierte Patientenschulung kann nachweislich die Amputationsraten drastisch reduzieren. Vermittelt werden sollen dabei:

Der Betroffene begutachtet seine Füße auf Blasen, Hühneraugen, Hornhaut, eingewachsene Zehennägel, Druckstellen, Risse, Rötungen, Einblutungen, Pilzbefall, Fuß und Zehenverformungen, Verletzungen oder Entzündungen.





Es sollten Pflegecremes oder -schäume bevorzugt werden, die rasch einziehen und gleichzeitig Feuchtigkeit spenden. Die Elastizität der Haut wird so erhöht.




Beim Schuhkauf sollten Sie genau auf Größe, Weite und Sitz achten. Passendes Schuhwerk abends kaufen, denn zu dieser Zeit sind die Füße meist dicker – und man läuft nicht Gefahr, dass die neuen Schuhe später drücken. Sie sollen aus weichem Oberleder ohne Vorderkappe gefertigt sein, mit wenig biegsamen Sohlen, weicher Einlage und durchgehender Innensohle ohne drückende Nähte oder Ösen.

Besonders wichtig ist eine gute Fußbettung mit individuell angefertigten Einlagen aus Weichschaum. Zur Not Maßschuh anfertigen lassen. Wichtig ist jedoch, dass sowohl Schuhe als auch Einlagen regelmäßig überprüft und bei Abnutzung erneuert werden.






Wann zum Arzt?

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Arzt schützen vor schwerwiegenden Fußkomplikationen, die sich unbemerkt entwickeln können. Deshalb sollte mindestens einmal im Jahr der Arzt die Füße, Strümpfe und das Schuhwerk kontrollieren.

Vor allem bei erhöhtem Risiko für Wunden!

Besteht ein erhöhtes Risiko für Nerven- und/oder Gefäßveränderungen sowie Wunden, sind häufigere Kontrolluntersuchungen durch den Hausarzt/Diabetologen oder in der diabetologischen Fußambulanz erforderlich. Liegt bereits eine Nervenschädigung vor und/oder eine Durchblutungsstörung und/oder eine Fußdeformität, ist ein Intervall von 3 Monaten (also viermal im Jahr) zu empfehlen.

Ist schon einmal eine offene Stelle am Fuß aufgetreten, werden noch häufigere Untersuchungen empfohlen: von jedem Monat bis zu alle drei Monate.

Schwerpunkt

Dr. med. Makarios Paschalidis
Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Wieso man bei Diabetes das Gürtelrose-Risiko ernst nehmen und vorsorgen sollten – Erfahrungsbericht von Shirin
In dieser Podcast-Sonderfolge sprechen wir mit der Moderatorin, Musikproduzentin und Autorin Shirin Valentine über ein Thema, das in der Diabetes-Community noch immer häufig unterschätzt wird: das erhöhte Risiko für Gürtelrose, die damit einhergehenden Folgen und wie wichtig daher die Vorsorge ist.
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Wieso man bei Diabetes das Gürtelrose-Risiko ernst nehmen und vorsorgen sollten – Erfahrungsbericht von Shirin | Foto: MedTriX/Nils Gräff

2 Minuten

Anzeige
Diabetes und Gürtelrose: Risiken kennen und sich informieren – mit Video und Podcast
Shirin lebt seit vielen Jahren mit Typ‑1‑Diabetes – und war überrascht, als sie mit 49 eine schmerzhafte Gürtelrose entwickelte. Erst danach erfuhr sie, dass Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko haben können. Heute appelliert sie daran, gut informiert zu sein, die Risiken zu kennen und die Vorsorge ernst zu nehmen.
Diabetes und Gürtelrose: Risiken kennen und sich informieren | Foto: MedTriX

3 Minuten

Anzeige
Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 44 Minuten

    Am Montag findet unser nächstes Community-Meetup statt. Kommt gerne vorbei 🙂
    https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-mai-2026/

    Wer ist dabei?

    ( 0 von 0 )
    ( 0 von 0 )
    ( 0 von 0 )
  • tako111 postete ein Update vor 4 Tagen, 1 Stunde

    Mein Abo?

  • hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 6 Tagen

    Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

Verbände