- Behandlung
Das Thema Unterzuckerungen aus der Tabuzone holen
3 Minuten

Die Informationskampagne „Unterzuckerung vermeiden“ von Novo Nordisk hat das Ziel, das Thema Hypoglykämien zu enttabuisieren und Ängste bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Insulintherapie sowie deren Angehörigen abzubauen. Die wichtigste Botschaft für Betroffene: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Hypoglykämien!
Unterzuckerungen treten häufig im Zusammenhang mit einer Insulintherapie auf. Im Durchschnitt erleiden Menschen mit Typ-2-Diabetes, die eine Insulintherapie erhalten, 23 leichte bis mittelschwere Hypoglykämien im Jahr [1]. Die Unterzuckerungen beeinträchtigen die Gesundheit und die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen. „Viele Patienten mit Typ-2-Diabetes haben Angst vor Hypoglykämien“, sagt Johanna Sandner, Leiterin der Ernährungs- und Diabetesberatung an der Universitätsmedizin Mainz.
„Das führt zu Verunsicherungen im täglichen Diabetesmanagement“, berichtet Sander aus ihrer Praxiserfahrung. Studien bestätigen die Einschätzung der Expertin. So reduzieren 43 Prozent der Menschen mit Typ-2-Diabetes nach einer leichten oder mittelschweren Hypoglykämie ihre Insulindosis, um erneute Unterzuckerungen zu vermeiden. Nach einer schweren Hypoglykämie sind es sogar 58 Prozent [2]. In der Folge nehmen die Patienten auch erhöhte Blutzuckerspiegel in Kauf, um weitere Unterzuckerungen zu vermeiden [3, 4].
Hypoglykämien bleiben häufig unentdeckt
Hypoglykämien beeinträchtigen die Gesundheit von Menschen mit Diabetes. Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes und Vorerkrankungen des Herzkreislaufsystems können Unterzuckerungen das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden um etwa 27 Prozent erhöhen [5].
Besonders problematisch an Unterzuckerungen ist, dass diese von Patienten häufig nicht bemerkt werden. Laut einer Studie unter Menschen mit Typ-2-Diabetes wurden 83 Prozent der Hypoglykämien, die von einem Gerät zur kontinuierlichen Glucose-Messung aufgezeichnet wurden, von den Patienten nicht wahr genommen [6].
Ängste bei Patienten und ihren Angehörigen abbauen
Das Unternehmen Novo Nordisk startet nun eine Aufklärungskampagne „Unterzuckerung vermeiden“. Unter dem Motto „Jede Hypo ist eine zu viel“ wendet sich die Kampagne an Ärzte, Patienten und Angehörige mit dem Ziel, Hypoglykämien im individuellen Diabetes-Management zu reduzieren und Ängste bei Patienten und ihren Angehörigen abzubauen.
Ein wichtiges Ziel der Kampagne ist es, Patienten dazu zu motivieren, mit ihrem Arzt über Hypoglykämien zu sprechen. Denn 55 Prozent der Menschen mit Diabetes, die eine Insulintherapie erhalten und eine nicht-schwere Hypoglykämie erleben, informieren ihren Arzt hierüber nie oder nur selten [7].
Dass die Betroffenen beim Arztbesuch so ungern über die Zuckertiefs sprechen, kann unterschiedliche Gründe haben. Mitunter möchten sie beim Arzt nicht den Eindruck erwecken, als hätten sie ihren Diabetes nicht unter Kontrolle, die Sorge, nicht mehr Auto fahren zu dürfen, kann ein weiterer Hinderungsgrund sein, ebenso die Angst den Beruf aufgrund bestätigter Einschränkungen nicht mehr ausüben zu können [7].
Warnhinweise erkennen, den Arzt ansprechen
„Sprechen Sie Ihren Arzt auf das Thema Hypoglykämien an“, appelliert Professor Dr. Sebastian Schmid, vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck an Patienten mit Typ-2-Diabetes und deren Angehörige. „Ihr Diabetologe oder Hausarzt kann Sie hier gut beraten“, so der Bereichsleiter für Endokrinologie und Diabetologie weiter.
„Wichtig ist, dass Patienten Warnhinweise für Unterzuckerungen erkennen und gemeinsam mit dem Arzt eine auf ihren individuellen Lebensrhythmus abgestimmte Diabetesbehandlung auswählen, die den Blutzucker senkt und das Risiko für Hypoglykämien möglichst gering halten kann“, sagt Schmid. Sein Rat an Patienten und Angehörige: „Zögern Sie nicht! Sprechen Sie das Thema bei Ihrem nächsten Besuch beim Diabetologen oder beim Hausarzt an.“
Über die Kampagne „Unterzuckerung vermeiden“
„Unterzuckerung vermeiden“ richtet sich an Menschen mit Typ-2-Diabetes und ihre Angehörigen. Das Ziel der Kampagne ist, dass Betroffene Anzeichen, Symptome und Auslöser von Unterzuckerungen besser erkennen können und dazu motiviert werden, mit ihrem Arzt über Hypoglykämien zu sprechen.
Gemeinsam mit dem Arzt kann eine auf den individuellen Lebensrhythmus abgestimmte Diabetesbehandlung ausgewählt werden, die den Blutzucker kontrolliert und das Risiko für Hypoglykämien möglichst gering hält. Auf www.unterzuckerung-vermeiden.de erhalten Patienten und Angehörige kostenfreie Materialien, die ihnen im Umgang mit Hypoglykämien helfen können.
Quelle: Presseinformation von Novo Nordisk | Redaktion
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung

2 Minuten
- Soziales und Recht

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt postete ein Update vor 3 Tagen, 15 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße