Deine „Hypo“, meine „Hypo“

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Deine „Hypo“, meine „Hypo“
Skala1
Quelle: Katharina Weirauch

Stellen wir uns eine Skala von 1 bis 10 vor. 1 ist gleichbedeutend mit „easy peasy“ und 10 steht für „holy moly“. Wenn ich selbst unterzuckere, befinde ich mich – zumindest in den allermeisten Fällen – auf dieser Skala bei 3 bis 5, rein von der körperlichen Dramatik her betrachtet. Psychisch ist das nochmal was ganz anderes. Dieser 3- bis 5-Zustand tritt nun zum Beispiel während eines Spazierganges bei einem Blutzuckerwert von +/- 60 mg/dl (3,3 mmol/l) ein und ich denke: „Ümpf, Essen, Ümpf!“ oder etwas ähnlich Geistreiches. Ich habe allerdings nicht das Gefühl, in einer wirklich heiklen Situation zu sein – wie gesagt, ich spreche von 08/15-Hypoglykämien, die es in meinem Diabetes-Leben leider häufiger gibt.

→ Wenn ich in solch einem Moment in Gesellschaft bin, will ich nicht, dass sich andere Personen mehr Stress machen als ich mir selbst.

Wird schon alles, geht vorbei, aber 10 Belgische Waffeln wären jetzt halt echt großartig. Und sorry, dass ich mich etwas komisch verhalte:


Quelle: Giphy

„Ümpf, Essen, Ümpf!“

Durch den Kontakt mit anderen Typ-1-Diabetiker*innen habe ich die Situation kennengelernt, dass mein Gegenüber unterzuckert ist und ich – zumindest für den Moment – die Person mit Blutzuckerwerten im Normbereich bin. Und dabei werde ich zu einem kleinen Traubenzucker-Diktator, zu einer Art „Hypo“ -Sirene und vor allem zu der einzigen Person, die wirklich weiß, was Sache und zu tun ist – in meiner Wahrnehmung zumindest.

Es macht mir Angst, wenn die Blutzuckerwerte meiner Diabetes-Freund*innen nicht gut sind. Und es macht mir noch mehr Angst, wenn sie nicht sofort so reagieren, wie ich es tun würde.

→ Herauszufinden, ob ein Mensch mit Diabetes wirklich noch rational handelt oder ob die Hypoglykämie längst das Steuer der Verwirrtheit in der zittrigen Hand hält, ist schwer.

Hypo1
Quelle: Katharina Weirauch

Es ist so schwer, dass es, meiner Meinung nach, nicht einmal unter Diabetiker*innen selbst ohne Probleme eingeschätzt werden kann. Und das, obwohl wir als Betroffene wissen, was gerade passiert. Wir wissen das aus eigener Erfahrung, aus individueller Wahrnehmung, von den Symptomen, die uns selbst während einer Unterzuckerung begleiten und eben durch unseren Diabetes. Aber in Wahrheit weiß ich genau so wenig wie ein gesunder Mensch, wie sich eine Unterzuckerung bei einer anderen Person mit Diabetes anfühlt.

Was hilft?

Aber was ist die Lösung, wenn die Person, die gerade von einer Hypoglykämie (oder Hyperglykämie oder einem ganz anderen Problem wie zuhause vergessenem Insulin) betroffen ist und ich mit Traubenzucker, Wasser, Insulin oder ganzen Sanitäterkolonnen um mich schmeißen möchte, mein Gegenüber das aber alles nicht will? Was hilft?

Note
Quelle: Katharina Weirauch

Ich habe die Skala von 1 bis 10 durchgespielt und manchmal sagte ich dabei, dass alles im grünen Bereich sei, dabei war Alarmstufe Rot. Und das darf ich nicht. Das darf niemand, der noch klar denken kann. Ich will niemandem Sorgen machen und trotzdem muss ich ehrlich sein. Ich muss sagen, was Sache ist, und im Zweifel Hilfe einfordern, auch wenn es Kraft (und Mut) kostet.

Es hilft Vertrauen!

Es hilft Vertrauen. Ob in einer familiären Beziehung mit einem Menschen mit Diabetes, in einer Freundschaft oder nur auf oberflächlicher Ebene: Richtig handeln kann jeder nur, wenn er auf das, was ihm gesagt wird, vertrauen kann.

→ Hypoglykämien sind unangenehm, anstrengend
und verlangen Verantwortungsbewusstsein.

Darum bin ich bei mir selbst so viel ruhiger, wenn das Messgerät einen Wert unter 60 mg/dl (3,3 mmol/l) anzeigt. Niemand weiß in dem Moment besser als ich, wie dramatisch es sich anfühlt und ob da noch klares Denken mitmischt oder ob ich innerlich schon den Ententanz als Opernstück einstudiere. Bei mir sind wenige Unterzuckerungen wirklich besorgniserregend. Sie sind nur einfach unangenehm, anstrengend und verlangen Verantwortungsbewusstsein. Damit der Betroffene und jeder drumherum gar nicht erst in Panik verfallen muss, solange es (noch) nicht nötig ist.

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  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 5 Stunden, 54 Minuten

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat

    Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

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