DGIM: übergewichtige Menschen nicht alleine lassen

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DGIM: übergewichtige Menschen nicht alleine lassen

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) empfiehlt Menschen, die gegen ihr starkes Übergewicht angehen wollen, sich dabei von medizinischen Experten begleiten zu lassen. Denn oftmals gelingt es nur mit der richtigen Schulung und Beratung, alte Verhaltensmuster, die zum Übergewicht geführt haben, aufzubrechen.

Fast 17 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind stark übergewichtig, vermelden aktuelle Erhebungen des Statistikamts der Europäischen Union. Adipositas ist ein entscheidender Risikofaktor für die Entstehung weiterer Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmten Krebsarten und Typ-2-Diabetes. So sind 80 bis 90 Prozent der Menschen in Deutschland mit Typ-2-Diabetes auch übergewichtig. Dabei kann eine frühzeitige Gewichtsreduktion Abhilfe schaffen und erste Zeichen der Krankheit sogar heilen.

Bis 2030 wird mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Europa adipös sein

Unter Adipositas leiden Menschen, die einen Body-Maß-Index (BMI) von über 30 aufweisen. Die Ausgaben für sie im deutschen Gesundheitswesen werden auf circa 17 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. In Zukunft wird besonders der Schweregrad des Übergewichts weiter zunehmen. So schätzt die Europäische Adipositas Gesellschaft (EASO), dass bis zum Jahr 2030 mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Europa und auch in Deutschland adipös sein wird.

„Das Gesundheitssystem hat damit eine gewaltige Aufgabe zu bewältigen, die voraussetzt, dass die Gesellschaft und die Mediziner starkes Übergewicht als Erkrankung anerkennen und behandeln. Betroffene dürfen nicht sich selbst überlassen sein“, sagt Professor Dr. med. Petra-Maria Schumm-Draeger, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) aus München.

Kontinuierliche ärztliche (und idealerweise psychologische) Begleitung notwendig

Stark übergewichtige Menschen erkranken viel früher an einem Typ-2-Diabetes als Normalgewichtige, die – wenn überhaupt – erst im höheren Alter vermehrt an der Stoffwechselerkrankung leiden. „Wir haben es häufig mit jüngeren übergewichtigen Patienten zu tun, die noch viele Jahre lang mit dem Diabetes zu kämpfen haben“, erklärt die Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie, Diabetologie.

Das Tückische: Eine erfolgreiche Gewichtsabnahme kann die Manifestation eines Typ-2-Diabetes zwar noch stoppen, häufig ist es damit aber nicht getan. Die Patienten bedürfen einer kontinuierlichen ärztlichen und idealerweise auch psychologischen Begleitung, um nicht in alte Muster und damit zum alten Gewicht zurückzukehren.

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Eingehende Schulung und Beratung sowie Strategien der Stressbewältigung

„Von großer Bedeutung ist für die Patienten, die gleichzeitig unter Typ-2-Diabetes und starkem Übergewicht leiden, daher eine eingehende Schulung und Beratung: „So lernen sie, gesunde kalorien- und mengenbegrenzte Ernährung einerseits und regelmäßige körperliche Aktivität andererseits im Alltag umzusetzen“, so Schumm-Draeger.

Neben der Betreuung durch spezielle Fachkräfte wie Diabetesberater spiele der kontinuierliche Austausch mit dem Arzt eine große Rolle. Entscheidend sei zudem, gemeinsam mit dem Patienten Strategien der Stressbewältigung zu entwickeln.

Moderne Diabetes-Medikamente können zur besseren Gewichtskontrolle beitragen

Zudem rät Schumm-Draeger zu modernen Diabetes-Medikamenten wie GLP1-Agonisten, die die Magenentleerung verlangsamen, so dass auch Kohlenhydrate langsamer verdaut werden und der Zucker langsamer aus dem Darm in das Blut übertritt.

Fest steht für die Expertin: „Für eine fachkundige medizinische Betreuung müssen wir ausreichend Mittel im Gesundheitswesen bereitstellen, die den Ärzten neben dem Verschreiben von Medikamenten auch gesprächsbasierte Therapien erlauben. Die Behandlung von Übergewicht muss schon im frühen Stadium einsetzen, ohne die Erkrankten zu stigmatisieren und alleine zu lassen.“


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)

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  • kety22 postete ein Update vor 1 Woche

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 6 Tagen

    Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …

  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?