Diabetes-Föderation sieht Versorgung in Kliniken gefährdet

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Diabetes-Föderation sieht Versorgung in Kliniken gefährdet

Kürzlich hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) vor einer drohenden Mangelversorgung von Menschen mit Diabetes in Kliniken gewarnt und Lösungsvorschläge genannt. Die Deutsche Diabetes Föderation (DDF), großer bundesweiter Patienten-Selbsthilfeverband, schließt sich dem nun an.

Immer mehr Diabeteskliniken sowie Diabetesabteilungen in Kliniken werden aus Kostengründen geschlossen. Weil damit auch die Weiterbildungsplätze wegbrechen, fehlen entsprechend ausgebildeten Fachleute, Diabetologen und Diabetesberater. In der Ausbildung von Pflegekräften wird das Thema Diabetes nur am Rande gestreift.

Elke Brückel, die stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Diabetes Föderation (DDF), schlägt Alarm: „Diabetespatienten bekommen damit nicht die notwendige Behandlung. Besonders im Umgang mit insulinbedürftigen Diabetespatienten stoßen Pflegerinnen und Pfleger an ihre Grenzen. Die Versorgung der Betroffenen sehe ich massiv gefährdet.“

Mehr Menschen mit Diabetes in Kliniken als angenommen

Doch damit nicht genug: Eine systematische Untersuchung der Uni Tübingen brachte an den Tag, dass weit mehr Menschen mit der Diagnose Diabetes mellitus stationär behandelt werden, als die offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Ausdruck bringen. Grund dafür sind die Folgeerkrankungen des Diabetes wie Herzkrankheiten, Schlaganfall, Durchblutungsstörungen, Netzhauterkrankung, Nierenschwäche oder neurologische Störungen.

Mit der Aufnahme der Patienten in die jeweilige Fachabteilung für die Folgekomplikation findet keine statistische Zuordnung zum Diabetes statt, dem eigentlichen Verursacher der Erkrankung. Auch im Fallpauschalensystem DRG taucht der Diabetes dann nicht auf.

Auf diesen Aspekt macht eine Pressemeldung der DDG aufmerksam, die zu Beginn dieses Jahres veröffentlicht wurde. Im Ergebnis der Tübinger Untersuchung ist jeder vierte Krankenhauspatient, also 25 Prozent, an Diabetes erkrankt. Das sind doppelt so viele, wie bislang angenommen. Im Klinikum Stuttgart kommt man gar auf 30 Prozent.

Dramatische Zahlen bei Kindern mit Typ-1-Diabetes

Dramatische Zahlen haben die Tübinger auch bei der Entwicklung der Zahlen von Kindern mit Typ-1-Diabetes zu vermelden: Die Neuerkrankungszahlen haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Hier verweist die DDG in ihrer Pressemitteilung auf die personell unzureichende Ausstattung vieler Kliniken. Außerdem sei die adäquate Vergütung der Schulungen und Langzeitbetreuung derzeit nicht gewährleistet.

Durch Schließungen von Diabetesabteilungen in Kliniken, die außerdem für die Aus- und Weiterbildung von Diabetologen notwendig sind, droht auch im ambulanten Bereich eine Unterversorgung von Diabetespatienten. Schon jetzt finden Diabetologinnen und Diabetologen keine entsprechenden Nachfolger.

Einsparungen auf Kosten chronisch kranker Patienten ein Skandal

„Es grenzt an einen Skandal, dass hier Einsparungen auf Kosten chronisch kranker Patienten stattfinden. Behandlung und Betreuung von Diabetespatienten werden nicht adäquat honoriert. Das hat zur Folge, dass Klinikverwaltungen ohne Rücksicht auf Versorgungsdefizite zu Schließungen der entsprechenden Abteilungen greifen“, bringt Elke Brückel das Dilemma auf den Punkt. Immer wieder beklagen Betroffene gegenüber der Selbsthilfe diese Missstände.

Aus den genannten Gründen schließen wir uns den Forderungen der DDG an:

  • Die Diabetologie muss im Fallpauschalensystem DRG besser berücksichtigt werden
  • Diabetologische Schwerpunkte in Kliniken müssen erhalten bleiben
  • Diabetologische Fachabteilungen müssen strukturell unterstützt werden
  • Die Weiterbildung der Diabetologie in Klinik und Ambulanz muss gefördert werden
  • Zertifizierung „Klinik für Diabetespatienten geeignet“ durch die DDG

Über die Deutsche Diabetes Föderation

Die Deutsche Diabetes Föderation (DDF) ist der größte bundesweit aktive Verband der Patientenselbsthilfe, der sich für die Lebens- und Versorgungsqualität von Menschen mit Diabetes in ihren Lebensbereichen einsetzt und Mitbegründer der Diabetiker Allianz (DA). Zentrales Anliegen ist die vertrauensvolle und respektvolle Kommunikation mit allen relevanten Akteuren.

Die DDF ist eine unabhängige Patientenvertretung. Die Vermittlung von Alltagskompetenz, die Information und der Erfahrungsaustausch von und mit Diabetikern stehen ebenso im Vordergrund wie die Prävention und die Auseinandersetzung mit dem politischen Umfeld.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Föderation (DDF)

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  • uho1 postete ein Update vor 4 Tagen, 2 Stunden

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • diahexe antwortete vor 1 Woche

      @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

  • ckmmueller postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag

    Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos

    • Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.

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