- Behandlung
Diabetes kommt selten allein: 93 Prozent haben weitere Erkrankungen
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Bei einer Umfrage unter mehr als 1.500 Menschen mit Typ-2-Diabetes gab die überwältigende Mehrheit der Befragten an, weitere Erkrankungen zu haben. Weitere Ergebnisse: jeweils über 80 Prozent messen ihren Blutzucker noch konventionell und fühlen sich nicht angemessen in der Politik vertreten.
Eine von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe initiierte Umfrage unter mehr als 1.500 Menschen mit Diabetes Typ 2 gibt jetzt Einblicke in Versorgungsrealitäten, Bedarfe und Bedürfnisse von Menschen mit Typ 2 und ihre Sicht auf politische Verantwortlichkeiten.
Umfrageergebnisse: „Kompass und Auftrag für unsere Arbeit“
„diabetesDE ist angetreten, um die Stimme der Menschen mit Diabetes laut zu machen. Dazu wollten wir von den Betroffenen zunächst selbst erfahren, wie ihre Situation ist und wie sie diese selbst wahrnehmen“, sagt Nicole Mattig-Fabian, Geschäftsführerin von diabetesDE. „Die Ergebnisse der Umfrage sind uns Kompass und Auftrag für unsere Arbeit in den kommenden Monaten“, kündigt Mattig-Fabian an.
Die Umfrage umfasst 54 Fragen zu den Bereichen Diagnose, Behandlung, Blutzuckermessung, Schulungen, Belastungen im Alltag und Erkrankungen, Bewegung und Ernährung, Informationsquellen, digitale Gesundheitsangebote, Gesundheitssystem und Politik sowie Selbsthilfe. Betroffene hatten die Möglichkeit, an einer Online-Befragung teilzunehmen, die breit über die Kanäle der Partner der „Digitalen Allianz Diabetes Typ 2“ gestreut worden war.
Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ für Deutschland, bieten aber Anhaltspunkte für Themen, die Betroffenen wichtig sind, aber bislang in ihrer Bedeutsamkeit für Menschen mit Typ-2-Diabetes nicht offenkundig waren. „Wir werden die Umfrageergebnisse peu à peu der Öffentlichkeit vorstellen, erste Ergebnisse sind bereits jetzt auf unserer Homepage einsehbar“, erläutert Mattig-Fabian.
Einige Schlaglichter der Umfrage:
- Diabetes kommt selten allein: 93 Prozent haben weitere Erkrankungen, am häufigsten Übergewicht/schweres Übergewicht (58 Prozent), hohe Blutfette, Polyneuropathie, Erkrankungen des Bewegungsapparates (jeweils um 25 Prozent).
- Gut die Hälfte der Betroffenen fühlt sich durch den Diabetes im Alltag belastet, insbesondere bei dem Gedanken an Folgekrankheiten (71 Prozent), bei schlechten Blutzuckerwerten (63 Prozent), im Hinblick auf Verzicht (58 Prozent) , beim Thema Ernährung (57 Prozent) und beim Auswärtsessen (47 Prozent).
- 84 Prozent messen ihren Blutzucker noch „blutig“ – mit Teststreifen.
- 83 Prozent ist das Thema Ernährung eher wichtig.
- Besonders wichtig beim Essen ist den Teilnehmenden, dass es schmeckt (79 Prozent), dass es gesund ist (66 Prozent), dass es schnell und einfach zuzubereiten ist (51 Prozent).
- 86 Prozent fühlen sich nicht angemessen in der Politik vertreten.
Die Umfrageergebnisse werden in E-Mail-Aktionen der „Digitalen Allianz Diabetes Typ 2“ münden.
Aktuelle E-Mail-Aktion zur nationalen Reduktionsstrategie
Die erste E-Mail-Aktion auf www.diabetes-stimme.de betrifft das Thema der nationalen Reduktionsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Lebensmitteln und ist direkt an Bundesernährungsministerin Julia Klöckner gerichtet.
Klöckner ist durch den Koalitionsvertrag als zuständige Ministerin beauftragt, „… gemeinsam mit den Beteiligten ein Konzept [zu] erarbeiten, und dies mit wissenschaftlich fundierten, verbindlichen Zielmarken … [zu] versehen.“ In der im Dezember 2018 verabschiedeten Strategie hat sich die Koalition jedoch auf nur freiwillige Zielmarken der Industrie geeinigt, die nach Meinung der wissenschaftlichen Fachgesellschaften am Runden Tisch praktisch wirkungslos sind. Die Wissenschaft distanziert sich deshalb von der Strategie und dementierte, dass sie „gemeinsam erarbeitet“ wurde.
Ganze 86 Prozent der mehr als 1.500 Teilnehmer der Umfrage unter Diabetes Typ 2-Patienten sind ebenfalls der Meinung, dass die Lebensmittelindustrie in die Pflicht genommen werden soll, um Zucker, Salz und Fette in den Produkten zu reduzieren.
Sind Sie auch dieser Meinung? Dann machen Sie mit unter www.diabetes-stimme.de oder nutzen Sie direkt folgendes Formular:
Quelle: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 6 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
