Insulin- und Inkretin-Injektionen: Wechseln, prüfen, pflegen – so bleiben Spritz-Stellen gesund

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Insulin- und Inkretin-Injektionen: Wechseln, prüfen, pflegen – so bleiben Spritz-Stellen gesund | Foto: Ljupco Smokovski – stock.adobe.com
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Insulin- und Inkretin-Injektionen: Wechseln, prüfen, pflegen – so bleiben Spritz-Stellen gesund

Damit Insulin wie gewünscht die Glukosewerte senken kann, sind nicht nur die richtige Dosierung und der richtige Zeitpunkt entscheidend, sondern auch die Stelle für die Injektionen. Diese ist sowohl für die Therapie mit Spritze, Insulin-Pen oder Insulin-Pumpe als auch bei zu injizierenden Inkretin-Medikamenten bei Typ-2-Diabetes relevant.

Ein sorgfältiger Umgang mit den Spritz- und Kanülen-Stellen hilft, Hautprobleme, Infektionen und Glukose-Schwankungen zu reduzieren. Das Prinzip „wechseln, prüfen, pflegen“ unterstützt dabei.

Ein Spritzstellen-Wechsel ist wichtig

Wird Insulin immer wieder in dieselbe Hautstelle gespritzt oder die Kanüle für die Insulinpumpe über längere Zeit an derselben Stelle getragen, kann sich das Unterhaut-Fettgewebe verändern. Der Überbegriff dafür lautet Lipodystrophie (Fettgewebs-­Störung).

Diese kann sich zeigen als:

  • Lipoatrophie (auch Lipatrophie): Dellen im Fettgewebe,
  • Lipohypertrophie: Verdickungen oder Verhärtungen, auch als „Lipos“ bezeichnet.

Diese Veränderungen sind häufig nicht schmerzhaft und bleiben deshalb lange unbemerkt. Oft entstehen beim Spritzen Lieblingsstellen, die trotz Veränderungen weiterhin benutzt werden. In diesen Bereichen wird Insulin jedoch unregelmäßig oder verzögert aufgenommen. Die Folgen können stark schwankende Glukosewerte, unerklärliche Unter- und Überzuckerungen und ein erhöhter Insulinbedarf sein. Die Rückbildung von Lipohypertrophien ist möglich, wenn über einen längeren Zeitraum nicht mehr in diese Bereiche injiziert wird.

Schematische Darstellung der empfohlenen Insulin-Injektionstechnik

Beim Spritzen von Insulin bzw. dem Setzen der Kanülen bei der Insulinpumpen-Therapie ist es sinnvoll, die Stellen regelmäßig zu wechseln – zum Beispiel nach einem festen Schema. Dabei gilt: Je kürzer die Kanüle von Spritze, Insulinpen oder Pumpen-Kanüle ist, desto eher funktioniert eine senkrechte Injektion ohne vorheriges Bilden einer Hautfalte. Sonst besteht das Risiko, statt das Insulin ins Unterhaut-Fettgewebe in einen Muskel zu spritzen.

Insulin- und Inkretin-Injektionen: Wechseln, prüfen, pflegen – so bleiben Spritz-Stellen gesund | Foto: Olga - stock.adobe.com / MedTriX
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Geeignete Stellen für die Injektion

Insulin wird ins Unterhaut-Fettgewebe verabreicht. Dafür eignen sich nicht alle Regionen des Körpers. Empfohlen wird die Injektion in folgende Regionen:

  • der Bauch (mit etwa zwei Fingerbreiten ­Abstand zum Bauchnabel),
  • die Außenseiten der Oberschenkel,
  • das Gesäß,
  • das Hüftgold,
  • ggf. die Rückseiten der Oberarme.

Für das Insulin ist der Bauch die beliebteste Spritzstelle, da es dort meist am schnellsten wirkt und diese Region im Alltag gut zugänglich ist. NPH-Insuline, also trübe lang wirksame Insuline, sollten ins Gesäß oder in den Oberschenkel injiziert werden, da sie eben langsam aufgenommen werden sollen. Bei lang wirksamen Insulin-Analoga spielt diese Verzögerung keine wesentliche Rolle. Dennoch wird auch hier für länger wirksames Insulin oft das Gesäß oder der Oberschenkel genutzt. Wichtig: Auch hier gilt, regelmäßig zwischen den Bereichen zu wechseln. Der Oberarm eignet sich vor allem dann, wenn die Injektion nicht selbstständig durchgeführt wird und ausreichend Unterhaut-Fettgewebe vorhanden ist.

Wohin man nicht spritzen sollte

Nicht jede Hautstelle eignet sich für eine Injektion. Neben den Lipodystrophien sind auch blaue Flecken (Hämatome), Leberflecken, Dehnungsstreifen, Wunden, entzündete Haut und Tätowierungen tabu. Eine Insulin-Injektion über den Pen oder eine Pumpen-Kanüle direkt neben einem sitzenden Glukosesensor ist ebenfalls nicht zu empfehlen. Bei Unsicherheiten ist es sinnvoll, das Diabetes-Team einzubeziehen, um gemeinsam nach den Injektionsstellen zu sehen.

So funktioniert der Wechsel der Spritzstellen

Für jede Injektion sollte eine neue Einstichstelle gewählt werden. Auch innerhalb einer Körperregion lohnt sich ein planvoller Wechsel, zum Beispiel in Reihen oder im Kreis. Rotations-Schemata helfen dabei, einzelne Haut-Areale nicht zu überlasten. Zwischen zwei Einstichen sollte ein Abstand von mindestens einem Zentimeter eingehalten werden.

Insulin injizieren

  1. Regelmäßiges Wechseln, sorgfältiges Prüfen und gezielte Pflege der Injektions- und Kanülenstellen helfen, Hautveränderungen zu verhindern und eine gleichmäßige Insulinwirkung sicherzustellen.
  2. So lassen sich Glukose-Schwankungen reduzieren und die Stoffwechsel-Situation stabilisieren.
  3. Selbst beim Nutzen moderner Diabetes-Technologien bleibt die Spritz- oder Kanülenstelle ein entscheidender Faktor für stabile Glukoseverläufe.

Hautfalte manchmal sinnvoll

Ob eine Hautfalte beim Spritzen gebildet werden sollte, hängt vom Alter, vom Körperbau und von der verwendeten Länge der Kanüle ab. Bei Kleinkindern und sehr schlanken Menschen wird grundsätzlich empfohlen, eine Hautfalte zu bilden und bevorzugt eine kurze 4-Millimeter-Kanüle zu verwenden. So lässt sich eine Injektion in den Muskel vermeiden. Bei Kindern und Jugendlichen ist eine Hautfalte ab einer Kanülen-Länge von 5 Millimeter sinnvoll, bei Erwachsenen ab 6 Millimeter. Generell lautet die Empfehlung, die Insulin-Injektion senkrecht durchzuführen.

Kanülen regelmäßig wechseln

Kanülen für Insulinpens sind Einmalprodukte, für jede Injektion sollte eine neue Kanüle verwendet werden. Das Wiederverwenden kann unter anderem zu einer Verletzung der Haut durch stumpfe Kanülen führen und dadurch Schmerzen verursachen und eine vermehrte Narbenbildung an der betroffenen Stelle. Des Weiteren kann es zu Verstopfungen der Kanüle durch auskristallisiertes Insulin, zu Luftblasen und somit Dosier-Ungenauigkeiten kommen. Bei der Insulinpumpen-Therapie ist darauf zu achten, die Kanüle mit Katheter, je nach Modell, alle zwei bis sieben Tage zu wechseln und dabei stets eine neue Stelle zu wählen.

Die Haut gut pflegen

Eine gesunde Haut bildet die Grundlage für eine zuverlässige Insulin-Aufnahme. Die Haut sollte sauber und trocken gehalten werden, wobei normale tägliche Hygiene ausreichend ist. Fetthaltige Cremes sollten nicht direkt vor der Injektion oder dem Setzen der Kanüle verwendet werden. Vor dem Setzen einer Insulinpumpen-Kanüle ist eine Haut-Desinfektion empfehlenswert. Pflegende Produkte können bei trockener Haut außerhalb der Spritzzeiten angewendet werden. Auf Injektionen durch Kleidung sollte verzichtet werden, da dies die Hygiene und die Funktion der Kanüle beeinträchtigen kann.

Informationsbroschüre für Behandelnde

Der Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland e.V. (VDBD) bietet Informationsmaterial für die Injektions-Therapie bei Diabetes für medizinisches Personal zum Download an:

Leitfaden zur Injektion bei Diabetes mellitus (PDF-Datei, 2,7 MB)

Tipps gelten auch für Inkretine

Wirkstoffe aus der Gruppe der Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptor-Agonisten (GLP-1-RA) müssen fast alle wie Insulin ins Unterhaut-Fettgewebe gespritzt werden. Auch wenn hier die Häufigkeit der Injektionen meist deutlich geringer ist, gelten die gleichen Tipps wie für Insulin. Gewöhnlich wird hierfür der Bauch zur Injektion genutzt.


von Juliane Ehrmann

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  • Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

  • diahexe postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?

    • Liebe diahexe,
      Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
      Viele Grüße
      Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion

    • @gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.

    • @gregor-hess: das ist ein sehr guter Hinweis. Ich war schon persönlich bei der Gründerin des Vereins und habe Insulin abgegeben. Diese Frau macht wirklich einen tollen Job und bringt das Insulin regelmäßig nach Afrika. Sie nimmt Insulin, Pens, Pennadeln, Lanzetten, Blutzuckerteststreifen usw…

      Kann es nur empfehlen!!!

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