- Behandlung
Immer individuell: Die Behandlung mit Testosteron
2 Minuten

Wann sollte Testosteron zugeführt werden? Wenn jemand Symptome eines Mangels männlicher Sexualhormone hat und die in den Morgenstunden gemessene Gesamttestosteron-Konzentration im Blut unter einen bestimmten Wert abfällt – und parallel dazu das “Bindungsprotein” des Testosterons (SHBG) im Normbereich liegt.
In Deutschland gelten allgemein 12 nmol/l als dieser untere Grenzwert. Eine zwingende dauerhafte Behandlungspflicht besteht bei allen Gesamttestosteronkonzentrationen im Blut unter 8 nmol/l. Die Indikation für eine Testosteronbehandlung bei Werten zwischen 8 und 12 nmol/l richtet sich nach der Schwere der Symptome des Testosteronmangels.
Generell gilt, dass nach einer Testosteronbehandlung von 3 Monaten immer überprüft werden muss, ob die Beschwerden geringer geworden sind – also eine Fortsetzung der Testosteronbehandlung sinnvoll ist.
Zuführung: Einreiben eines Gels auf die Haut …
Das Zuführen des Testosterons erfolgt über die Haut oder die Muskulatur. Das Ziel einer Testosteronsubstitution sollte immer darin bestehen, Testosteronkonzentrationen im Bereich oberhalb von 12 nmol/l wieder herzustellen. Gängige Praxis über die Haut ist das morgendliche Einreiben einer größeren Hautfläche mit einer definierten Testosteronmenge in Form eines Gels. Diese Gele werden auf die Oberarme, die Schulter oder den Bauch aufgetragen und dort bis zum Eintrocknen etwa 5 Minuten belassen.
In dieser Zeit muss der Kontakt mit Frauen oder Kindern wegen der Gefahr der Übertragung vermieden werden. Wie erwähnt folgt die Testosteronausschüttung einer ausgeprägten Tagesrhythmik mit den höchsten Testosteronwerten zwischen 6 und 10 Uhr und den niedrigsten zwischen 17 und 21 Uhr. Dieser Rhythmik folgt die morgendliche Gabe der Testosterongele: Hierin ist ihr größter Vorteil zu sehen.
… oder eine Testosteron-Spritze in den Muskel
Für das intramuskuläre Verabreichen des Testosterons gibt es Präparate, die alle 2 bis 3 (Testosteronenanthat) oder nur alle 10 bis 14 Wochen (Testosteronundecanoat) gespritzt werden müssen. Am weitesten verbreitet ist heute die Gabe von Testosteronundecanoat. 6 Wochen nach der ersten Injektion dieses Präparates erfolgt die zweite und 12 Wochen später die dritte Injektion.
Wieder 12 Wochen später, unmittelbar vor der vierten Injektion, wird das Gesamttestosteron im Serum gemessen. Wenn der Wert zu hoch liegt, wird das Injektionsintervall auf mehr als 12 Wochen verlängert. Wenn der Wert niedrig ist, wird das Intervall bis auf 10 Wochen verkürzt. Danach ist eine Messung und Anpassung in der Regel erst nach einem Jahr erforderlich.
Testosteron-Behandlung: was beachtet werden muss
Vor jeder Testosteronbehandlung muss eine urologische Untersuchung erfolgen, da ein Prostatakarzinom derzeitig noch die einzige Gegenanzeige einer Testosteronbehandlung darstellt. Die halbjährliche Kontrolle der PSA-Werte im Serum ist unter einer laufenden Testosteronbehandlung bei Männern ab einem Alter von 45 Jahren unabdingbar.
Testosteron stimuliert die Bildung der roten Blutkörperchen. Also müssen bei einer Behandlung mit Testosteron halbjährlich das Hämoglobin, die Erythrozytenzahl und der Hämatokritwert kontrolliert werden: Sollte Letzterer über 55 Prozent ansteigen, kann ein Aderlass erforderlich sein. Hier ist ausreichend, das Gesamttestosteron, die Gonadotropine und auch das Bindungsprotein einmal im Jahr zu bestimmen.
Halbjährliche Kontrolluntersuchungen
Bei den halbjährlichen Kontrolluntersuchungen unserer Patienten mit einer Testosterontherapie fragen wir nach dem allgemeinen Wohlbefinden, der geistigen und körperlichen Aktivität, der Libido und ihrer sexuellen Aktivität. Bei der körperlichen Untersuchung achten wir auf Muskelmasse und Körperkraft. Beim Fettgewebe interessieren uns die Fettmasse und die Fettverteilung. Gezielt lassen wir uns auch die Applikationsstellen zeigen, um Rötungen, Entzündungen oder Veränderungen des lokalen Fettgewebes nicht zu übersehen.
Schwerpunkt „Testosteronmangel“
- Testosteron: Antworten auf häufige Fragen
- Drei Fälle von Testosteronmangel
- Testosteronmangel: Die Stunde der Detektive
- Immer individuell: Die Behandlung mit Testosteron
von Prof. Dr. Reinhard Zick (†)
Prof. Dr. Reinhard Zick war Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie und Diabetologie. Er war rund 25 Jahre lang Chefarzt für Gastroenterologie im Bonifatius Hospital in Lingen.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (7) Seite 24-25
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florahdo postete ein Update vor 4 Tagen, 14 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Tag, 21 Stunden
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?
moira postete ein Update vor 1 Woche
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 6 Tagen, 5 Stunden
Ich meinte Liberty



