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Testosteron: Antworten auf häufige Fragen
3 Minuten

Für den ersten Artikel des Schwerpunkts „Testosteronmangel“ haben wir die Form eines fiktiven Frage-Antwort-Spiels gewählt. Dieses hat tatsächlich in der einen oder anderen Form zum Thema Testosteron schon wiederholt stattgefunden hat.
Was ist Testosteron und wo wird es gebildet?
Testosteron ist das wichtigste Sexualhormon des Mannes, das in den Leydig-Zwischenzellen der Hoden gebildet wird. Aber auch bei der Frau werden kleine Mengen dieses Hormons in der Nebenniere und in den Eierstöcken synthetisiert.
Wie wird die Produktion von Testosteron gesteuert?
Zwischen dem Gehirn und der Testosteronproduktion im Hoden besteht eine negative biologische Rückkopplung. In zwei Hirnarealen, einem Teil des Zwischenhirns (Hypothalamus) und der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), wird kontinuierlich die Konzentration von Testosteron im Blut gemessen; bei niedrigen Konzentrationen stellen Hypothalamus und Hypophyse Botenstoffe (Gonadotropine) bereit, um die Testosteronproduktion im Hoden anzukurbeln.
Im umgekehrten Fall wird die Produktion dieser Gonadotropine gedrosselt. Diese negative biologische Rückkopplung erwacht erst mit Einsetzen der Pubertät, in der Regel ab dem 10. Lebensjahr. Die äußeren Zeichen der Umstellung sind Wachstum von Hoden, Scham- und Axillarbehaarung sowie das Auftreten von Akne und Stimmbruch.
Im Laufe des Lebens schwächt sich diese negative biologische Rückkopplung ab, so dass beim Mann ab dem 40. Lebensjahr die Testosteronspiegel um ca. 1 Prozent im Jahr abfallen. An dem altersbedingten Abfall der Testosteronspiegel sind sowohl eine versiegende Produktion von Testosteron in den Leydig-Zellen des Hodens als auch eine Änderung der Ausschüttungs-Häufigkeit und -Menge der Gonadotropine beteiligt.
Niedrige Testosteronwerte können im voranschreitenden Alter einhergehen mit
- Libidoverlust,
- muskulärer Schwäche,
- deutlichem Übergewicht,
- vermehrter Traurigkeit,
- Konzentrationsmangel,
- Schwitzen,
- Erektionsstörungen,
- Osteoporose und
- Blutarmut.
Bei der Beurteilung von Testosteronwerten im Serum müssen die Tagesschwankungen berücksichtigt werden. Denn die Testosteron-Konzentration ist in den Morgenstunden um 20 bis 40 Prozent höher als am Abend. Höchste Werte finden sich zwischen 6 und 10 Uhr und niedrigste zwischen 17 und 21 Uhr (Abbildung rechts oben).
Wie wird das Testosteron im Blut transportiert?
Im Blut wird Testosteron an verschiedene Transporteiweiße gebunden, vor allem an das sexualhormonbindende Globulin (SHBG). Nur etwa 1 bis 2 Prozent des zirkulierenden Testosterons sind ungebunden und als freies Testosteron tatsächlich biologisch aktiv. In den Zellen wird Testosteron zu dem biologisch noch aktiveren Dihydrotestosteron (DHT) umgewandelt.
Die Fettzellen besitzen jedoch auch die Möglichkeit, Testosteron in das wichtigste weibliche Sexualhormon, das Östradiol, umzuwandeln. Und damit einen Mann in gewisser Weise zu verweiblichen und der Wirkung von Testosteron entgegenzuwirken.
Wie wird das Testosteron im Blut gemessen?
Da das freie Testosteron normalerweise gut mit dem Gesamttestosteron übereinstimmt, ist die Bestimmung des freien Testosterons, die methodisch sehr aufwendig ist, nicht Standard und entbehrlich. Ändern sich jedoch die Konzentrationen an dem SHBG, werden entweder erhöhte oder erniedrigte Gesamttestosteronwerte gemessen, obwohl der freie oder biologisch aktive Anteil des Testosterons weitgehend normal geblieben ist.
So kommt es typischerweise bei einer Unterfunktion der Schilddrüse, bei einer Behandlung z. B. mit Kortison und bei einer ausgeprägten Adipositas zu einem deutlichen Abfall des SHBG und des Gesamttestosterons. Dadurch kann fälschlicherweise die Diagnose eines Testosteronmangels gestellt werden. Die zusätzliche Bestimmung des freien Androgen-Index (FAI), bei dem ein Quotient von Gesamttestosteron und SHBG gebildet wird, kann helfen, eine Fehleinschätzung hinsichtlich eines Testosteronmangels zu vermeiden.
Beeinflussen körperliche Aktivität, Krankheiten und Medikamente den Testosteronspiegel?
Kurze, intensive körperliche Belastung kann zu einem Anstieg des Testosterons führen, langdauernde muskuläre Aktivität und Hochleistungssport dagegen zum Abfall des Testosterons. Fast alle chronischen Erkrankungen, insbesondere der Leber, der Nieren und des Herzens, sowie Stress, Narkosen und viele Medikamente können einen Abfall des Testosterons bewirken.
Beispielhaft seien die Anabolika genannt, die auch von Freizeitsportlern zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und zur vermeintlichen Optimierung der körperlichen Erscheinung angewendet werden: Diese Substanzen hemmen die Botenstoffe in Hypothalamus und Hypophyse – und damit die Testosteronproduktion in den Hoden.
Da ein ausreichender Testosteronspiegel auch für die Ausreifung der Spermien in den Sertoli-Zellen des Hodens unumgänglich ist, kommt es auch zu einem Abfall der Spermienzahl und damit zur Unfruchtbarkeit. Zum Glück ist diese ungewollte Unfruchtbarkeit nach Absetzen der Anabolika in der Regel wieder umkehrbar. Auch eine Erhöhung des Prolaktins kann bei Männern zu einem Absinken der Testosteronspiegel und der Spermienzahl führen, da dieses Hormon der Hypophyse auch die Ausschüttung der Botenstoffe hemmt; bekannt ist dieses Hormon vor allem als Stillhormon der Frau.
Aber auch beim Mann können unterschiedliche Medikamente (vor allem Psychopharmaka) oder ein fast immer gutartiger Tumor der Hypophyse einen Prolaktinanstieg im Blut auslösen und zu einer vorübergehenden Unfruchtbarkeit mit Testosteron- und Spermienmangel führen. Nicht selten kommen diese Männer zu uns, weil sich die Stillwirkung dieses Hormons bei ihnen gezeigt hat: Es ist zur Ausbildung von echten Brustdrüsengewebe oder Gynäkomastie gekommen. Zum Glück sind diese Veränderungen durch Medikamente oder eine operative Entfernung des Hypophysen-Tumors rückführbar.
Was sollte man bei der Bestimmung des Testosterons im Blut berücksichtigen?
Wir hoffen, dass Sie jetzt nachvollziehen können, warum aus einer alleinigen Testosteronbestimmung ein Testosteronmangel nicht abgeleitet werden kann. Wichtig ist, dass die Blutentnahmen an zwei Tagen in den Morgenstunden, am besten zwischen 8 und 10 Uhr, durchgeführt werden.
Zur Beurteilung der Testosteronwerte sind unumgänglich: Gewichtsangabe, Medikamentenangaben, Daten zu Vor- oder Begleiterkrankungen, Informationen zur aktuellen Lebenssituation und die zusätzliche Bestimmung der Gonadotropine, des SHBG und des Prolaktins, wie oben erläutert. Ansonsten können Aussagen zum Vorliegen eines Testosteronmangels auch den Weissagungen aus der berühmten Glaskugel gleichen.
Schwerpunkt „Testosteronmangel“
- Testosteron: Antworten auf häufige Fragen
- Drei Fälle von Testosteronmangel
- Testosteronmangel: Die Stunde der Detektive
- Die Behandlung: immer individuell
von Prof. Dr. Reinhard Zick (†)
Prof. Dr. Reinhard Zick war Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie, Endokrinologie und Diabetologie. Er war rund 25 Jahre lang Chefarzt für Gastroenterologie im Bonifatius Hospital in Lingen.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2018; 67 (7) Seite 14-16
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florahdo postete ein Update vor 4 Tagen, 14 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 1 Tag, 21 Stunden
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?
moira postete ein Update vor 1 Woche
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 6 Tagen, 5 Stunden
Ich meinte Liberty



