Die Verfettung der Leber kann verringert werden

2 Minuten

© © pixdesign123 - Fotolia.com
Die Verfettung der Leber kann verringert werden

Forscher der Universität Leipzig konnten anhand neuer Studienerkenntnisse herausfinden, wie die Verfettung der Leber vermindert werden kann. Die Kommunikation zwischen den Zellen spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Die Fettleber gehört zu den häufigsten Lebererkrankungen. In Europa sind rund 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Zu viel Alkohol, fettes Essen und zuckerhaltige Limonaden, aber auch die Einnahme bestimmter Medikamente können zu einer vermehrten Fetteinlagerung in die Leber führen. Die Leber ist eines der größten menschlichen Stoffwechselorgane. Sie spielt eine zentrale Rolle bei wichtigen Prozessen, da sie in der Lage ist, körpereigene und körperfremde Stoffe wie Alkohol und Schadstoffe abzubauen. Die Leber fungiert als “Entgiftungsstation” des Körpers, und ihr Versagen kann lebensbedrohlich sein.

Forscher decken Verbindung zur Stoffwechselregulierung auf

Forscher am Institut für Biochemie der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig gingen der Frage nach, inwieweit die Signalübertragung der Zellen die Stoffwechselprozesse der Leber steuern können. Im Rahmen einer Studie konnte die Forschergruppe um Frau Dr. Madlen Matz-Soja nachweisen, dass eine verminderte Aktivität des sogenannten Hedgehog (Hh)-Signalweges die Energiegewinnung der Zellen vermindern und die Bildung von Fetten steigern kann.

Bisher hatten Wissenschaftler dieses Hh-Signalmolekül kaum mit der Stoffwechselregulierung in Verbindung gebracht. Hh-Signalmoleküle wurden bisher insbesondere mit der Entwicklung des Embryos und Organbildung in Verbindung gebracht.

Basis für neue therapeutische Strategien?

Weiterhin konnten die Wissenschaftler zeigen, dass durch eine Stimulierung bestimmter Faktoren des Hh-Signalweges, beispielsweise des GLI3-Faktors, die Verfettung der Leber verringert werden kann. Inwieweit sich durch diese Ergebnisse neue therapeutische Strategien entwickeln können, wollen die Forscher in Zukunft klären.

“Die Ergebnisse der Studie können uns ganz neue Wege für zukünftige Behandlungstherapien aufzeigen. Verbreitete Volkskrankheiten der Wohlstandsgesellschaft, wie die Fettleber und deren Begleiterkrankungen, können wir nun besser verstehen und eventuell effektiver heilen”, erläutert die Leipziger Wissenschaftlerin Matz-Soja. Zusätzlich sollen in zukünftigen Studien auch Wechselwirkungen mit anderen Signalwegen eingebunden werden, beispielsweise die von Insulin.

Die Leipziger Forscher wollen damit klären, ob der Hh-Signalweg auch einen Einfluss auf die Ausbildung einer Insulin-Resistenz haben kann. Dies könnte neue Wege in der Diabetestherapie aufzeigen. Die aktuellen Studienergebnisse wurden jetzt im renommierten Fachmagazin eLIFE publiziert mit dem Titel “Hedgehog signaling is a potent regulator of liver lipid metabolism and reveals a GLI-code associated with steatosis”.


Quelle: Pressemitteilung der Universität Leipzig

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Diabetes und Augen: Netzhautschäden frühzeitig erkennen, Risiko senken und Sehvermögen schützen
Netzhautschäden zählen zu den häufigsten Diabetes-Folgen, bleiben jedoch oft über lange Zeit unbemerkt. Anlässlich des Tags der Netzhaut am 26. September informiert die DDG darüber, welche Warnzeichen man kennen sollten, wann Kontroll-Untersuchungen nötig sind und wie sich das Risiko senken lässt.
Diabetes und Augen: Netzhautschäden frühzeitig erkennen, Risiko senken und Sehvermögen schützen | Foto: Peakstock – stock.adobe.com

3 Minuten

Menschen mit Übergewicht: Vorurteile und Stigmatisierung in der ärztlichen Praxis
In der Gesellschaft sind Vorurteile und Stigmatisierung im Hinblick auf Menschen mit Übergewicht weit verbreitet. Auch im medizinischen Bereich können sie unbemerkt die Behandlung beeinflussen, etwa in der ärztlichen Praxis.
Eine Patientin im roten Oberteil spricht mit einem Arzt im weißen Kittel in einem Untersuchungszimmer. Auf dem Tisch liegen Unterlagen, daneben sind ein Anatomiemodell und medizinische Geräte zu sehen.

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • uho1 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen

    @calvin240
    Ich hätte eine Frage zum
    Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute

  • 123novesia postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
    Alle Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-september-26
    Wir freuen uns auf Euch! 🙂