- Behandlung
Doppelte Herausforderung bei Typ-1-Diabetes: Blutzucker und Gewicht unter Insulintherapie managen
5 Minuten
Warum steigt zu Beginn der Insulintherapie plötzlich das Gewicht? Wie soll Sport helfen, das Gewicht zu halten, wenn für einen Blutzucker in Balance gegessen werden muss? Warum fehlt das Gefühl der Sättigung? Und wie viele Kohlenhydrate sind eigentlich „erlaubt“? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen viele Menschen mit Typ-1-Diabetes täglich.
Wie in der Gesamtbevölkerung lässt sich auch bei Menschen mit Typ-1-Diabetes eine Zunahme von Übergewicht erkennen. Die Ursachen sind vielfältig und eng mit den typischen Merkmalen des modernen Lebensstils verknüpft: erhöhtes Stress-Niveau, geringe körperliche Aktivität sowie ein Überangebot an hochkalorischen und stark verarbeiteten Lebensmitteln.
Das zugenommene Gewicht wieder loszuwerden, ist schon eine große Belastung. Für Menschen mit Typ-1-Diabetes kommt das tägliche Diabetes-Management hinzu. Sie müssen also zwei anspruchsvolle Aufgaben gleichzeitig bewältigen. Entscheidend dabei ist: Möglichst stabile Glukosewerte und ein normales Gewicht sind kein Widerspruch.
Insulin entsprechend anpassen als Basis für Diabetes und Gewicht
Durch eine Gewichtszunahme nach Beginn der Insulintherapie besteht häufig die Sorge, dass Insulin Übergewicht fördert. Diese Gewichtszunahme ist zunächst eine natürliche Reaktion des Körpers auf die nun wieder vorhandene Insulinwirkung. Vor der Diagnose kommt es häufig zu einer Gewichtsabnahme, da aufgrund des fehlenden Insulins Glukose nicht in die Zellen aufgenommen werden kann und stattdessen über die Niere ausgeschieden wird. Mit dem Energie-Lieferanten Zucker geht auch Flüssigkeit über den Urin verloren.
Zusätzlich greift der Körper als alternative Energiequelle auf Fettreserven zurück. Deshalb nimmt man Gewicht ab. Mit Beginn der Insulintherapie kann der Körper Zucker wieder nutzen und speichern. Fett wird nicht mehr als Alternative benötigt, wodurch das Gewicht wieder ansteigt. Auch wenn Insulin als anaboles, also aufbauendes Hormon das Speichern von Fett fördert, macht es nicht grundsätzlich übergewichtig. Denn diese Wirkung hat das Hormon auch bei Menschen ohne Diabetes.
Insulinwirkung mit und ohne Diabetes
- Bei Menschen ohne Diabetes wird Insulin sehr fein reguliert ausgeschüttet.
- Diese präzise Steuerung lässt sich mit einer Insulintherapie nicht vollständig nachbilden.
- Moderne Technologien zur Therapie des Typ-1-Diabetes kommen der natürlichen Regulation deutlich näher und helfen, Insulin bedarfsgerechter abzugeben.
Regelmäßige Mahlzeiten
Eine gewisse Regelmäßigkeit im Hinblick auf die Mahlzeiten-Frequenz erhöht die Glukose-Stabilität sowie das Wahrnehmen von Hunger und Sättigung. Letzteres ist bei Menschen mit Typ-1-Diabetes oft durch folgende Faktoren vermindert: Zum einen richtet sich die Aufnahme von Nahrung im Alltag oft nach dem aktuellen Glukosewert.
Dieser Text steht nur eingeloggten Community-Mitgliedern zur Verfügung.
Melde dich jetzt kostenlos an, um diesen Beitrag lesen zu können.
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Bewegung
4 Minuten
- Eltern und Kind
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 4 Tagen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 4 Wochen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
