- Behandlung
Eigenständigkeit und Lebensqualität im Alter erhalten
2 Minuten
Es gibt immer mehr ältere Menschen in Deutschland – darunter auch viele mit Diabetes, die schon mehr als 50 Jahre mit der chronischen Stoffwechselerkrankung leben. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) weist in der Neuauflage der Leitlinie Diabetes im Alter darauf hin, dass diese Patienten individuelle Behandlungsziele und entsprechende Therapiekonzepte benötigen.
Aktuell sind in Deutschland rund 17 Millionen Menschen älter als 65 Jahre. Die Zahl wird aufgrund der sich verändernden Altersstruktur auf voraussichtlich 22 Millionen im Jahr 2030 anwachsen. Die Anzahl der Hochbetagten (80 Jahre und älter) wird von derzeit vier Millionen auf sechs Millionen im Jahr 2030 ansteigen.
Gleichzeitig erkranken immer mehr Menschen an Typ-2-Diabetes, so dass Diabetologinnen und Diabetologen sowie Pflegende künftig viele geriatrische Patienten mit Diabetes versorgen werden.
Die Zahl der älterer Menschen mit Diabetes beider Typen steigt
Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland derzeit rund vier Millionen Menschen über 65 Jahren einen Typ-2-Diabetes haben, Tendenz steigend. In der Altersgruppe der über 85-Jährigen ist sogar jeder Fünfte an Typ-2-Diabetes erkrankt. Und mehr als 100.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes sind mittlerweile älter als 70 Jahre. Viele von ihnen sind von weiteren chronischen Erkrankungen und Funktionsstörungen betroffen. Dennoch können sie heute, auch aufgrund technologischer Fortschritte in der Insulintherapie, ein hohes Alter erreichen.
Nicht wenige Senioren mit Diabetes leben schon mehr als 50 Jahre mit ihrer chronischen Stoffwechselerkrankung. „Damit dies gelingt, müssen die Behandlungsziele älterer Patienten individuell festgelegt und entsprechende Therapiekonzepte erstellt werden“, sagt Professor Dr. med. Müller-Wieland, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).
Erhalt der Lebensqualität und der Eigenständigkeit am wichtigsten
Hierfür hat die DDG die evidenzbasierte S2k-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Verlaufskontrolle des Diabetes im Alter“ ausgearbeitet. „Bei dieser Patientengruppe sind der Erhalt der Lebensqualität und der Eigenständigkeit am wichtigsten“, erklärt Professor Müller-Wieland. Anhand von Ressourcen und Defiziten lässt sich ihr Funktionszustand kategorisieren und damit die Therapie besser planen.
Der DDG Präsident betont: „Gerade Unterzuckerungen stellen eine Gefahr für ältere Patienten dar. Die Vermeidung von Hypoglykämien sollte für ärztliches Personal und Pflegende deshalb Vorrang vor einem normnah eingestellten Blutzucker haben.“ Angesichts der hohen Prävalenz im höheren Lebensalter seien auch kognitive Beeinträchtigungen und Demenz wichtige Faktoren, die in der Diabetesbehandlung und Pflege von Senioren berücksichtigt werden müssen.
Kognitive Einschränkungen können die Therapie beeinträchtigen
„Eine erfolgreiche Diabetesbehandlung hängt von einer Vielzahl kognitiver Leistungsbereiche wie Gedächtnisleistung, Handlungsplanung und -ausführung, Psychomotorik und Aufmerksamkeitsleistung ab“, so Müller-Wieland. Defizite in diesen Bereichen können die Therapie beeinträchtigen und Patienten durch Behandlungsfehler gefährden.
Menschen mit Diabetes und Demenz benötigen daher die Unterstützung von Pflegenden. „Aus diesem Grund beinhaltet die Leitlinie erstmalig auch ein separates Kapitel zum Thema Pflege und ist damit wegweisend für die evidenzbasierte Pflege und deren Orientierung an interdisziplinären Versorgungsleitlinien“, erläutert Professor Müller-Wieland.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) | Redaktion
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Tag, 1 Stunde
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 1 Tag
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!