- Behandlung
Einfluss auf die Entwicklung von Typ-1-Diabetes?
3 Minuten
Niedrige Vitamin-D-Werte sind ein weitverbreitetes Phänomen, von dem auch Typ-1-Diabetiker betroffen sind. Wissenschaftliche Untersuchungen legen nahe, dass ein Mangel an dieser Hormonvorstufe bereits im Frühstadium des Typ-1-Diabetes auftritt und auch das Risiko für dessen Entstehen erhöhen könnte.
Vitamin D ist eine fettlösliche Hormonvorstufe, die unter dem Einfluss von UV-B-Sonneneinstrahlung vom Körper hergestellt wird. Neben seiner Rolle als Regulator des Kalziumhaushalts und Knochenstoffwechsels besitzt das Vitamin entzündungshemmende und immunmodulierende Wirkungen.
Ein Mangel an Vitamin D ist stark verbreitet und wird seit Langem als Risikofaktor für das Entstehen der chronischen Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes diskutiert. Die dem Typ-1-Diabetes zugrundeliegende Inselautoimmunität entwickelt sich meist schleichend in der frühen Kindheit und ist schon im symptomfreien Frühstadium anhand spezifischer Inselautoantikörper im Blut nachweisbar.
Oft bereits im Frühstadium des Typ-1-Diabetes: Vitamin-D-Mangel
Typ-1-Diabetiker haben oftmals niedrigere Vitamin-D-Werte als Vergleichspersonen ohne Diabetes. Ob ein Mangel bereits im Frühstadium des Typ-1-Diabetes auftritt, untersuchten Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München und der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München an Daten von über 750 Kindern.
Für die Analyse wurden Kinder aus den deutschen Langzeitstudien BABYDIAB, BABYDIÄT und TEENDIAB gewählt (darunter 406 gesunde Kinder ohne Inselautoantikörper und 108 Kinder mit Inselautoantikörpern) sowie 244 Kinder mit neu diagnostiziertem Typ-1-Diabetes des bayerischen Diabetesregisters DiMelli.
Zum Beurteilen der Vitamin-D-Versorgung erfolgte bei allen Kindern die Messung von 25-Hydroxy-Vitamin D (biologisch inaktive Vorform des Vitamin D). Die Auswertungen zeigten erstmals, dass Kinder mit nachweisbaren Inselautoantikörpern (Frühstadium Typ-1-Diabetes) im Vergleich zu gesunden Kindern durchschnittlich um 17 Prozent niedrigere Vitamin-D-Spiegel hatten (siehe folgende Abbildung).
Vergleich der Vitamin-D-Spiegel im Blut von Kindern ohne Typ-1-Diabetes (T1D), Kindern mit Frühstadium eines Typ-1-Diabetes (die mehrere Inselautoantikörper haben) und Kindern mit neu manifestiertem Typ-1-Diabetes (modifiziert nach Raab, Diabetologia 2014).
Erneut konnten auch bei Kindern mit bereits manifestem Typ-1-Diabetes erniedrigte Vitamin-D-Spiegel festgestellt werden: Hier lagen die Spiegel sogar um 31 Prozent unter dem Durchschnittswert gesunder Kinder. Insgesamt zeigte sich ein Vitamin-D-Mangel bei 40 Prozent der Kinder mit Frühstadium des Typ-1-Diabetes im Vergleich zu 51 Prozent der Typ-1-Diabetiker und 28 Prozent der gesunden Kinder ohne Inselautoimmunität.
Ergänzung mit Vitamin D insbesondere im ersten Lebensjahr zu empfehlen
Wie sich in zwei bevölkerungsbasierten dänischen Studien mit knapp 5.000 Probanden zeigte, scheint der Vitamin-D-Status von Neugeborenen das Risiko für Typ-1-Diabetes noch nicht zu beeinflussen. Ebenso konnte bislang kein Zusammenhang zwischen den Vitamin-D-Spiegeln von Müttern während der Schwangerschaft und dem Typ-1-Diabetes-Risiko der Kinder nachgewiesen werden.
Allerdings gibt es Hinweise, dass eine gute Vitamin-D-Versorgung während der ersten Lebensjahre mit einem verringerten Risiko für Inselautoimmunität und Typ-1-Diabetes einhergeht. Dies stützen kürzlich veröffentlichte Daten der internationalen Geburtskohorten-Studie „TEDDY“, die seit 2004 über 8.500 Kinder mit erhöhtem genetischen Typ-1-Diabetes-Risiko untersucht. Um mögliche Ursachen der Erkrankung aufzuklären, finden regelmäßig im Alter von 3 bis 48 Monaten vierteljährlich und bis zum Alter von 15 Jahren halbjährlich Blutentnahmen u. a. zum Messen der Inselautoantikörper statt.
Für die aktuelle Analyse wurde 25-Hydroxy-Vitamin D in allen Blutproben von 376 Kindern mit Inselautoantikörpern und 1.041 Gleichaltrigen ohne Inselautoantikörper bestimmt, bevor eine Inselautoimmunität bestand und bevor erste Antikörper nachgewiesen wurden. Die Auswertung ergab, dass vergleichsweise höhere Vitamin-D-Spiegel im Säuglings- und Kleinkindalter mit einem bis zu 40 Prozent geringeren Risiko für Inselautoimmunität verbunden sind.
Die Studienergebnisse legen nahe, dass Vitamin D unter bestimmten genetischen Voraussetzungen eine Rolle in der Entwicklung von Inselautoimmunität spielt und eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung in der frühen Kindheit häufiger mit dem Auftreten von Inselautoimmunität assoziiert ist.
Ist der Typ-1-Diabetes bereits ausgebrochen und mit Insulin behandelt, scheint Vitamin D keinen bedeutsamen Einfluss mehr zu haben. Dies ergab eine Studie, in der die Gabe von Calcitriol (aktive Form von Vitamin D) den Verlust der β-Zell-Restfunktion bei neu diagnostizierten Typ-1-Diabetikern nicht verhindern konnte. Eine ausreichende und regelmäßige Nahrungsergänzung mit Vitamin D ist demnach insbesondere im ersten Lebensjahr von Kindern zu empfehlen.
Fazit
Ein Vitamin-D-Mangel tritt bereits in einem Frühstadium des Typ-1-Diabetes auf, in dem noch keine Symptome bestehen. Niedrige Vitamin-D-Werte sind mit einem höheren Risiko für Inselautoimmunität assoziiert.
Ausreichende Vitamin-D-Spiegel und eine regelmäßige Einnahme von Vitamin D3 (Colecalciferol) im Kleinkindalter gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sind entscheidend, insbesondere, wenn ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes vorliegt.
von Dr. Ramona Lickert
Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt,
Institut für Diabetesforschung, Heidemannstraße 1, 85764 Neuherberg
E-Mail: ramona.puff@helmholtz-muenchen.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2020; 69 (1) Seite 36-37
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 16 Stunden, 3 Minuten
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen, 1 Tag
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!