Engstelle behandeln – Schlaganfall vermeiden

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Engstelle behandeln – Schlaganfall vermeiden

Die Verengung oder der Verschluss der vorderen Halsschlagader ist bei vielen Menschen Auslöser dafür, dass sie einen Schlaganfall erleiden. Wer Diabetes hat, hat ein besonderes Risiko. Hier erfahren Sie, was Sie tun können.

Jedes Jahr erleiden in Deutschland 200 000 Menschen einen Schlaganfall. Bei rund 30 000 dieser Patienten ist der Auslöser eine Verengung oder ein Verschluss der vorderen Halsschlagader (Carotis-Stenose). Diese Verengung entsteht durch Fettablagerungen an der Stelle, an der sich die Halsschlagader in einen inneren und einen äußeren Ast aufteilt.

Die Risikofaktoren für eine Gefäßeinengung sind Rauchen, Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte. Häufig trifft es Menschen über 65 Jahre und Männer. Besonders gefährdet für einen Schlaganfall sind Patienten mit starken Verengungen (Stenosegrad über 70 Prozent) und Patienten, die bereits eine Durchblutungsstörung des Gehirns (Schlaganfall) durchgemacht haben.

Carotis-Stenosen können durch eine Ultraschalluntersuchung (Duplex-Sonographie) erkannt werden. Hierbei lässt sich das Ausmaß der Verengung (Stenosegrad) bestimmen und auch die Zusammensetzung des Materials, das für die Verengung verantwortlich ist (arteriosklerotisches Material). Weitere bildgebende Verfahren, die auf Röntgen- oder Magnetfelduntersuchungen beruhen, geben ebenfalls Auskunft über die Schwere der Erkrankung: CT-Angiographie, Kernspin-Angiographie, Katheter-Angiographie.

Konservative und operative Therapie

Für die Behandlung der Carotis-Stenose müssen zunächst alle Risikofaktoren behandelt werden: Das heißt für den Patienten Verzicht auf Zigaretten, Ernährungsumstellung und/oder die Einnahme von Medikamenten, damit Blutdruck und Cholesterinwerte sinken. Ebenfalls zum Einsatz kommen Medikamente, die das Verklumpen der Blutplättchen verhindern sollen, die Thrombozytenaggregationshemmer wie Acetylsalizylsäure (ASS) oder Clopidogrel.

Bei schweren Carotis-Stenosen ist die Operation eine wichtige Möglichkeit der Schlaganfallprävention. Durch Ausschälen der arteriosklerotischen Ablagerungen – Carotis-Desobliteration, Carotis-Thrombendarteriektomie (Carotis-TEA) – kann die Funktionsfähigkeit der erkrankten Arterie wiederhergestellt werden. Die Carotis-TEA wurde in mehreren Studien untersucht; die Analyse der Daten ergab, dass sie bei hochgradigen Stenosen (70 bis 99 Prozent) zu einer statistisch hochsignifikanten Reduktion des Schlaganfallrisikos führt.

Das Risiko, während der Operation einen Schlaganfall zu erleiden oder zu versterben, lag in den genannten Untersuchungen bei 2 bis 8 Prozent. Vor einer geplanten Operation muss daher sichergestellt sein, dass das Risiko der Operation geringer ist als das Risiko, innerhalb der nächsten Monate oder Jahre einen Schlaganfall zu erleiden. Die Komplikationsrate muss demnach bei Patienten, die bereits eine Hirndurchblutungsstörung erlitten haben (symptomatische Stenosen), unter 6 Prozent und bei klinisch beschwerdefreien Patienten (asymptomatische Stenosen) unter 3 Prozent liegen.

Nur so trägt die Carotis-TEA zur Schlaganfallprophylaxe bei. Prinzipiell sollte vor und nach der Operation eine neurologische Kontroll-Untersuchung erfolgen. Sonstige schwere Komplikationen wie Lungenentzündung oder Herzinfarkt werden bei der Carotis-TEA in max. 1 Prozent der Fälle beobachtet.

Stentgestützte Carotis-PTA: Alternative?

Seit einigen Jahren gibt es eine Alternative zur Operation der Carotis-Stenose: die Erweiterung der Arterie mit einem Ballonkatheter und einer Gefäßstütze aus feinstem Draht, einem Stent. Die Mediziner sprechen von der stentgestützten perkutanen transluminalen Angioplastie (PTA). Diese Kathetertechnik ist am Herzen längst Routine: Über die Leistenarterie führt der Arzt dem Patienten unter örtlicher Betäubung einen Ballonkatheter in das verengte Gefäß ein und dehnt es. Eine Gefäßstütze hält dann das Gefäß durchlässig.

In den Studien liegt bei dieser neuen Methode die Rate an Komplikationen wie Schlaganfall und Tod zwischen 3 und 7,4 Prozent. Mögliche Vorteile der stentgestützten PTA (Carotis-Stent) gegenüber der Carotis-TEA liegen in der geringeren Zugangsverletzung (Einstich in der Leiste), der Therapiemöglichkeit in örtlicher Betäubung und der schnellen Mobilisation und Entlassung des Patienten. Die PTA erfordert lediglich eine örtliche Betäubung in der Leiste und den Einstich in die Leistenarterie. Die Dauer der Behandlung liegt deutlich unter einer Stunde.

Fortschritte durch Schutzsysteme

Wichtig ist dennoch die Frage, welche für den einzelnen Patienten die beste Behandlungsmethode ist? Derzeit geben die vorliegenden aussagekräftigen Studien noch keine generelle Antwort. Aber immer mehr Kriterien lassen die PTA als die Methode der Zukunft erscheinen. Denn seit die PTA mit Stentimplantation erfolgt, sind die Ergebnisse besser geworden. Die Komplikationsrate sinkt und die Offenheitsrate steigt an.

Dennoch besteht weiterhin die Gefahr eines Verschlusses eines Gehirngefäßes (zerebrale Embolie) – der häufigsten Komplikation der PTA. Zur Vermeidung wurden in den letzten Jahren Schutzsysteme entwickelt. Hierdurch wird verhindert, dass Blutgerinnsel oder anderes Material, das sich während der Aufdehnung lösen kann, in ein Gehirngefäß fließt.

Schwerpunkt: „Verengten Gefäßen Paroli bieten“


von Dr. med. Klaus-Peter Mellwig

Dr. med. Klaus-Peter Mellwig ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie mit Schwerpunkten in der Sportkardiologie und Lipidologie (Fettstoffwechselstörungen). Er ist tätig als Oberarzt und Kardiologe am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, in Bad Oeynhausen. Er leitet die Lipidapherese-Tagesklinik und Lipidambulanz, die Sportkardiologie sowie die kardiologische Intensivstation.

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2016; 65 (2) Seite 20-21

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  • Hallo, hat hier noch jemand Doppeldiabetes (durch Corona verursacht oder warum auch immer)? Ich würde mich gerne austauschen.

  • olivers postete ein Update vor 5 Tagen, 9 Stunden

    Hallo Zusammen!
    Ich bin ein T3er und freue mich Gleichbetroffene zwecks Erfahrungsaustausch zu finden. Bin im Frankfurter Raum, aber auch im Heidelberger Raum unterwegs.
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  • zojou96 postete ein Update vor 6 Tagen, 10 Stunden

    Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂