Erfahrungsbericht: Meine COVID-19-Infektion in Südkorea – Teil 1

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Erfahrungsbericht: Meine COVID-19-Infektion in Südkorea – Teil 1

Eine Corona-Infektion kann – ganz unabhängig davon, wo man sich gerade aufhält – anstrengend und kräftezehrend sein. Mitte März wurde Nathalies Angst, sich in Südkorea mit COVID-19 anzustecken, dann leider zur Realität. Wie es ihr dabei erging und wie sich ihr Diabetes während der Infektion verhielt, erzählt sie euch in ihrem zweiteiligen Erfahrungsbericht.

Alles begann an einem Sonntagmittag mit Halsweh und Husten, wie ich es vorher noch nicht erlebt hatte. Normalerweise kündigt sich eine Erkältung bei mir immer zuerst mit einer verstopften Nase und/oder Husten an, in den seltensten Fällen habe ich wirkliche Halsschmerzen. Und irgendwie wusste ich an diesem Sonntagabend bereits, dass sich da etwas Ungutes ankündigt. Also gab ich direkt meinen Professor*innen der kommenden Tage Bescheid und bat darum, online an den Vorlesungen teilnehmen zu können.

Seit diesem Semester ging unsere Universität wieder zurück zu den Offline-Vorlesungen. Das bedeutet nicht nur, in einem Vorlesungssaal mit vielen anderen Student*innen zu sitzen, sondern auch zwei Mal täglich die überfüllte U-Bahn zu nehmen. Ich bin froh, dass die Menschen hier meist ohne Ausnahme ihre FFP2-Maske tragen. Das beruhigt zur Rush Hour aber auch nur wenig, wenn man gemeinsam mit hunderten von anderen Menschen in einer engen U-Bahn steht.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber in der aktuellen Situation (mit den hohen Fallzahlen) bin ich extra vorsichtig. Nicht nur in Bezug auf die Menschen, die ich treffe, sondern auch, was meine eigenen Körpersignale angeht. Ich bin zwar dreifach geimpft, unterschätze eine mögliche Ansteckung aber auch nicht. In den letzten Monaten hat es einige meiner Bekannten und Freund*innen übel erwischt.

Der Großteil von ihnen ist kerngesund (keine Vorerkrankung oder anderweitig Risikopatient*in) und doch haben sie, neben der eigentlichen Infektion, nun auch mit Long-COVID zu kämpfen. Es sollte daher selbstverständlich sein, dass man bei den ersten Anzeichen einen Schritt zurücktritt und doppelt so vorsichtig ist – vor allem, um andere Risikopatient*innen zu schützen.

Negativ, negativ und nochmal negativ

Zum Zeitpunkt, als ich die ersten Symptome wahrnahm, hat die koreanische Regierung bereits die kostenlosen PCR-Tests für die „normale“ Bevölkerung abgeschafft. Es waren weiterhin Antigentests möglich, welche allerdings an den Testzentren unter Aufsicht selbst durchgeführt werden mussten. Im Vergleich zu dem Test, welchen man zuhause machen kann, war hier der einzige Unterschied, dass man ein offizielles Ergebnis erhielt, welches man zu diesem Zeitpunkt z.B. für den Besuch im Krankenhaus oder Fitnessstudio benötigte (sollte man nicht geimpft sein).

Da ich jedoch den Kontakt zu anderen vermeiden wollte, holte ich mir in der Apotheke drei Testkits. Daraufhin folgten zwei negative Ergebnisse. Meine Symptome sprachen allerdings für ein anderes Ergebnis – meine Kopfschmerzen wurden stärker, Gliederschmerzen und Schwierigkeiten beim Atmen kamen hinzu.

„Ich dachte, ich werde sterben“

Am Dienstag wurden meine Symptome dann richtig schlimm. Während mein Test weiterhin negativ war, gingen nun auch die Zuckerwerte durch die Decke. Mein gesamter Körper tat nur noch weh, ich bekam kaum Luft und am Abend stieg auch meine Körpertemperatur. Der selbstgebaute Loop, den ich seit circa Dezember verwende, kam auch nicht mehr hinterher. Im 30-Minuten-Intervall stieg meine Temperatur Hand in Hand mit meinem Zuckerwert.

Steigende Körpertemperatur ging Hand in Hand mit dem Zuckerwert. | Foto: Nathalie Bauer

Ich versuchte zu schlafen, doch selbst das war nicht möglich. Also lag ich in meinem Bett, allein in meiner Wohnung, in einem fremden Land und wusste nicht mehr weiter. Ich hatte nicht einmal mehr die Kraft, um meinen Freund*innen Bescheid zu geben. Sie wussten zwar, dass ich mit Symptomen zuhause war, allerdings war deren letzter Stand, dass ich weder Fieber noch Atemprobleme hatte. Beides kam innerhalb weniger Stunden und verschlimmerte sich in wenigen Minuten.

Dann wurde es offiziell

Da meine Gliederschmerzen am Donnerstag etwas besser wurden, entschied ich mich, zu einer Ärztin zu gehen. Hier in Südkorea bieten verschiedene Praxen eine Corona-Sprechstunde an, bei welcher man auch einen Antigen-Test machen kann (der von der Ärztin durchgeführt wird). Also suchte ich mir eine Praxis in meiner Nähe aus, setzte die Maske auf und verließ das erste Mal seit fünf Tagen das Haus. Auf dem Weg dorthin musste ich mehrere Pausen einlegen und mich ausruhen – beängstigend, wie das Virus meinen Körper innerhalb weniger Stunden so verändert hatte.

Von der Assistentin wurde ich in ein kleines Zimmer geführt, in dem sich nur ein Tisch, eine Liege und ein großer Luftfilter befanden. Da ich so einen ähnlichen bei mir in der Wohnung habe, wusste ich genau, was die angezeigten Farben bedeuteten. Von Blau (beste Qualität) hin zu Grün (in Ordnung) zu Orange (verschlechterte Qualität) bis hin zu Rot (sehr schlechte Qualität) – das Gerät zeigte einmal die gesamte Farbpalette an, nachdem ich nur wenige Minuten im Zimmer saß. Der Luftfilter war in der Diagnosestellung wohl schneller als jeder Antigen-Test.

Dank Übersetzer-Apps und meinen Grundkenntnissen in Koreanisch lief die Verständigung mit der Ärztin besser als erwartet. Sie fragte die typischen Symptome ab und führte dann den Test durch. Das Teststäbchen erinnerte mich an eines der dünnen, langen Stäbchen, die ich bisher nur von PCR-Tests kannte – durch die Nase, einmal komplett in den Rachen ;-). Das Testergebnis war bereits nach wenigen Sekunden klar und deutlich sichtbar – ich war positiv.

Der positive Strich war schneller und deutlicher als der Kontrollstrich. | Foto: Nathalie Bauer

Dankeschön, dass ihr meinen Beitrag bis hierhin gelesen habt. Im zweiten Teil erkläre ich euch mehr zum Ablauf und Verfahren in Südkorea, wenn man positiv getestet wird. Ich freue mich, wenn ihr auch beim nächsten Teil vorbeischaut. 🙂


von Nathalie B.

Mit 23 Jahren wurde Nathalie mit Typ-1-Diabetes diagnostiziert, doch sie ließ sich dadurch nicht von ihrem Traum abhalten, im Ausland zu leben. Trotz der Herausforderungen lebte, arbeitete und studierte sie überwiegend fern ihrer Heimat. Ihr Ziel ist es, anderen zu zeigen, dass eine Diagnose nicht das Ende ihrer Träume bedeuten muss. Ihre Leidenschaft für gutes Essen, besonders in der Weihnachtszeit, hat sie zu einer Expertin im Umgang mit Insulin-Boli gemacht und ihr geholfen, einen ausgeglichenen Umgang mit Diabetes zu finden.

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  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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